Mission Ozonloch – Wie wir die Erde gerettet haben

Weil ich selbst Ende der Achtziger in der Ozonloch-Forschung tätig war und bei Greenpeace-Kampagnen zum Stopp der FCKW-Produktion mitwirkte, dauerte es ein Jahr, bis ich die Dokumentation „Mission Ozonloch – Wie wir die Erde gerettet haben“ von Arte TV heute anschaute. Ich erwartete nichts Neues. 

Aber als ich sie eben doch sah, war ich verblüfft angesichts der Parallelen zur heutigen Klimadiskussion. 

Wissenschaftler wurden zuerst ignoriert, dann geächtet, dann hat man ihnen zugehört. Und dann erkannte man auf einmal noch, dass ihre ersten Warnungen noch viel zu sehr untertrieben waren und alles viel schneller passierte, als noch kurz vorher befürchtet.

Erzliberale Politiker stritten zuerst alles ab, hörten dann aber zu und setzten dann aufgrund wissenschaftlicher Fakten und unter Beachtung des Vorsorgeprinzips mutige Entscheidungen und Verbote (!!) durch, wozu es aber zuerst noch technische Alternativen brauchte. 

Es ging um nicht mehr als um die Lebensfreundlichkeit unseres Planeten. 

Die Dokumentation ist spannend wie ein Krimi und ebenso mit Emotionen gepackt. Die perfekte Unterhaltung für einen gemütlichen Sonntag. Online kann man sie z.B. hier schauen.

Auf die Gefahr hin, dass sie wegen Urheberrechtsverletzungen wieder gelöscht wird (in einigen Ländern wurde sie sofort nach dem Hochladen gesperrt), habe ich sie auf Youtube hochgeladen.

Denn man kann die Dokumentation sonst nirgends finden und sie ist zu wichtig angesichts der Katastrophe, auf die wir zusteuern.

Ich würde mich beeilen mit Anschauen!

Ozeane: Immer mehr Ausreißer-Ereignisse

«Typischerweise reagieren die Ozeane nur langsam auf Klimaveränderungen. … Doch als die globale Erwärmung sich beschleunigte, begann auch die Zahl der Temperatur-Ausreißer anzusteigen. … Insgesamt könnte dadurch die Artenvielfalt und Produktivität der Meeresökosysteme abnehmen, wie die Forscher berichten. … Historische Erfahrungen werden weniger relevant. Um erfolgreich zu sein, müssen Institutionen, darunter Unternehmen, Gemeinden, Managementagenturen und Regierungen, sich Strategien aneignen, die nach vorn statt nach hinten schauen», betonen die Forscher.

Letzteres ist für Campaigner eigentlich schon lange seläbstverständlich. Meine Firma hies ursprünglich mal «4C – Campaigning and Crisis Communication Consulting», wobei 4C als «foresee» ausgesprochen wurde – vorausschauen. Darin liegt begründet, warum ich mich so sehr für die neuesten Technologien, Techniken und Strategien im Campaigning und Innovation im allgemeinen interessiere und mir beim Thema Klimawandel primär Gedanken über Chancen und Gefahren mache, statt den Status Quo zu betrachten und mich auf vergangene Erfahrungen abzustützen.

— Weiterlesen www.wissenschaft.de/erde-klima/ozeane-immer-mehr-ausreisser-ereignisse/

Climate change: 12 years to save the planet? Make that 18 months

There’s a growing consensus that the next year-and-a-half are key in the battle against rising temperatures.
— Weiterlesen www.bbc.com/news/science-environment-48964736

Klimawandel: Permafrost-Boden weicht auf – 70 Jahre zu früh! – FOCUS Online

In der Arktis weicht der Permafrostboden derzeit mit ungeheurer Geschwindigkeit auf – schuld ist der Klimawandel. Messungen zeigen, dass in einigen kanadischen Regionen der Boden bereits so stark abgetaut ist, wie Klima-Experten es eigentlich erst für das Jahr 2090 erwartet hatten.
— Weiterlesen m.focus.de/wissen/klima/klimawandel-permafrost-schock-70-jahre-zu-frueh-neue-daten-erschuettern-forscher_id_10842134.html

