Es ist schon verrückt, dass Lobbyisten für mehr Transparenz beim Lobbying lobbieren müssen…

Am 26. Januar 2018 hat die Schweizerische Public Affairs Gesellschaft  SPAG als Reaktion auf einen Vorschlag der Staatspolitischen Kommission des Ständerats (SGP-SR), den sie als Transparenz verhindernd betrachtet die folgende Medienmitteilung veröffentlicht. Da ich Mitglied bei der SPAG bin, möchte ich sie hier publizieren. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass die SPAG ihren Mitgliedern strenge Vorschriften zur Transparenz macht und nicht aufhört, einen guten Vorschlag nach dem anderen zu präsentieren, die Transparenz beim Lobbying zu erhöhen und zu verbessern. Doch ausgerechnet die Profi-Lobbyisten scheitern mit ihrem Lobbying für transparentes Lobbying permanent am Parlament, dem so viel Transparenz wohl nicht ganz geheuer zu sein scheint.  „Es ist schon verrückt, dass Lobbyisten für mehr Transparenz beim Lobbying lobbieren müssen…“ weiterlesen

CO2-Sanktionen und Strategischer Campaigning Grundsatz Nr. 2

Das folgende Beispiel zeigt auf, wie man den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 2 – die Agenda kontrollieren – in der Praxis umsetzen kann, speziell die Interpretationen «Kann man die gegnerischen Argumente erahnen, nimmt man ihnen den Wind aus den Segeln» und «das Gebiet der Auseinandersetzung selbst bestimmen».

Seit 2013 ist die Climeworks AG ein Kunde meiner Agentur business campaigning Switzerland GmbH. Climeworks ein Startup, das einen CO2-Kollektor entwickelt hat. Dieser filtert kostengünstig und energieeffizient CO2 aus normaler Umgebungsluft. (Die Idee für den Namen CO2-Kollektor stammt dabei von uns.) Mit diesem CO2 als Rohstoff, sowie Wasser und erneuerbarem Strom produziert Audi Sprit für Autos. Im Prinzip handelt es sich um nichts anderes als eine Umkehr des Verbrennungsprozesses, der im Motor passiert. Die Vision von Climeworks ist ein geschlossener Kohlenstroffkreislauf, durch den heutige Fahrzeuge praktisch klimaneutral gefahren werden können, denn der (synthetische) Treibstoff stammt ja aus der Luft und man benötigt keine fossilen Erdölquellen mehr. Weitere Informationen gibt es hier: www.CleanFuelNow.com.

Audi möchte im Jahr 2016 eine Produktionsanlage für synthetische Treibstoffe in der Schweiz bauen. Allerdings gibt es noch ein Hindernis, das nur die Politik aus dem Weg räumen kann: die CO2-Emissionsvorschriften, die im Juli 2012 in Kraft getreten sind. Sie schreiben für die Fahrzeugflotten der Auto-Importeure eine Reduktion des CO2-Ausstosses bis Ende 2015 auf durchschnittlich 130 Gramm vor – analog zum Ziel, das die EU festgelegt hat. Wer den Grenzwert überschreitet, muss CO2-Sanktionen zahlen, ab dem vierten Gramm den Vollbetrag von 142.50 Franken. Sportwagen mit mehr als 200 Gramm CO2/km können so schnell um 10’000 Franken teurer werden. Und es steht bereits die nächste Verschärfung an. Die Pläne der EU sehen vor, dass Neuwagen in Europa ab 2020 durchschnittlich nur noch 95 Gramm CO2/km ausstossen dürfen.

Mit diesen CO2-Sanktionen sollen Auto-Importeure dazu angehalten werden, möglichst viele Fahrzeuge der Typen zu importieren, die möglichst wenig Sprit pro Kilometer verbrauchen, man will die Effizienz der Fahrzeugflotte verbessern.

Im Sinne des Klimaschutzes macht dies natürlich Sinn. Das Problem entsteht nun bei den Fahrzeugen, die mit synthetischen Treibstoffen gefahren werden. Obwohl sie dank geschlossenem Kohlenstoffkreislauf praktisch klimaneutral fahren, müssen die Importeure trotzdem CO2-Sanktionen zahlen, wie wenn diese Fahrzeuge mit fossilem Sprit betrieben würden. Dies ist nicht nur in dem Sinne falsch, dass man für etwas bestraft wird, was man gar nicht begeht. Es hemmt auch die Innovation und Investitionen in die Entwicklung und Produktion klimaneutraler synthetischer Treibstoffe.

Climeworks hat uns deshalb ein Mandat erteilt, in der Schweiz eine Anrechnung synthetischer Treibstoffe bei der Berechnung der CO2-Sanktionen zu erreichen, d.h., dass die entsprechenden Fahrzeuge mit einem Wert von Null Gramm CO2 pro Kilometer angerechnet werden können und damit den Gesamt-Durchschnitt senken.

