Community Building Lab mit Stride Learning am business campaigning Day

Communities sind zurecht in aller Munde. Wir leben in einer Gesellschaft, die immer mehr individualisiert wird, mit Mitarbeitenden, die das Gefühl der Zugehörigkeit verlieren. Dies wirft eine grosse Frage auf: Welche kollektive Bildung ermöglicht es, den fruchtbaren Boden für die Zusammenarbeit und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu schaffen?

Ich freue mich deshalb über einen neuen Partner und ein neues Lernangebot am business campaigning Day: STRIDE Learning – unSchool for Entrepreneurial Leadership – wird am Vortag des Campaigning Summit Switzerland, am business campaigning day ein Community Building Lab als Teil der Campaigning Werkstatt organisieren.

In diesem Workshop lernt man, wie man Communities initiiert, aufbaut und pflegt. Grundlage ist das community building canvasvon Stride Learning, das Ergebnis ist Dein community building action plan.

Dieser Workshop findet nur mit mindestens 8 Teilnehmenden statt.

Der Workshop wird von Niels Rot (Co-Founder Stride Learning) geleitet. Niels ist ein impact-getriebener Unternehmer, der Menschen zu gemeinsamen Themen zusammenbringt. Schon als Kind hatte er Hobby-Projekte, wirkte dann in führenden Studenten-Organisationen mit und baute schliesslich die lebendige Impact Hub Community mit auf. Er hat einen Hintergrund in Wirtschaft. Weitere Informationen: http://stride-learning.ch/stride-labs-community-building/.

Zur Erinnerung: der business campaigning day findet am 30. März in Zusammenarbeit mit der KV Zürich Business School statt. Am Vormittag gibt es kostenlose Referate, darunter auch eines von digitalswitzerland-Geschäftsführer Nicolas Bürer.

Am Nachmittag gibt es die Campaigning Werkstatt, für die Teilnehmende des Campaigning Summit Switzerland 100 Franken Vergünstigung bekommen. Es lohnt sich also, zuerst das #CSCH17-Ticket zu sichern, solange es noch welche gibt, und sich dann erst für den business campaigning day anzumelden.

Weitere Informationen, detailliertes Programm und Anmeldung, hier. 

Rocker fördern Rocker! Mit dem AC/DC-Strom!

In meiner Heimat, dem schönen Saarland, das auch ein Innovations-Hotspot ist, heisst der Energieversorger energis. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist wie ich ein eingefleischter AC/DC-Fan. Und so verwundert es nicht, dass er eines Tages auf die Idee kam, AC/DC-Strom zu vermarkten. Denn AC/DC heisst bekanntlich Wechselstrom/Gleichstrom.

Coole Idee, nur was bedeutet AC/DC-Strom?

Um die richtige Abntwort zu finden, tat energis genau das, was ich allen Unternehmen empfehle: den Dialog mit der Zielgruppe führen. Wo diese zu finden war, wusste ein Bekannter der Produktmanagerin, beide aus dem gleichen Dorf wie ich, Hemmersdorf. Er arbeitet in der Musikindutrie bei Hughes & Kettner. Vor allem aber weiss er, dass ich AC/DC-Fan bin und gleichzeitig Campaigning sich von anderen Kampagnen-Ansätzen durch seinen authentischen Einbezug von Zielgruppen unterscheidet. Für Campaigner sind Zielgruppen nicht Leute, denen man etwas verkaufen will, sondern Menschen, die einem bei der Erreichung der eigenen Ziele helfen. Also empfahl er das Gespräch mit mir.

Ich diskutierte die Sache dann mit anderen AC/DC-Fans, und so entstand die Idee, eine Initiative zur Förderung des Rock’n’Roll zu gründen. Deren Notwendigkeit war kurz vorher durch das Ausscheiden von AC/DC-Sänger Brian Johnson belegt worden. Gibt es ein Leben nach AC/DC überhaupt?

