«Freisinnige Klimakatastrophe»

Die Republik berichtet heute über die Gründung von Forum Futur und erwähnt mich dort als Initianten:

Der Zürcher Kantonsrat (Olivier Hofmann) glaubt, dass sich analog zur «FDP Urban» bald eine parteiinterne Bewegung für Klimapolitik formiert.

Tatsächlich: Einige Freisinnige haben diesen Weg bereits eingeschlagen.

Peter Metzinger, FDP-Gemeinderat aus Dietikon, hat – als Reaktion auf die Debatte im Nationalrat – eine Website unter dem Namen «Forumfutur» online geschaltet. Der Unternehmer baut mit rund einem Dutzend weiterer FDPler ein Kompetenznetzwerk auf. Die Politiker planen, Empfehlungen für eine nachhaltige Klimapolitik auszugeben. Dies auch mit dem Ziel, die parteiinterne Klimadebatte zu beeinflussen.»

Den Artikel in voller Länge gibt es hier: www.republik.ch

uno_sdg_transparent.pngDie Idee dazu entstand schon vor etwa einem Jahr zusammen mit Marco Weber, bis vor kurzem Präsident der FDP Zollikon. Auf dem Rückweg von Chur (ich hatte dort für die FDP Graubünden ein Referat mit dem Titel «Gibt es nur in Amerika modernen Wahlkampf oder geht das auch in Graubünden?» gehalten) waren wir uns einig, dass die FDP als Staatsgründer-Partei auch eine besondere Verantwortung für die Zukunft der Schweiz hat.

Diese setzt eine umfassende und ganzheitliche Betrachtung dessen voraus, was die Wahrung wirtschaftlicher Interessen in Wirklichkeit bedeutet und wie diese in Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen («SDG») der UNO zu bringen sind. Ein funktionierendes Staatswesen, das Freiheit ermöglicht, muss liberale Lösungen für Probleme rechtzeitig entwickeln und umsetzen, bevor sie sonst unweigerlich nur noch mit Verboten bekämpft werden können.

Der Klimawandel ist ein solches Problem. In einer Welt, die mehr und mehr vom Klimawandel gebeutelt wird, werden wir auch mehr und mehr unserer Freiheiten verlieren.

Um auch nur das Schlimmste zu verhindern, braucht es schon heute drastische Massnahmen. Um ohne unnötige Einschränkungen unserer Freiheit das Schlimmste verhindern zu wollen, müssen jetzt sofort liberale Lösungen auf den Tisch und umgesetzt werden. Weiteres Abwarten können wir uns nicht mehr leisten.

Wir könnten zum Beispiel den Umbau des Energiesystems viel schneller vorantreiben, wir könnten eine Mobilität entwickeln, die dank einer cleveren Sektorenkoppelung (Power-to-Gas / Power-to-Fuel) sowohl den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion vorantreibt, um irgendwann auch Elektromobile klimaneutral fahren zu können (das tun sie nämlich heute nicht, solange noch Kohlestrom im Netz ist), als auch die bestehende Flotte – bis sie ausgedient hat – mit synthetischen Treibstoffen betanken und somit klimaneutral fahren. Mehr dazu siehe hier: www.CleanFuelNow.com

Aber dazu müssten die linken und rechten Enden des politischen Spektrums endlich Kompromisse eingehen, wie sie immer als wesentlicher Erfolgsfaktor der Schweiz gegenüber dem Rest der Welt galten. Die aktuelle Blockadepolitik, das Muskelspiel darum, wer die Macht im Lande hat, führt nicht zu Lösungen, sondern zu Stillstand. Wer zum Beispiel kein Inlandziel für die CO2-Reduktion will – dafür git es nachvollziehbare Gründe – muss das Problem mit der Kontrolle lösen. Alles andere ist Augenwischerei.

Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann werden wir irgendwann um Verbote nicht herumkommen, um wenigstens die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern. Der vergangene Sommer sollte als eindringliches Warnzeichen gelten.

Nur ein Beispiel, um das Ausmass dessen zu demonstrieren, was wir als einen der schönsten Sommer der Geschichte erlebten: der Rhein bräuchte mehrmonatigen und flächendeckenden Niederschlag , damit sich die Tiefe der Fahrrinne im Rhein zumindest mittelfristig bessert (Spektrum der Wissenschaft).