Unterstützung haben wir dabei durch Nationalrat Thomas Böhni (Grünliberale Fraktion) erhalten. Er reichte am 10. Dezember eine Motion ein, um den Bundesrat mit folgendem zu beauftragen:

a. die rechtliche Grundlage im CO2-Gesetz zu schaffen, dass Importeure und Hersteller von Fahrzeugen, welche mit CO2-neutralen, synthetischen, in der Schweiz hergestellten Treibstoffen betankt werden, entsprechend reduzierte CO2-Emissionswerte im Rahmen der Flottenemissionsregelung angerechnet erhalten und

b. ein administratives Verfahren ausarbeiten zu lassen, dass die Anrechenbarkeit auf Einzelfahrzeuge (z.B. analog den Ökoinnovationen) ermöglicht.

Diverse Gespräche mit Umwelt- und anderen Verbänden in den letzten Monaten zeigten uns, dass die Idee zar grundsätzlich auf grosse Unterstützung stiess, dass aber ein Argument kritisch sein könnte: die Befürchtung, mit der Anrechnung werde der Druck auf die Autoiindustrie abgebaut, effizientere Fahrzeuge zu bauen. Denn wenn  «Spritfresser» als klimaneutral angerechnet werden können, wo ist dann der Anreiz, verbrauchsarme Fahrzeuge zu bauen bzw. zu importieren?

Wir wussten zwar um dieses Argument und waren dagegen mit dem Gegenargument gewappnet, dass der Druck gar nicht sinkt, weil bei einem begrenzten Angebot synthetischer Treibstoffe der Durchschnitt der Fahrzeugflotte gleich bleibt, egal welcher Fahrzeugtyp angerechnet wird. Aber damit würden wir immer in der Defensive sein, weil wir dieses Gegen-Argument nur dann würden spielen können, wenn das Argument in die Diskussion geworfen wird. Dieser Punkt bereitete mir Sorgen.

Der Ausweg aus dieser unangenehmen Situation kam mit einem Vorschlag seitens eines der Bundesämter, mit denen wir im Gespräch sind. Dort schlug man Thomas Böhni vor, ob es denkbar sei, die Anrechnung nur für solche Fahrzeuge zu beantragen, die sowieso schon die CO2-Grenzwerte einhalten. Damit würde man den Druck zur Effizienzsteigerung nicht verkleinern. Nach kurzem Überlegen stimmten wir diesem Vorschlag zu. Indem es in der Begründung zur Motion nun heisst

Damit die Ziele des CO2-Gesetzes zur Effizienzsteigerung nicht ausgehebelt werden, kann die Anrechenbarkeit auf Fahrzeuge beschränkt werden, die den entsprechenden CO2-Flottengrenzwert einhalten.

ist dem Argument möglicher Kritiker von vornherein der Wind aus den Segeln genommen. Die Anrechnung wird den Druck zur Effizienzsteigerung nicht abbauen. Und das ist auch gut so.

Für die Kampagne bedeutet dieser Satz, dass der Strategische Campaigning Grundsatz Nr. 2 eingehalten werden kann.

Hier noch der Link zur Motion:

http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20144128

Campaigning Summit Zurich heisst neu Campaigning Summit Switzerland

Campaigning Summit Switzerland 2015 Logo Facebook Profilbild TwitterDer Campaigning Summit geht in die nächste Runde. Mit dem folgenden Newsletter haben wir heute offiziell den Campaigning Summit Switzerland 2015 lanciert.

Menschen, die bewegen – Kampagnen, die bewegen. Das ist wieder das Motto des Campaigning Summits, der am 13. März 2015 zum dritten Mal in Zürich stattfinden wird.
Das Team von business campaigning Switzerland GmbH und alle anderen Supporter und Partner des Campaigning Summits sind schon wieder mitten in den Vorbereitungen.

Heute möchten wir Ihnen die aktuellen News mitteilen, denn davon gibt es so einige für den nächsten Summit:

Neuer Name

Wir haben einen neuen Namen: Campaigning Summit Switzerland. Da in den letzten beiden Jahren Teilnehmer aus allen Teilen der Schweiz, von Genf bis St. Gallen, von Basel bis Lugano, anreisten, soll dies mit einem neuen Namen deutlich zum Ausdruck gebracht werden. Der Campaigning Summit Switzerland ist für die ganze Schweiz gemacht.

Neue Website

Wir haben auch eine neue Website, die Sie unterwww.CampaigningSummitSwitzerland.com finden. Integraler Bestandteil sind Mitmach-Tools, denn wir setzen auch dieses Mal wieder auf die tatkräftige Unterstützung und Weiterempfehlungen durch die Campaigning Summit Community.