Wie auch immer, vier AC/DC-Fans aus dem Saarland trafen sich dann Ende April in Kirriemuir, Schottland, dem Geburtsort des 1980 verstorbenen legendären AC/DC-Sängers Bon Scott anlässlich der Einweihung einer Statue des Sängers. Dort legten wir den Grundstein für diese Initiative. Die Leitplanken wurden auf ein Blatt Papier geschrieben, das Gespräch mit energis gesucht und vor kurzem wurde bekanntgegeben, welche Band durch die Einnahmen des AC/DC-Stroms als erste unterstützt wird: Hardbone aus Hamburg.

Denn nun hat der AC/DC-Strom eine Identität: der Strom, der den Rock’n’Roll fördert.

Das passiert, wenn man Campaigner und Leute aus der Zielgruppe zusammenbringt: ein Konzept, das funktioniert. 🤘 (Den Target Community Labs™ meiner Firma liegt dieses Prinzip ja auch zugrunde.)

Die zweite Band, die gefördert wird, geben wir im Januar bekannt. Und hier kann man noch einen Artikel im Music’n’Stuff nachlesen.

 

Warum normale Zielgruppenorientierung beim Campaigning oft nicht ausreicht, um ein Ziel zu erreichen

Zum Verständnis der Überschrift braucht es zwei Definitionen, eine für das Wort «normal» und eine für den Begriff der Zielgruppenorientierung.

Unter «normal» verstehe ich im Zusammenhang mit diesem Beitrag das, was in Marketing, Werbung und der Kommunikationsbranche allgemein zur Zeit der Standard ist.

«Zielgruppenorientierung» bedeutet, dass man Tonalität, Botschaften und Begriffe an der zu erreichenden Zielgruppe orientiert.

«Normale Zielgruppenorientierung» heisst dann, dass man mittels Marktforschung gesellschaftliche Segmente identifiziert. Im besten Fall macht man das nicht sozio-demographisch, sondern mittels der Sinus-Milieus.

Unternehmen, die auf dem Höhepunkt der Zeit sind, setzen Big Data ein und erstellen Profile, die die Zielgruppen viel genauer beschreiben und die vor allem eins ermöglichen: Kommunikation so zu steuern, dass sie sich an dem orientiert, was die Zielgruppe wirklich bewegt, so dass sie auch das tut, was man von ihr möchte.

Handelt es sich bei der Entwicklung zu einer relevanteren – und damit einer in meinen Worten «echt» Zielgruppen-orientierten Kommuniktion also lediglich um eine Evolution?

Meiner Meinung nach ist die Antwort auf diese Frage ein klares Nein. Es handelt sich mehr um eine Revolution, denn sang- und klanglos hat sich ein neuer Begriff eingeschlichen, der gleich ein neues Wertesystem mit sich bringt und zudem erklärt, wieso Campaigner schon immer «echt Zielgruppen-orientiert» handelten und kommunizierten.

Das Zauberwort heisst«bewegen». Wenn der Erfolg einer Plakatkampagne wie früher lediglich daran gemessen wird, wie viele Personen die Plakate wahrgenommen haben, dann ist das etwas fundamentals anderes, als wenn ich mit diesen Plakaten Menschen dazu bewegen will, etwas ganz konkretes (anders) zu tun. Ob Menschen sich anders verhalten, ist messbar und hat direkte und konkrete Konsequenzen. Dies ist grundlegend anders, als wenn sie nur etwas wahrnehmen müssen, ohne dass man dies mit einem konkreten (veränderten) Verhalten verknüpft.

Im Campaigning, das im Umfeld von NGOs und politischen Kampagnen erfunden und weiterentwickelt wurde, geht es immer um Verhalten: Wahlverhalten, Boykotte, bei etwas mitmachen usw. Dieses Verhalten ist direkt messbar, der Erfolg direkt sichtbar. Deshalb ging es im Campaigning auch schon immer darum, so zu kommunizieren, dass die Zielgruppe das Richtige richtig versteht und dass sie daraus auch das richtige Verhalten ableitet.

