Norsk E-Fuel will erneuerbaren Treibstoff für Flugzeuge produzieren

Das Industriekonsortium Norsk E-Fuel baut in Norwegen zusammen mit weiteren Projektpartnern die erste kommerzielle Anlage zur Herstellung synthetischen Kerosins. Die Produktion wird ausschliesslich mit Ökostrom angetrieben. Schon in 6 Jahren will man so viel synthetisches Kerosin betreiben, dass damit 5% des jährlichen Bedarfs von Zürich-Kloten gedeckt werden könnten.

Die Wende kommt schneller als gedacht. Auch die Schweiz wäre ein guter Standort, denn nachdem der Nationalrat beschlossen hat, dass ein erheblicher Teil der Flugticketabgabe dafür verwendet werden kann, synthetisches Kerosin gegenüber fossilem konkurrenzfähig zu machen (eine Idee von ETH-Prof. Anthony Patt, Nationalrat Martin Bäumle und mir, wie Martin Bäumle hier im Nationalrat verdeutlicht), hat die Schweiz politisch weltweit die besten Rahmenbedingungen, um sowohl das Klima zu schützen als auch den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft voranzutreiben und entsprechend neue Arbeitsplätze zu schaffen und alte im Gewerbe zu erhalten, so dass wir „den Fünfer und das Weggli“ haben können.

Voraussetzung: es gibt kein Referendum gegen das neue CO2-Gesetz oder das Referendum scheitert an der Urne. Deshalb Ja zum neuen CO2-Gesetz.

— Weiterlesen www.erneuerbareenergien.de/norsk-e-fuel-will-erneuerbaren-treibstoff-fuer-flugzeuge-produzieren

Forschungsresultat: Synthetisches Kerosin setzt 30- bis 100-mal weniger Russvorläufer frei als herkömmliches

Seit ich am 7. Juni 2019 zum ersten Mal die Idee lancierte, man könne eine Flugticketabgabe statt nur zur Lenkung auch dazu nutzen, die Mehrkosten für den Umstieg auf synthetisches Kerosin zu finanzieren, kam immer wieder das Argument, es würde nicht ausreichen, CO2-neutral zu fliegen.

Denn die Russpartikel beziehungsweise Aerosole, die aufgrund der unreinen Verbrennung ausgestossen werden, führen zur Bildung von Wolken, die einen zusätzlichen Treibhauseffekt verursachen, wodurch man eigentlich 2.5 Mal so viel CO2 vermeiden beziehungsweise der Atmosphäre entziehen müsste, als nur das direkt ausgestossene.

Mir war aber schon immer klar, dass das so nicht ganz stimmen kann. Denn synthetische, mit Power-to-X produzierte Treibstoffe sind viel reiner als fossile, weil man die Qualität bei der Produktion viel besser steuern kann. Somit sollten sie auch deutlich weniger Aerosole freisetzen.

Wie viel, hat nun eine Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt im Kopernikus-Projekt P2X gezeigt: bis zu 30- bis 100-mal weniger. Damit dürfte das Argument vom Tisch sein. Wenn überhaupt, braucht es nur noch ein wenig zusätzliche Kompensation. Wie viel genau, werden wir sicher auch bald wissen.

Somit heisst es, weitermachen auf dem Weg zur CO2-neutralen Fliegerei mit synthetischem Kerosin.

Hier geht es zur Analyse.

FDP-Fachkommission Umwelt & Energie des Kantons Zürich steht hinter der Flugticketabgabe

Unter dem Titel «Verabschiedung des CO2-Gesetzes» hat die NZZ heute den folgenden Leserbrief von mir veröffentlicht, im Namen der FDP-Fachkommission Umwelt & Energie des Kantons Zürich:

Die NZZ vom 24. 4. 20 berichtet, dass bürgerliche Politiker die Einführung einer Flugticketabgabe verschieben wollen. Als Mitglieder der FDP-Fachkommission Umwelt & Energie des Kantons Zürich lehnen wir eine solche Verschiebung klar ab. Die Umweltproblematik ist eine ernsthafte Gefahr für die Zukunft der Menschen. An dieser Gewissheit hat sich durch die Corona-Krise nichts geändert. Deshalb unterstützen wir weiterhin eine rasche Verabschiedung des CO2-Gesetzes, das sich auf der Zielgeraden befindet – Flugticketabgabe inklusive. Im vergangenen Jahr hatte sich die FDP dazu bekannt, der Umwelt- und Energiepolitik mehr Gewicht beizumessen und griffige, liberale Ansätze zu entwickeln.

