Neue Technologien versprechen Klimarettung, aber manche haben damit ein Problem

Ingenieure bringen neue Technologien zur Rettung des Planeten. Klimaaktivisten sagen Nein dazu. Mittendrin im Kampf ums Überleben: die Grünen. Und die haben nun ein Problem. Das war schon 2013 so, als ich die Präsidentinnen und Präsidenten aller Parteien der Stadt Zürich zu einem Besuch bei Climeworks einlud mit Besichtigung von deren CO2-Kollektor. Der einzige, der die Einladung annahm, war Michael Baumer von der FDP… Die Ausrede von Regula Rytz ist entlarvend. Wer grün will, wählt deshalb lieber blau.

war Michael Baumer von der FDP…
— Weiterlesen www.blick.ch/news/schweiz/rettet-hans-michael-kellner-mit-seiner-maschine-das-klima-dieser-ingenieur-loest-das-co2-problem-id15563073.html

Horror: Spenden sammeln für den Wahlkampf

Ich habe zwar meine berufliche Laufbahn in einer Organisation begonnen, die es nur dank zahlreicher Spenden gibt, aber das so genannte Fundraising war nie mein Ding. Stattdessen habe ich als Campaigner an der Front gewirkt, mich für eine bessere Zukunft engagiert und konkrete Veränderungen bewirkt. Selbstlosigkeit war immer die oberste Maxime. Und nun bin ich auf einmal mitten im Wahlkampf für mich selbst. Und muss Spenden sammeln… „Horror: Spenden sammeln für den Wahlkampf“ weiterlesen

Analyse der US-Präsidentschaftswahl in 1’430 Zeichen

Wenn man über die Details dieses Wahlkampfs hinweg schaut, zeigt sich aus der Vogelperspektive ein gemeinsamer Nenner, der alles andere, was diesen Wahlkampf ausmachte, dominierte: Donald Trump gab sich nicht anders als die Konkurrenz, sondern komplett anders. Damit hat er nicht nur den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 1 in Perfektion umgesetzt, sondern obendrein auch noch die Sehnsüchte einer grossen Mehrheit in den USA direkt angesprochen, einer Mehrheit, die sich nach Jahren des wirtschaftlichen Abstiegs nach Veränderung sehnt – Veränderung, wie Barack Obama sie versprochen, aber dann doch nicht bewirkt hat, weil auch er zum Establishment gehört.

Eine Empfehlung für Rockbands lautet: «Versucht nicht besser zu sein, denn das ist sowieso Geschmacksache. Stattdessen versucht, komplett anders zu sein. Darüber kann sich dann niemand mehr streiten, aber wer anders ist, fällt auf und prägt sich ins Gedächtnis ein». Beispiele: KISS (die mit der Schminke im Gesicht), AC/DC (die mit dem Gitarristen in der Schuluniform), The Beatles (die Pilzköpfe in Anzügen), usw.

Donald Trump ist so anders, dass er nicht einmal darauf achten musste, was er konkret von sich gab. Er konnte sich fast alles erlauben. Hauptsache, es war anders – und er war anders. Sein Toupet ist nicht die Krönung, sondern die Krone seiner Präsidentschaft. Am Ende werden wir uns an den «Präsidenten mit dem Toupet» erinnern. So sind wir Menschen.

Zitiert werden ohne zitiert zu werden

Als ich gestern im Newsletter der Werbewoche einen Teaser für einen Artikel mit Titel «Wahlplakate: Mit «Kopfsalat» und Worthülsen das Stimmvieh abholen»  las, dachte ich zuerst, der Artikel, für den mich Bernhard Kislig von der Berner Zeitung letzte Woche interviewt hatte, hätte es nun auch in die Werbewoche geschafft. Dann jedoch wurde ich eines Besseren belehrt. Irgendwie hatte er es schon geschafft, aber auch nur «irgendwie». Denn über weite Strecken des Artikels finden sich die gleichen Inhalte, verdächtig ähnlich bis identisch formuliert, jedoch ohne einen Hinweis auf Berner Zeitung oder mich. Böse, wer jetzt Böses denkt…

Man vergleiche selbst:

http://www.werbewoche.ch/wahlplakate-mit-kopfsalat-und-worthuelsen-das-stimmvieh-abholen

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Warum-Facebook-und-Co-das-Plakat-noch-nicht-verdraengt-haben/story/24109296

«… SVP-Plakate. Diese lobt der Campaigner Metzinger»

Nachdem wir am Donnerstag die Medienmitteilung veröffentlicht hatten, in der wir bekannt gaben, dass Jan Rijkenberg Speaker am Campaigning Summit Switzerland 2016 ist, rief mich Bernhard Kislig von der Berner Zeitung an. Ich hatte schon gehofft, es gebe nun einen Artikel über den Campaigning Summit Switzerland (hätte mich auch gewundert), aber stattdessen wollte er meine Meinung zu Plakaten als Mittel im Wahlkampf. Immerhin wurde der Campaigning Summit Switzerland im darauf folgenden Artikel erwähnt.