Echte Zielgruppenorientierung und Campaigning sind siamesische Zwillinge, die im Corporate Umfeld oft als hässlich betrachtet wurden, weil ihre Kampagnen vielleicht nicht immer die schönsten waren, aber meistens wenigstens wirksamer als reine Kosmetik.

Und weil man echte Zielgruppenorientierung nur dann leben kann, wenn man die Zielgruppe auch wirklich versteht, lautet eines unserer Mottos: zuerst zuhören, dann reden. Campaigning ist Dialog.

Vor 10 Jahren standen wir – meine Firma business campaigning GmbH – vor einer wieder einmal schier unlösbaren Aufgabe: mit einem «Restbudget», wie der uns beauftragende Partner es nannte, eine Zielgruppe zum Kauf eines neuen Produktes bewegen und dabei messbar beweisen, dass die Kosten unserer Kampagne sich innerhalb eines Jahres amortisieren würden. Erst nach zwei Tagen kam uns die rettende Idee: wir machten einen Strategieworkshop mit der Zielgruppe anstatt mit dem Marketingteam unseres Partners. Resultat: ein vierfach höherer Marktanteil dort, wo unsere Kampagne lief, im Vergleich zu einer parallel laufenden klassischen Werbekampagne. Und warum? – Weil uns die Zielgruppe ganz genau ausarbeitete, wie wir sie bewegen konnten.

In der Folge dieses Erfolgs entwickelten wir ein Workshop-Konzept, um Kampagnenstrategien mit der Zielgruppe auszuarbeiten. Wir nennen diese Workshop Target Community Lab™s, weil die Teilnehmer aus der Zielgruppe meistens schon die erste Mitmach-Community stellen, denn sie sehen diese Kampagne als ihr Baby, das sie auch weiterhin begleiten und unterstützen wollen.

E-mail Marketing: Die Grande Dame des Online-Campaignings | Campaigning Blog

Aktuelle Zahlen im Schweizer Werbemarkt zeigen, dass Ressourcen im Online-Bereich noch nicht immer ideal eingesetzt werden, weil der Fokus auf aus dem Offline-Bereich übernommenen klassischen Anzeigen liegt. Dabei bietet die Methode des E-mail-Marketings gerade im Campaigning oft die beste Möglichkeit, seine Kunden persönlich zu erreichen.

Mehr dazu auf dem neuesten Campaigning-Blog:
http://campaigning-blog.com/2015/07/13/e-mail-marketing-die-grande-dame-des-online-campaignings/

«Ein Chef wie ein Rockstar» – Campaigning like Rock’n’Roll

«Der Boss von morgen muss denken wie ein Rockstar», wird Ståle Økland im gestrigen Tages-Anzeiger zitiert (Quelle). Der Artikel beschreibt Øklands «ganz eigene Managementtheorie», wonach Firmen, die in Zukunft die besten Mitarbeiter gewinnen wollen, mehr wie Musikbands und weniger wie gewöhnliche Konzerne funktionieren müssen – idealerweise also ohne Chef, dafür mit viel Freiheit für jeden.

Als hartgesottener AC/DC-Fan, dem eine Firma gehört, deren Motto lautet «Campaigning like Rock’n’Roll», fühle ich mich da natürlich sofort angesprochen. Wie ist es denn bei meiner Firma, business campaigning Switzerland GmbH? Was ich im folgenden (be)schreibe, behaupte ich nicht einfach nur so. Ständige Mitarbeiter-Feedbacks lauten konstant, dass es »rockt» bei uns zu arbeiten.

Folgende Zitate aus dem Artikel treffen auch auf business campaigning Switzerland GmbH zu:

«Obwohl es keinen Chef gibt, sind die Bands straff organisiert. Es braucht keine Hierarchie, jeder weiss, was er zu tun hat.»