So stimmten am 22. Juni die Delegierten mit grosser Mehrheit für eine Flugticketabgabe, die einen Klimaschutzfonds mitfinanzieren soll. Die Idee basierte auf einem Vorschlag, den der Schreibende zusammen mit ETH-Professor Anthony Patt und Nationalrat Martin Bäumle ausgearbeitet hatte, unterstützt von den FDP-Ständeräten Damian Müller und Ruedi Noser. Demnach soll die Flugticketabgabe als Anschubfinanzierung dienen, um den Aufbau einer industriellen Produktion von CO2-neutralem, erneuerbarem Kerosin zu ermöglichen. Experten sind sich einig, dass einzig der Einstieg in die Fliegerei mit synthetischem Kerosin einen Ausweg aus der Klimakrise bietet. Wir sollten nun also die Chance in der Corona-Krise nutzen und den Wiederaufbau der Wirtschaft so nachhaltig gestalten, dass wir dabei auch Lösungen für die Klimakrise vorantreiben, anstatt zu versuchen, die beiden Krisen gegeneinander auszuspielen. Die rasche und vor allem vollständige Umsetzung der Revision des CO2-Gesetzes spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Peter Metzinger, für die FDP-Fachkommission Umwelt & Energie des Kantons Zürich

Weitere Beiträge von mir zum Thema Flugticketabgabe finden sich hier.

Wo man hinschaut, da fährt man hin. Wohin wollen wir?

Jede Motorradfahrerin und jeder Motorradfahrer lernt, in einer Kurve nicht direkt nach vorne zu schauen, sondern ganz weit nach vorne in die Richtung, in die man fahren will. Denn dort, wo man hinschaut, da fährt das Motorrad fast automatisch hin. Es handelt sich um ein sehr einfaches Prinzip, das einem sicher durch die Kurve hilft. Daran sollten wir auch jetzt denken, während der vermutlich schlimmsten Pandemie des Jahrhunderts. (Hoffen wir, dass nicht noch eine schlimmere kommt.)

In welche Richtung wollen wir?

Matthias Horx, «der renommierteste Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum» hat in den Medien seine Erwartungen an die Zeit nach Corona zum Besten gegeben und ich stimme ihm weitgehend zu.

«Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird“, und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt. …

Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre führten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Das hat schon mancher erlebt, der zum Beispiel Intervallfasten probierte – und dem plötzlich das Essen wieder schmeckte. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde, sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.

Wir werden uns wundern, wie schnell sich plötzlich Kulturtechniken des Digitalen in der Praxis bewährten. Tele- und Videokonferenzen, gegen die sich die meisten Kollegen immer gewehrt hatten (der Business-Flieger war besser) stellten sich als durchaus praktikabel und produktiv heraus. Lehrer lernten eine Menge über Internet-Teaching. Das Homeoffice wurde für Viele zu einer Selbstverständlichkeit – einschließlich des Improvisierens und Zeit-Jonglierens, das damit verbunden ist.

Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Das Virus brachte eine neue Kultur des Langtelefonieren ohne Second Screen hervor. Auch die „messages“ selbst bekamen plötzlich eine neue Bedeutung. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden mehr zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit.

Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war). Bücher lesen wurde plötzlich zum Kult. …

Erstaunlicherweise machen viele in der Corona-Krise genau diese Erfahrung. Aus einem massiven Kontrollverlust wird plötzlich ein regelrechter Rausch des Positiven. Nach einer Zeit der Fassungslosigkeit und Angst entsteht eine innere Kraft. Die Welt „endet“, aber in der Erfahrung, dass wir immer noch da sind, entsteht eine Art Neu-Sein im Inneren. Mitten im Shut-Down der Zivilisation laufen wir durch Wälder oder Parks, oder über fast leere Plätze. Aber das ist keine Apokalypse, sondern ein Neuanfang.

Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahr-Nehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es manchmal gerade der Bruch mit den Routinen, dem Gewohnten, der unseren Zukunfts-Sinn wieder freisetzt. Die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch im Besseren.

Jede Tiefenkrise hinterlässt eine Story, ein Narrativ, das weit in die Zukunft weist. Eine der stärksten Visionen, die das Coronavirus hinterlässt, sind die musizierenden Italiener auf den Balkonen. Die zweite Vision senden uns die Satellitenbilder, die plötzlich die Industriegebiete Chinas und Italiens frei von Smog zeigen. 2020 wird der CO2-Ausstoss der Menschheit zum ersten Mal fallen. Diese Tatsache wird etwas mit uns machen.

Wenn das Virus so etwas kann – können wir das womöglich auch? Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt.»

Ganz ähnliche Gedanken hatte ich mir auch schon gemacht. Denn was Matthias Horx da beschreibt, passiert schon jetzt. Ich könnte viele Beispiele nennen. Gestern schrieb mir ein Kollege aus dem Gemeinderat Dietikon, er beobachte gerade ein Elstern-Paar, das ein Nest baute. Wann zuvor hatte er wohl das letzte Mal die Musse, einfach nur aus dem Fenster zu schauen? Die Menschen gehen auf einmal wieder hinaus in die Natur, weil sie genug von den Horror-News haben und die Kneipen geschlossen sind.

Wir erleben einerseits eine Entschleunigung des Alltags und andererseits eine erhebliche Steigerung der Produktivität; bei den Firmen, die noch Arbeit haben und digital gerüstet sind.

Zumindest mir geht es so, denn nach Jahren des Werbens für Video-Meetings statt physischer Meetings, machen meine Klienten und Partner endlich mit (es bleibt ihnen ja auch gar nichts mehr übrig). Seit der dritten Februarwoche, als wir uns freiwillig in Quarantäne begaben, um nicht zur viralen Verbreitung beizutragen, habe ich ganz viel Reisezeit eingespart und in den ersten beiden Wochen so viel Fortschritt bei bei meinem vierten Buch gemacht, einem Campaigning-Manual, wie zuvor nicht in zwei Jahren.

Sehr viele von uns haben nun mehr Zeit zum Lesen, zur Achtsamkeit auf die kleinen Dinge und für die Pflege der mitmenschlichen Beziehungen. Denn im Videochat kann man sich spontaner treffen, als in der Realität. (Das ist kein Widerspruch zum Gegentrend, dem Ansteigen häuslicher Gewalt und von Depressionen. Es passiert beides. )

Wir sollten uns nun auch Zeit zum Nachdenken nehmen und uns die Frage des Motorradfahrers stellen: In welche Richtung soll es gehen?

In jeder Krise stecken neben den Gefahren auch noch Chancen. Das chinesische Schriftzeichen für Krise besteht deshalb aus zwei Zeichen, einem für Gefahr und einem für Chance.

Liegt es am Bewusstsein hierfür, dass die asiatische Welt, anders als die westliche, so schnell und entschlossen reagiert hat? Weil man die Chancen im vorübergehenden Opfern der Produktivität erkannte?

Die kleine Schweiz ist aktuell weltweit an 9. Stelle bei der absoluten Zahl der offiziell Erkrankten. Obwohl diese Zahl sicher noch zu klein ist, weil sie in Bern noch mit dem Zählen von Faxen beschäftigt sind. («Kontrollverlust beim Bundesamt für Gesundheit: «Die Zahl der Todesfälle haben wir aus Wikipedia entnommen») Im besten Fall werden wir über 5’000 Tote beklagen zu haben, wahrscheinlich sind sogar zehntausende.