Solares Kerosin zum Fliegen bringen | ETH Zürich

5 Rappen pro Liter Kerosin würden reichen!

— Weiterlesen www.ethz.ch/content/main/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2019/06/blog-nachhaltiges-fliegen-patt.html

In jeder Krise steckt eine Chance – so auch für Dietikon in der Klimakrise

Gemeinderat Andreas Wolf (Grüne) wollte vom Stadtrat wissen, wie sich der Klimawandel auf Dietikon auswirkt, was die Stadt dagegen zu tun gedenkt und was das kostet. Fragen und Antworten kann man hier nachlesen.

Im Rahmen der Diskussion der Antworten habe ich am Donnerstag während der Gemeinderatssitzung konkrete Vorschläge seitens FDP vorgetragen, wie Dietikon die Chancen packen kann, die in der Klimakrise stecken: nachhaltige Arbeitsplätze durch Innovation schaffen.

Hier meine Rede, die man demnächst hier auch hören kann:

Diese Woche wurde wieder ein Rekord veröffentlicht: der höchste CO2-Gehalt, der je gemessen wurde. Die Antwort des Stadtrates hat bestätigt, was heutzutage jedes Schulkind weiss: der Klimawandel kommt, er kommt schneller und heftiger als noch vor kurzem prognostiziert, er betrifft uns alle, auch lokal und wir haben zu lange nichts dagegen unternommen.

Nun leuchtet es sicher auch den streikenden Schülern ein, dass wir mit lokalen Massnahmen nicht die Welt retten können, aber genauso wie die Menschheit kein anonymer globaler Organismus ist, sondern aus Individuen besteht, die es geschafft haben, durch ihr Handeln das während 10000 Jahren stabile Klimasystem durcheinanderzubringen, genauso muss jeder für sich selbst in Eigenverantwortung die richtigen Massnahmen zum Abdämpfen der schon gar nicht mehr zu verhindernden Katastrophe unternehmen.

Aber.. leider reicht das nicht.

„In jeder Krise steckt eine Chance – so auch für Dietikon in der Klimakrise“ weiterlesen

Wie man eine Flugticketabgabe sinnvoll verwenden könnte, auch wenn sie klein ist (ergänzt)

Kürzlich habe ich in Dietikon Marcel Hänggi getroffen, den Initianten der Gletscher-Initiative. Dabei kam mir eine Idee, wie man eine Flugticketabgabe auch dann noch sinnvoll erheben könnte, wenn sie so klein ist, dass sie keine Lenkungswirkung entfaltet (täte sie das gäbe es bekanntlich einen Aufsachrei und Ausweichmanäver).

Marcel Hänggi erzählte mir von einem Vorschlag, den Prof. Anthony Patt von der ETH hat. Ziel der Idee ist es, die Produktionskosten für synthetisches Kerosin mit der Zeit so weit zu senken, dass man in Zukunft mit diesem erneuerbaren Treibstoff klimaneutral fliegen kann. Gerade für die Fliegerei ist das wichtig, denn kein Energieträger hat eine höhere Dichte, als Kohlenwasserstoffe, weshalb sie für die Fliegerei viel interessanter und effizienter sind als Batterien.

Prof. Patt schlägt vor, dass man der Airline-Industrie eine ganz kleine Mindestmenge synthetisches Kerosin zum Beimischen vorschreibt. Diese Menge ist so klein, dass die sonst viel zu hohen Kosten für diesen Treibstoff keine Rolle spielen. Durch die trotzdem grossen Mengen sinken die Produktionskosten mit der Zeit. Parallel steigt die vorgeschriebene Menge zuverlässig gemäss klaren Vorgaben. Irgendwann ist man dann im wirtschaftlich tragbaren Bereich ist.