In der Tat fühle ich mich weniger wie ein Chef denn als Teammitglied, einfach eines, das mehr zu entscheiden und mehr zu koordinieren hat. Das zeigt sich konkret beim Feierabendbier oder bei Weihnachtsfeiern und ähnlichen Anlässen, wenn abends genauso hart gefeiert wird wie tagsüber (oder wann auch immer) gearbeitet. Und der zweite Satz stimmt definitiv. Er entspricht dem Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 10: Unité de doctrine.

Dieses System funktioniere, «weil alle dasselbe Ziel verfolgen: gute Konzerte zu spielen».

Auch das ist bei uns so, nur dass «Konzerte spielen» bei uns «Kampagnen machen» oder «Konzepte schreiben» heissen würde.

«Aber die nachfolgenden Generationen stellen andere Ansprüche an ihren Arbeitgeber: Sie streben nach Freiheit, nach flexiblen Arbeitszeiten, Home-Office und Jobsharing. Sie wollen Teil eines hervorragenden Teams sein und gleichzeitig selbstbestimmt.» … Wer zwischen 1980 und 2000 geboren wurde, ist demnach nicht mehr so sehr auf Status aus wie die Generation davor. Man will sich selbst verwirklichen, einer «sinnvollen» Aufgabe nachgehen, dabei eine gesunde Work-Life-Balance haben. Feste Hierarchien und Reglementierungen sind dieser Altersgruppe ein Graus, lieber arbeitet sie in ihrem eigenen Tempo, nach ihren eigenen Regeln.

Das trifft alles auch auf uns zu. Die meisten unserer Mitarbeitenden stammen auch aus dieser Generation.

«Eine gute Firma motiviert ihre Angestellten nicht. Sie stellt nur die Leute ein, die so begeistert sind, dass sie von sich aus Leistung erbringen wollen.»

Besser könnte man meine Rekrutierungsstrategie nicht beschreiben.

«Führung ist eine Dienstleistung am Team…»

So beschreibe ich meine Rolle am besten.

Zum Originalartikel geht es hier. Und wer noch mehr darüber wissen will, wie man Engagement in der eigenen Firma erzeugt und/oder aufrecht erhält, der kann dies am Campaigning Summit Switzerland 2015 erfahren. Referentin Sunnie J. Groeneveld (Consultant, CEO Inspire 925, CH) spricht dort zum Thema «Katalysator Engagement – Inspiration als Business Strategie erfolgreich umsetzen».

Sunnie J. Groeneveld ist CEO ihres Beratungsunternehmens Inspire 925 in Zürich, Mitglied der «Global Shapers Community» World Economic Forum (WEF) und unter den Top 50 Business Frauen, die 2014 im Rahmen der Gender 50/50 Initiative ans SEF eingeladen wurden. Sie schreibt Kolumnen, u.a. für die Huffington Post. Groeneveld hat Wirtschaft an der Yale University studiert und ihre Diplomarbeit über «The Economic Value of a Positive Work Environment» verfasst. Kürzlich erschien Ihr neues Buch «Inspired at Work – 66 Ideen für mehr Engagement und Innovation im Unternehmen».

P.S. Ich bin richtig stolz auf unser Team.

Warum… Campaigning Summit Zurich

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http://zurich.campaigning-summit.com

Die Frage nach dem Warum zu beantworten ist manchmal gar nicht so einfach. Dabei ist sie essentiell dafür, Menschen zu bewegen oder sie sogar zu inspirieren. Es sind so viele Dinge, die einem in den Sinn kommen, wenn man sich für etwas begeistert. Die meisten davon sind jedoch eher Begleiterscheinungen, Verpackungen und Äusserlichkeiten. Will man Menschen wirklich bewegen, muss man ihnen jedoch das Warum gut erklären (Strategische Campaigning Grundsätze Nr. 10 und 13). Äusserlichkeiten können hilfreich sein, aber so richtig funktioniert es nur, wenn man den Kern der Sache trifft und beschreiben kann.