Eine Bekannte sagte vorgestern, in Italien hätten sie die Wirtschaft geopfert, um die Menschen zu schützen, in der Schweiz die Menschen, um die Wirtschaft zu schützen. Ich bin mir da nicht so sicher. Unsere Regierung hätte zwar schneller handeln müssen, konnte es aber nicht, weil sich zu viele Bürgerinnen und Bürger weigerten, die alte Welt loszulassen, die schon nicht mehr zu retten war, als der erste Infizierte im Tessin diagnostiziert war. Die alte Welt vor Corona, wie wir sie kannten und die wir für so unerschütterlich sicher hielten, ist vorbei. Ich würde eher sagen, wir haben unsere Menschen und – weil wir zu lange zögerten auch noch – unsere Wirtschaft geopfert, um eine Nostalgie zu schützen, die sowieso schon hoffnungslos verloren war, nämlich die Welt vor Corona.

Mit dem Blick auf die Chancen hätte man vielleicht schneller handeln können. Seit zwei Tagen gibt es in China keine Neuansteckungen mehr, in Italien sterben die Menschen aber immer noch, das Land hat China bei der Zahl der Toten schon überholt.

Was also nun tun, in welche Richtung wollen wir uns bewegen?

Seit Jahrzehnten fordern Wissenschaftler und Umweltschützer, dass die Klimakrise ernst genommen wird. Dabei erging es uns wie dem Arzt in Wuhan, der vor dem neuen Corona-Virus warnte. Man hat uns nicht ernst genommen. Dann kam Greta. Nun Corona. Man darf Fehler machen, aber man sollte daraus lernen.

Die durch menschliche Aktivitäten verursachten CO2-Emissionen legen 2020 eine Pause an, aber wenn wir nichts ändern, werden sie weiter ansteigen und die Welt wird auf bestem Weg sein, sich um 3° C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu erwärmen (globale Durchschnittstemperatur).

Die Klimakrise ist langsam und – aber nicht weniger real und nicht weniger tödlich als Corona. So wie wir eigentlich wussten, dass es jederzeit zu einer Pandemie globalen Ausmassen kommen könnte und zu lange die Augen davor verschlossen haben, haben wir auch die notwendigen Massnahmen gegen die Klimakatastrophe auf die lange Bank geschoben.

Die Coronakrise beweist, dass es möglich ist, dramatische Veränderungen zustande zu bringen, um Leben zu retten. Anders als beim Coronavirus müssen wir beim Klimawandel aber nicht so überstürzt handeln. Wir können uns ein klein wenig mehr Zeit lassen.

«Nach» Corona müssen wir unsere Wirtschaft neu gestalten. Wir werden sie digitalisieren und hoffentlich rundum erneuern, um in Zukunft besser gewappnet zu sein.

Ganz sicher braucht es dazu Konjunkturprogramme und andere unterstützende Massnahmen durch den Staat.

Wenn wir dies schon tun müssen, dann sollten wir die Transformation ausnahmslos so gestalten, dass sie in Richtung Klimawandel-Minimierung und nachhaltige Kreislaufwirtschaft führt.

Eine solche Chance wie jetzt, nachdem uns zuerst ein kleines Mädchen die Augen geöffnet hat und dann ein kleines Virus eine Vollbremsung verpasste, werden wir rechtzeitig nicht mehr bekommen. Die Coronakrise beinhaltet deshalb auch einen Funken Hoffnung, dass wir beim Klimawandel die Kurve vielleicht doch noch kratzen. Nutzen wir sie. Mit Zuversicht in die Zukunft.

Wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur CO2-neutralen Luftfahrt erreicht

Die nationalrätliche Umweltkommission hat heute bekanntgebeten, dass sie den von ETH-Prof. Anthony Patt, Nationalrat Martin Bäumle und mir lancierten Vorschlag unterstützt, durch steigende Beimengungs-Quoten den Airlines zu ermöglichen, bis zum Jahr 2050 CO2-neutral mit synthetischem Kerosin zu fliegen. Nur so schaffen wir es, zum notwendigen Zeitpunkt auch die Langstrecken-Fliegerei CO2-neutral zu machen. Die einzige Alternative wäre ein totales Flugverbot für alle. Dass das nicht in Frage kommt, muss ich wohl nicht extra erwähnen.