Wollen wir unsere Freiheit schützen, müssen jetzt Lösungen her. Diese zu identifizieren, vorzuschlagen und voranzubringen, sachorientiert auf wissenschaftlicher Basis und frei von jeglicher Ideologie, das wäre eigentlich die Aufgabe der FDP.

Und das werden wir uns wahrscheinlich als eine der Kernaufgaben von Forum Futur definieren. («Wahrscheinlich» deshalb, weil die entscheidende Besprechung erst in den kommenden Tagen stattfindet und dann erst definitiv entschieden wird. Bis dahin ist dies nur meine persönliche Meinung.)

Die Ereignisse überschlagen sich genauso wie die Besorgnis erregenden Nachrichten von der Klimafront. Dass über die Gründung von Forum Futur in der Republik berichtet wurde, kam überraschend und schnell. Weitere News folgen.

P.S. In den Worten eines Parteikollegen:

Ja, ich will! Ich will die Vision einer CO2-freien Schweiz, Ja ich will dies mit liberalen Ansätzen, ich glaube an unseren Erfindergeist und unser Können. Dafür brauchen wir einen schlanken Staat, der Leitplanken setzt und effizient arbeitet.
Ja, der Staat soll bei 35% des BIP gedeckelt werden. Wir benötigen ein neues Jahrhundert mit industrieller Innovation. Deshalb sind wir FDP.

Wahlkampfversprechen – alles nur gelogen?

Kürzlich fragte mich ein Bekannter, ob ich ihm einen Arbeitsplatz geben könnte – wegen meines Versprechens, mich im Gemeinderat in Dietikon für nachhaltige Arbeitsplätze zu engagieren. Bei passender Qualifikation könnte ich das und habe ihm das auch geschrieben. Das Beispiel zeigt aber ein grosses Missverständnis auf.  „Wahlkampfversprechen – alles nur gelogen?“ weiterlesen

Neue Studie aus Deutschland untermauert: Dietikon übernimmt Pionierrolle bei der Energiewende

Im Unterschied zu den konventionellen liefern erneuerbare Stromquellen sehr unregelmässig Strom, denn die Sonne scheint und der Wind weht mal mehr und mal weniger. Und die Wasserkraft liefert saisonal Strom, je nach Schnee- und Eisschmelze und Niederschlagsmengen.

Deshalb gilt: je mehr erneuerbaren Strom wir produzieren, desto grösser die Schwankungen an verfügbarem Strom. Und je grösser diese Schwankungen, desto grösser die Mengen an zeitweiligem Überschussstrom, der gerade nicht gebraucht wird. Und was hat das mit Dietikon zu tun? „Neue Studie aus Deutschland untermauert: Dietikon übernimmt Pionierrolle bei der Energiewende“ weiterlesen

Dietikon wird Standort der ersten kommerziellen Power-to-Gas-Anlage und zeigt der Welt, wie man die Energiesektoren koppeln kann (und muss)

Letzte Woche erlebte ich eine Präsentation, die es in sich hatte. Dietikon wird zum Meilenstein einer neuen Energiepolitik. Doch eins nach dem anderen…

Als meine Frau und ich vor zwei Jahren nach Dietikon kamen,  geschah dies in einer sehr zuversichtlichen Aufbruchstimmung. Wir hatten im Limmat Tower eine Wohnung gekauft, dem brandneuen Markenzeichen des neuen Stadtteils Limmatfeld. Und im Limmattal, einer der prognostizierten Wachstumsregionen im Raum Zürich sahen wir viel Potential für die Zukunft, liegt doch Schlieren um die Ecke, wo in den letzten Jahren eine lebendige Startup-Szene entstanden ist. Dietikon wäre die nächste logische Destination für Innovation.

Dann lernte ich den Standortförderer Michael Seiler kennen, der sich zum Ziel gesetzt hatte, in Dietikon Green Innovation zu unterstützen und vermarkten. Weil das auch meiner Vision entspricht, luden wir schliesslich gemeinsam gleichgesinnte Unternehmer aus Dietikon zu einer Gruppe ein, um gemeinsam etwas in Richtung Green Innovation zu machen.

Bei einem ersten Lunch-Meeting diskutierten wir die Idee, beim zweiten vor einer Woche gab es eine Präsentation über ein Projekt, dass Dietikon zum Hotspot auf der Landkarte der nachhaltigen Innovationen machen wird. Dabei ging es um ein Thema, das mich schon seit 3 Jahren beruflich begleitet:  Power-to-Gas und klimafreundlicher Sprit für die Zukunft.

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