So ging es mir mit dem Campaigning Summit. Nach dem ersten Erleben in Wien gingen mir viele Dinge durch den Kopf: die Show, die internationale Besetzung, die interdisziplinären Beispiele und Referenten, die Emotionen, die hohe Qualität der Referenten und Referate, usw. Und obwohl wir schon 2013 den ersten Campaigning Summit Zurich in Zürich organisierten, zwang mich erst ein Vorschlag seitens Marketing & Kommunikation, eine Kolumne über den Campaigning Summit Zurich zu schreiben, dazu, mich so richtig mit der Warum-Frage auseinanderzusetzen. Ich weiss zum Glück, dass ich damit nicht alleine bin. Die meisten Firmen, Organisatoren und Menschen machen den Fehler, sich die Warum-Frage zu wenig intensiv zu stellen. Dieses Mal stellte ich sie nicht nur aus meinem eigenen Blickwinkel heraus, sondern zusätzlich aus dem der Teilnehmenden.

Warum soll jemand am Campaigning Summit Zurich teilnehmen? Wieso lohnt es sich? Und vor allem, die wichtigste Frage: Was ist wirklich einzigartig daran, was gibt es sonst nirgendwo?

Die Kolumne gibt es hier zu lesen. Im Laufe der letzten Tage entstand daraus der folgende Disclaimer:

Der Campaigning Summit Zurich ist die internationale Plattform in der Schweiz für Menschen, die bewegen. Ein Event, an dem sich Unternehmen und Verbände mit NGOs, Public Affairs und politische Kommunikation mit Wahlkampf, sowie Werbung, PR und Social Media mit Change Management treffen, austauschen, sich gegenseitig inspirieren und voneinander lernen. Organisator ist business campaigning Switzerland GmbH, die erste Campaigning Agentur der Schweiz.

Diese Kürzest-Zusammenfassung beschreibt, was am Campaigning Summit Zurich einzigartig ist (nirgends sonst können sich alle diese Disziplinen treffen und austauschen), was es bringt (Inspiration und voneinander Lernen) und wer dahinter steckt.

Gleichzeitig beantwortet sie eine Frage im Zusammenhang mit dem Interpretieren des Strategischen Campaigning Grundsatzes Nr. 1 (Polarisieren, profilieren, positionieren): Wofür stehen wir und wofür stehen wir nicht? Der Campaigning Summit steht für Grenzen überschreitenden Austausch, bei dem man voneinander lernt und steht nicht für «immer das gleiche machen und sich dabei nur in gewohnten Bahnen bewegen». Er steht für Bewegung, Entwicklung und Innovation und nicht für Stillstand. Er steht für Wirkungsorientierung und nicht für Instrumenteorientierung.

Feedback und Fragen willkommen.

Die Schweiz ist ein Entwicklungsland!

Vorgestern auf dem Weg zu einem gemeinsamen Kunden diskutierte ich mit Roger Huber, dem Präsidenten des Schweizer Verbands Krisenkommunikation, über den Stand des Campaigning in der Schweiz. Auslöser waren die jüngsten Aufsehen erregenden Kampagnen, bei denen sich immer die Akteure durchsetzten, die auf modernste Technologie, zeitgemässe Kampagnen-Techniken und konsistente Strategien setzten. Zudem schafften sie es, ihre Zielgruppen bei den richtigen Emotionen zu packen. Neu ist das alles nicht. Von US-Wahlkämpfern wie Joe Trippi – aber auch von Greenpeace in den neunziger Jahren – könnte man hierzulande noch viel lernen. Das Resultat dieser Diskussion ist die folgende Medienmitteilung, mit der wir hoffen,  die Parteien, Unternehmen und Verbände in der Schweiz ein wenig wachzurütteln. Für gutes Campaigning und gegen stumpfe Streukommunikation.

Medienmitteilung des Campaigning Summit Zürich vom 26. April 2013

Die Schweiz ist ein Entwicklungsland!