„Um umweltschonende Technologien im Flugsektor vorwärtszubringen, erwähnt die Kommission diese ausdrücklich im Gesetzestext. Ihren Beschluss vom Januar, wonach Forschung und Innovation im Bereich der Luftfahrt gefördert werden soll, hat sie präzisiert: Die Fondsmittel sollen auch für die Entwicklung von erneuerbarem Flugtreibstoff eingesetzt werden können. Dabei dürften die Förderbeiträge für erneuerbare Treibstoffe bis zu 80 Prozent der Mehrkosten gegenüber fossilem Kerosin decken. Anfänglich sind maximal 100 Millionen Franken pro Jahr dafür vorgesehen. Erweist sich die Technologie als erfolgreichen Weg, kann der Unterstützungsbeitrag auf 300 Millionen Franken ansteigen. Dafür hat sich die Kommission mit 17 zu 6 Stimmen bei 2 Enthaltungen entschieden.“

Somit kann die Flugticketabgabe einen effektiven Beitrag zur Reduktion der Klimabelastung durch die Fliegerei leisten, selbst wenn die Lenkungswirkung zu gering ausfallen sollte. Zudem kann die Schweiz nach Verabschiedung des Gesetzes international eine Vorreiterrolle spielen und anderen Ländern einen gangbaren Weg in eine klimaneutrale Wirtschaft aufzeigen. Ganz sicher wird dies auch die Innovation beflügeln und zu neuen, wirtschafts- und umweltfreundlichen Lösungen führen.

Die vollständige Medienmitteilung von heute gibt es hier.

Weitere Informationen zu unserem Vorschlag gibt es hier: https://petermetzinger.com/2019/09/08/co2-neutral-fliegen-bis-2050-so-geht-das-guenstig-und-ohne-widerstand

https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2019/06/blog-nachhaltiges-fliegen-patt.html

https://martin-baeumle.ch/article/3360/medieninformation-co2-neutral-fliegen-bis-2050

Der Geist muss zurück in die Flasche

Ohne negative Emissionen sind die Klimaziele nicht zu schaffen. Dies macht der Bericht des Klimarats klar, und auch die Technik legt es nahe. Beim Strom, bei der Wärme und im Autoverkehr sind die Ansätze vorhanden, um die Dekarbonisierung zu schaffen. Anderswo sind Emissions­reduktionen schwieriger: in der Zement- und Stahlindustrie, beim Flug- und Schiffsverkehr und auch in der Land­wirtschaft, insbesondere der Viehzucht.

Die gute Nachricht ist: Die diversen Methoden zum Einfangen und Speichern von Kohlendioxid ergänzen sich nicht schlecht. In tropischen Regionen kann viel CO2 durch Aufforstung gebunden werden; in höheren Breiten sind technische Verfahren besser geeignet. Es macht darum Sinn, möglichst viele Optionen parallel voranzutreiben. Eine Methode allein wäre auch kaum in der Lage, die benötigten Mengen an negativen Emissionen zu generieren.

Kombiniert man die verschiedenen Methoden – was nicht in jedem Fall möglich ist: denn wo aufgeforstet wird, kann nicht gleichzeitig Mais als Rohstoff für Bioenergie angepflanzt werden –, so kommt man im Total auf die benötigte Grössen­ordnung an jährlich gespeichertem CO2

Die Abkehr von fossilen Energie­trägern bleibt daher zentral, wie die Republik in ihrer heutigen Ausgabe aufzeigt:

www.republik.ch/2020/02/11/der-geist-muss-zurueck-in-die-flasche

Neue Technologien versprechen Klimarettung, aber manche haben damit ein Problem

Ingenieure bringen neue Technologien zur Rettung des Planeten. Klimaaktivisten sagen Nein dazu. Mittendrin im Kampf ums Überleben: die Grünen. Und die haben nun ein Problem. Das war schon 2013 so, als ich die Präsidentinnen und Präsidenten aller Parteien der Stadt Zürich zu einem Besuch bei Climeworks einlud mit Besichtigung von deren CO2-Kollektor. Der einzige, der die Einladung annahm, war Michael Baumer von der FDP… Die Ausrede von Regula Rytz ist entlarvend. Wer grün will, wählt deshalb lieber blau.

war Michael Baumer von der FDP…
— Weiterlesen www.blick.ch/news/schweiz/rettet-hans-michael-kellner-mit-seiner-maschine-das-klima-dieser-ingenieur-loest-das-co2-problem-id15563073.html

Zukunft des Verbrenners ist elektrisch

Im Mitgliedermagazin des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE ist ein Artikel von mir erschienen, der sich mit der Frage befasst, wie sinnvoll es ist, Elektromobilität gegen Verbrennungsmotoren und Ölheizungen gegen Wärmepumpen auszuspielen.