Soweit die Idee von Prof. Patt. Da wir aus Gründen der politischen Kompromissfindung kaum um eine Flugticketabgabe herumkommen, kam mir dann die Idee, diese mit einer vorübergehenden (!!!!) Flugticketabgabe zu kombinieren, wie von Ständerat Ruedi Noser vorgeschlagen, zur Förderung neuer Technologien:

Die Flugticketabgabe dient als Kompensation für die Airlines, um die (geringen) Mehrkosten, die diesen durch das synthetische Kerosin entstehen, zu kompensieren. Somit wäre die Beimischung für die Airline-Industrie kostenneutral und entsprechend auch kein Widerstand von dieser Seite zu erwarten. Und die Airline-Industrie würde die Weiterentwicklung von Direct Air Capture (DAC) zur Serienreife und die damit einhergehende Kostenreduktion durch Skaleneffekte finanzieren.

Ich muss zugeben, dass eine solche Vorschrift nicht besonders liberal ist, wenn man den Gesamt-Kontext ausser Acht lässt. Darin jedoch handelt es sich wohl um die liberalste und innovativste Idee zur Lösung eines Problems, die so dringend benötigt wird, dass wir Gefahr laufen, in unserem Handlungsspielraum immer mehr eingeengt zu werden.

Ich freue mich auf die Diskussion.

Nachtrag vom 13. Juni 2019

Der folgende Artikel zeigt die Probleme der Luftfahrtindustrie auf, die die dargestellte Idee lösen helfen könnte: 

http://www.airliners.de/synthetische-treibstoffe-retter-luftfahrt-klimabilanz/50510

 

Ohne das Waldsterben wäre der ÖV in der Schweiz nicht das, was er ist

Ein sehr Gastkommentar von Benedikt Weibel in der Limmattaler Zeitung:

„Die grossen Krisen der Gegenwart sind alle schleichend: der Klimawandel, der unaufhaltsame Anstieg der Gesundheitskosten, die immer prekärer werdende Finanzierung der Altersvorsorge. Was tun wir dagegen? Wir verdrängen und betreiben Pflästerlipolitik.

Nun kommen diese jugendlichen Klimaaktivistinnen und -aktivisten und halten uns den Spiegel vor. Sie haben recht, es geht um ihre Zukunft. Dieses Momentum sollten wir jetzt ergreifen und Nägel mit Köpfen machen.“

Nur in einem Punkt bin ich anderer Meinung. Es heisst immer, das Waldsterben sei übertrieben gewesen, weil der Wald gar nicht gestorben ist. Bei dieser Argumentation wird völlig unterschlagen, dass die Diskussion konkrete Massnahmen zur Luftreinhaltung auslöste. Der Katalysator wurde zur Pflicht, Kohlekraftwerke mit Rauchgasreinigung ausgestattet und – wie hier geschildert – der ÖV ausgebaut. Wenn man davon ausging, dass diese Massnahmen wirksam waren – und nur dann haben sie Sinn gemacht – dann ist die Ursache für das Ausbleiben des Wald-Todes wohl eher im Erfolg dieser Massnahmen zu sehen als in einer Hysterie der Übertreibung. Gleiches gilt übrigens bei der nächsten Grippewelle, die dank Prophylaxe erfolgreich bekämpft wird. Da wird es nachher dann auch wieder heissen, die Angst sei übertrieben gewesen…

epaper-service.azmedien.ch/Nachrichten/MEI-OBEN-LINKS-p1046745.html

Das angeblich fehlende Umweltbewusstsein der FDP ist auch eine Folge falschen Denkens

Als ich vor vielen Jahren die Mitglieder der FDP im Kreis 3 in Zürich kennenlernte und selbst noch kein Mitglied war, war ich überrascht, wie viele von ihnen in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz die gleiche Position vertraten, wie ich.