Ich gebe dort meine Einschätzung zu Plakaten als Wahlkampf-Instrumente und was man dabei beachten sollte. Insbesondere erwähnte ich auch, wie wir 2014 Plakate im Wahlkampf der FDP Stadt Zürich so eingesetzt haben, dass sie nicht nur polarisierten, sondern auch Diskussionen auslösten und vor allem die Mitglieder der Partei, die sonst nicht gerade für Präsenz auf der Strasse bekannt war, so motivierten und mobilisierten, dass die FDP ganz volksnah einen auf der Strasse sehr präsenten Wahlkampf führte. Vieles hätte den Umfang des geplanten Artikels gesprengt, und so fand nur ein Teil meiner Geschichten Eingang in den Artikel.

Darunter auch meine Beurteilung typischer SVP-Plakate, die fast immer den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 1 perfekt umsetzen: Polarisieren, profilieren, positionieren. Völlig wertneutral (unabhängig davon, was man über die Inhalte denkt) kann man diesen Plakaten eine hohe Wirkungsqualität bescheinigen, denn sie wirken nicht nur, sondern sie erzielen exakt die gewünschte Wirkung.  Zwar machen das auch Parteien hin und wieder, was ich auch gar nicht bestritt – Aline Trede machte mich nach Veröffentlichung des Artikels per Twitter auf zwei Beispiele aufmerksam – aber unter dem Strich gelingt das der SVP eben doch viel häufiger als anderen Parteien.

Hier geht’s zum Artikel, «warum Facebook und Co. das Plakat noch nicht verdrängt haben».

Oder hier:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Warum-Facebook-und-Co-das-Plakat-noch-nicht-verdraengt-haben/story/24109296

«Eine Kampagne geht nach hinten los» – weiss man das wirklich?

Ein anonymes Flugblatt konfrontiert Regierungsratskandidatin Silvia Steiner mit heftigen Vorwürfen. Statt dies auszunutzen, solidarisiert sich die Konkurrenz mit der CVP-Politikerin. (….) Gut möglich, dass Fehr und Walker Späh durch das Flugblatt weiter Aufwind erhalten. (…) Politikberater Mark Balsiger spricht von «negative capaingning», wie sie vor allem in den USA erfolgreich angewandt werde. Ziel solcher Kamagnen sei, das Wählerlager der Kandidaten mittels Enthüllungen zu verunsichern. Das gelinge jedoch nur, wenn die Vorwürfe auch zutreffen, sagt Balsiger. Die Verleumdung sei in diesem Fall jedoch so offensichtlich, dass die Kampagne sich mit grosser Wahrscheinlichkeit kontraproduktiv auswirken werde: «Frau Steiner wird nicht darunter leiden, sondern eher einen Profit daraus ziehen.» (…) Was jetzt schon gesagt werden kann: Steiners Bekanntheitsgrad wurde durch das Flugblatt erheblich gesteigert.(Tages-Anzeiger)

Das einzige, was man meiner Meinung nach wirklich sagen kann, ist, dass niemand genau weiss, was die Kampagne auslöst, denn dazu müssten Antworten auf die folgenden Fragen mit Sicherheit bekannt sein:

  1. Führt schlicht und einfach die höhere Bekanntheit dazu, dass mehr Wählerinnen und Wähler den Namen auf den Wahlzettel schreiben?
  2. Gibt es eine breite Solidarisierungswelle in der Bevölkerung?
  3. Wem würde die Solidarisierung nützen – der angegriffenen Kandidatin Silvia Steiner oder deren Konkurrenz, die  durch ihre Solidarität Grösse und Verantwortung zeigen, wie man sie von einer Regierungsrätin erwartet?
  4. Stossen die Angriffe vielleicht sogar in die richtige Richtung und mobilisieren Wählerinnen und Wähler gegen Silvia Steiner, die sich sonst dem Urnengang enthalten hätten?

Dies sind nur ein paar der offenen Fragen, aber schon zu viele. Sie zeigen, dass eine Einschätzung der Wirkung dieser Kampagne schlicht und einfach nicht möglich ist. Man bräuchte eine gute Umfrage, wie sie in US-Wahlkämpfen täglich gemacht werden, um eine realistische Einschätzung abzuliefern.