Mehr Möglichkeiten zum Networken

Um noch mehr Nutzen zu bieten, im Sinne von Erfahrungsaustausch und als Möglichkeit Gleichgesinnte kennenzulernen, haben wir neu BarCamps ins Programm aufgenommen. BarCamps sind kleine Workshops, die die Sie als Teilnehmer selbst organisieren können. Sie stellen für alle ein zusätzliches Angebot dar, bei dem auf konkrete, individuelle Problemstellungen eingegangen und gemeinsame Lösungsvorschläge erarbeitet werden können. Möchten Sie eine Frage vertiefen, die während eines der Referate auftauchte? Dann können Sie in einer Pause ein BarCamp dazu anbieten. Oder haben Sie jetzt schon ein Thema für ein BarCamp? Es werden während des Campaigning Summits drei Mal Zeitfenster für BarCamps angeboten. Vorschläge und Tipps für die BarCamps können Sie auf unserer neuen Website unterwww.CampaigningSummitSwitzerland/vorschlägemachen einbringen.

Neuerungen Im Programm

Auch 2015 ist Stephan Klapproth mit an Bord. Leider kann er wegen einer anderweitigen Verpflichtung dieses Mal aber nur die Eröffnungsrede halten. Moderation und Gruppendiskussionen werden vom Veranstalter Peter Metzinger und seinem Campaigner-Kollegen Markus Sorg aus Barcelona geleitet. Neu finden die Diskussionen erst nach jedem zweiten Referat statt, dafür aber doppelt so lange. Wer möchte, kann nach 20 Minuten die Diskussion verlassen und sich im Nebenraum einem BarCamp anschliessen. Ebenfalls neu sind die Preise für NGOs und Kleinstfirmen, die wir aufgrund des Feedbacks vom letzten Mal CHF 100.00 günstiger anbieten.

Themenblöcke: Change, Integrale Strategien, Big Data richtig nutzen

Ralf Stüber (Marketingleiter PostFinance) und Sunnie J. Groeneveld (CEO Inspire 925), befassen sich im ersten Block mit Fragen der Unternehmensentwicklung und eher internem Campaigning: Welche Konsequenz zieht die radikale Digitalisierung für traditionelle Branchen mit sich? Wie bereite ich unsere Firma, unser Geschäftsmodell und unsere Mitarbeiter proaktiv auf Veränderungen, wie z.B. die Digitale Transformation vor? Welche Rolle nehmen die Mitarbeiter beim Campaigning ein und wie kann ich sie zum Mitmachen bewegen?

Im zweiten Block werden Daniel Graf (Gamechanger) und Sid Balman (turner4D) den ganzheitlichen Ansatz des Campaignings durchleuchten. Daniel Graf erläutert, wie erfolgreiche Kampagnen den Brückenschlag zwischen Online und Offline meistern. Denn auch wenn wir viele Stunden am Tag online sind, geschieht das wahre Leben immer noch offline, was angesichts der omnipräsenten Digitalisierung nicht vergessen gehen darf. Sid Balman wird eine Antwort darauf geben, mit welchen Strategien man einem aktiven Campaigning entgegentritt und wie man sich in Washington DC Gehör verschaffen kann.

Als Hauptreferentin wird sich Celinda Lake dem Thema Big Data zuwenden und aufzeigen, wie man Big Data richtig nutzt, um gute Strategien zu entwickeln.

Was nicht neu ist

Auch in diesem Jahr gibt es am Vorabend exklusive und kostenlose Workshops. Zum Beispiel zum Thema «Wie vermarkte ich Fleisch für Vegetarier?». Die aktuelle Liste finden Sie hier.

Und auch dieses Mal wird sich der rote Faden des Campaigning über den ganzen Summit spinnen: Campaigning ist die Kunst, alle Register ziehen zu können und Menschen zu bewegen, um effektiv und effizient Ziele zu erreichen.

Handeln Sie jetzt

Schnellentschlossene sparen bares Geld mit den Pioneer-Tickets. Bis zum 22. November sparen Sie CHF 90.- gegenüber dem regulären Ticket. Denken Sie auch an andere. Machen Sie drei Bekannten eine Freude, indem Sie ihnen diesen Newsletter weiterleiten.

Happy Campaigning,
Peter Metzinger und das business campaigning Switzerland Team

Machen Sie mit.

Die Hauptsponsoren des Campaigning Summits Switzerland sind business campaigning Switzerland GmbH, PostFinance AG, und die ‚Persönlich‘ Verlags AG.

Weitere Sponsoren und Supporter sind immer willkommen. Haben Sie Vorschläge?