Von aussen hatte die Partei ja schon damals das Image, nicht besonders umweltbewusst zu politisieren. Doch am mangelnden Bewusstsein fehlte es nicht. Vielmehr herrschte Einigkeit, dass man Umweltschutz viel schneller und besser durch Innovationen erreicht, als durch Verbote, die erstens jederzeit wieder aufgehoben werden können und zweitens im Widerspruch zu einer liberalen Lebens – und Wirtschaftsweise stehen.

Wie ich schon in meinen letzten beiden Beiträgen auf diesem Blog dargelegt habe, sind viele Lösungen schon da, andere müssen noch entwickelt werden, aber so oder so werden es Unternehmer und Unternehmen sein, die sie an den Markt bringen und uns damit wesentlich schneller in eine nachhaltige Wirtschaftsweise führen, als dies durch die ewigen Streitereien möglich sein wird, die entstehen, wenn man anderen versucht, eine bestimmte Lebensweise aufzuzwingen.

An diesem falschen Image ist aber auch Smartvote schuld. Anfang letztes Jahr schon habe ich kritisiert, dass man dort als wenig umweltbewusst eingestuft wird, wenn man Unweltpolitik nicht mit Verboten betreiben will. So erging es auch mir.

Das macht aber doch keinen Sinn. Entscheidend für das Umweltbewusstsein sollte doch sein, welche Priorität man einer nachhaltigen Wirtschaftsweise einräumt und was man alles unternimmt, um diese zu ermöglichen. Verbote sind nur ein Teil des Repertoires, dass einem zur Verfügung steht. Dass dieses bei Smartvote überbewertet wird bzw. sogar als fast das einzige Kriterium gilt, ist ein grober Fehler im System.

Er führt dazu, dass Politiker/innen, die sehr wohl sehr umweltbewusst sind und auch sehr viel für den Schutz der Umwelt konkret unternehmen – wie zum Beispiel FDP-Kantonsrat Andreas Geistlich – bei Smartvote als wenig umweltbewusst eingestuft werden. Es wäre höchste Zeit, dass man das endlich mal korrigiert.

Mit dem Teufel den Beelzebub austreiben?

Wie der Sonntagszeitung gestern zu entnehmen war, will FDP-Nationalrat und Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler das Klima retten, indem die Schweiz die Entwicklung neuer Atomtechnologien fördert.

In der Kristallkugel hat er eine neue Generation ungefährlicher und sauberer Atomkraftwerke entdeckt. Sie könnten, prophezeit Bigler, die Welt vor dem Klimakollaps bewahren, weil man mit diesen neuen Atomkraftwerken dann so viel Strom produzieren kann, dass es kein Erdöl mehr braucht. Man dürfe bloss die Entwicklung neuer Atomtechnologien nicht bremsen. Seine Atomlobby wird ihm danken für diesen Werbespruch. Es ist zwar möglich, dass es in 50 Jahren sichere Kernenergie gibt. Ein Mittel im Kampf gegen den Klimawandel wird sie aber nicht sein. Denn in 50 Jahren ist es zu spät. Der Vorschlag, nun einfach auf das Atomwunder zu warten, ist fatal.

Dieser Analyse schliesse ich mich weitgehend an. Es gibt aber noch drei viel gewichtigere Gründe gegen diesen Vorschlag:

  1. Eine Lösung dafür, den hochradioaktiven Müll für mindestens 200’000 Jahre sicher zu lagern, ist noch nirgendwo in Sicht, auf das Finden einer solchen Lösung zu wetten, in höchstem Masse riskant.
  2. Wir werden uns so über die Atomkraft lange streiten, bis es sowieso zu spät ist.
  3. Wir brauchen keine Atomkraft in der Schweiz. Die 40% Atomstrom können wir viel schneller mit erneuerbarem Strom ersetzen. Erst recht, wenn wir das Geld, das für die Entwicklung neuer AKWs benötigt würde, in den Ausbau der Erneuerbaren stecken; wenn wir es schon unbedingt ausgeben müssen…

Setzen wir lieber auf Innovation. Das bringt Arbeitsplätze für die Zukunft und macht uns energetisch unabhängig vom Ausland.