Vielleicht würde es die Energiewende sogar beschleunigen, wenn wir mit dem entweder-oder-Denken aufhören und stattdessen sowohl-als-auch denken würden (was im übrigen dem Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 5 entsprechen würde).

Weiterlesen: https://klima-neutral.info/2019/09/08/die-zukunft-der-verbrenners-ist-elektrisch/

Im gleichen Magazin ist ein ergänzender Artikel Von Christian Bach (EMPA) erschienen:
https://www.bulletin.ch/de/news-detail/die-post-fossile-mobilitaet.html

Und zuguter Letzt noch der Hinweis, dass ich am Aufbauen einer Informationsplattform über die Klimaneutralität der verschiedenen Antriebs- und Heizsysteme bin, für die ich noch Partner suche, die bei der Finanzierung helfen: www.klima-neutral.info

Aktion von Clean Fuel Now im Juni 2015 auf dem Bundesplatz: Alt-Bundesrat Johann Schneider-Ammann füllt synthetischen Diesel in den Tank des Audis von Alt-Nationalrat Thomas Böhni (GLP)

Das Klima und ich

In der Debatte um Klimaschutz entsteht der Eindruck, jeder Einzelne müsse radikal sein Leben ändern. Das klingt sinnvoll – ist aber gefährlich, wie der folgende Beitrag aufzeigt. Denn es besteht die Gefahr, dass man vergisst, am grossen Rad zu drehen.

Weiterlesen: desktop.12app.ch/articles/11993745

CO2-neutral Fliegen bis 2050 – so geht das günstig und ohne Widerstand

(Updated 10.10.19 with an English translation below the text in German)

Ein Vorschlag von ETH (Prof. Anthony Patt), GLP (Martin Bäumle) und mir als Vertreter des Forum Futur (FDP), über den die NZZ am Sonntag heute auf der Frontseite und S. 11 berichtet, im Detail.

Besonders daran ist, dass es sich um den ersten Vorschlag handelt, auf den die Luftfahrtindustrie positiv reagiert.

Seinen Anfang nahm die Idee damit, dass ich in Dietikon Marcel Hänggi, den Initianten der Gletscher-Initiative getroffen hatte. Da machte es auf einmal Klick, wie ich schon am 7. Juni berichtete. Konkrete und herausfordernde Ziele wie das der Gletscher-Initiative führen eben manchmal zu aussergewöhnlichen Ideen und Lösungen.

Ein Flugzeug auf dem Flughafen von Amsterdam wird startklar gemacht. In Holland entsteht schon eine Demonstrationsanlage zur Produktion von erneuerbarem Kerosin

Ausgangslage: Fliegen muss anders sein

Die Klimapolitik erfordert ein rasches und wirksames Handeln zur Reduktion der klimawirksamen Prozesse und insbesondere zur Reduktion des CO2. Die Ziele von Paris konsequent umgesetzt bedeutet mindestens die Erreichung eines Netto-Null-Zieles 2050. 

Dies ist insbesondere für die Luftfahrt eine Herausforderung, da die Luftfahrt zu den grossen CO2-Emittenten gehört und zudem v.a. auch weltweit rasches Wachstum aufweist. Eine markante Reduktion des Flugverkehrs ist aufgrund der global steigenden Nachfrage ohne massiven Kostenschub kaum wahrscheinlich. Das Fliegen ist zudem heute klar zu günstig, da insbesondere die externen Kosten nicht integriert sind. Es bleibt aber die Frage: wie können wir diese externe Kosten nicht nur kompensieren und mindern, sondern elimineren?

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