Nach der Kampagne gegen die Abzocker-Initiative und der FDP-Wahlniederlage in Zürich sind sich Campaigning-Profis in einem Punkt einig: die Schweiz ist ein Kampagnen-Entwicklungsland. Die meisten Parteien, Unternehmen und Verbände verpassen Chancen, ihre Zielgruppen wirkungsvoll zu erreichen. Wenn sie es versäumen, zeitgemässe Strategien, Taktiken und Technologien einzusetzen, gewinnt die Konkurrenz. Strategie, Organisation und Technologie werden dann gewichtiger als Argumente – vorausgesetzt, sie treffen auf das richtige Umfeld.

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AC/DC bei iTunes – und nun?

Am 19. November gab Apple bekannt, dass nun auch AC/DC auf iTunes vertreten sind. Dies nachdem die Band sich mehr als zehn Jahre geweigert hatte, bei iTunes mitzumachen. Vor allem aber kurz nachdem mein neuestes Buch, „Das AC/DC Prinzip„, gerade eben fertig war, in dem ich unter anderem darauf eingehe, dass und warum AC/DC so lange nicht bei iTunes waren.

Laut eigenen Angaben sieht sich die Band als Album-Band. Sie wollten angeblich nicht, dass man auf iTunes einzelne Songs kaufen kann. Tatsächlich bietet iTunes den dort vertretenen Bands aber die Wahl, nur ganze Alben zu verkaufen. Dass AC/DC davon keinen Gebrauch machen, sondern auf iTunes einzelne Songs anbieten, wirft eine ganze Menge Fragen auf.

Hat die Band ihre Strategie aufgegeben und verraten?

Und sollte ich mein Buch nun kurz nach der Erstveröffentlichung schon umschreiben neu auflegen? – Ich habe mich dagegen entschieden. Zum einen hat die Band sehr lange am Konzept festgehalten, so dass die wesentlichen Aussagen in meinem Buch durch diese jüngste Entwicklung nur unwesentlich beeinträchtigt werden. Zum anderen kennen wir die Gründe nicht. Jede Strategie funktioniert nur so lange, wie die dominierenden Umfeldfaktoren sich nicht wesentlich verändern. Vielleicht gab es also gute Gründe, diesen einen Schritt zu machen, um den Kern der Strategie beibehalten zu können.

In den kommenden Jahren werden wir vielleicht mehr erfahren.

„Consumer Invented Strategies“ (reloaded)

Als ich letzte Woche an der Social Media Akademie SOMEXCLOUD über Strategielehre dozierte, kam mir ein Artikel in den Sinn, den ich schon 2007 für das Wirtschaftsmagazin geschrieben hatte, und der an Bedeutung nichts verloren hat. Langer Rede kurzer Sinn: ich veröffentliche ihn hier nochmals. Für alle, die ihn noch nicht kennen.

Die Werbung kommt nicht an. Das interne Change-Projekt verfehlt seine Wirkung. Die Website wird schnell weggeklickt. Die Ideen gehen aus. So verschieden die Themen, sie haben eins gemeinsam: Keiner weiss so richtig, wie man wirkungsvoll seine Zielgruppe erreicht. Wie aber kommt man zu guten Ideen für die richtige Zielgruppenansprache?

Zürich Limmatquai, Januar 2004. In den Marktforschungsstudios von «management tools» findet ausnahmsweise keine Marktforschung im eigentlichen Sinne statt. Zur Entwicklung einer Strategie für eine Produkteinführung hat 4C business campaigning GmbH (die Agentur wurde vor ein paar Jahren umbenannt und heisst heute business campaigning Switzerland) das Studio gemietet und acht Studenten eingeladen. Sie sollen gemeinsam mit den Strategieexperten der Agentur den Rohstoff für eine «business campaigning»Strategie erarbeiten. Dieser Rohstoff wird später in der Agentur zum fertigen Konzept weiterverarbeitet. Die Erfahrung zeigt: Werden Strategien mit der Zielgruppe zusammen entwickelt, ist der Erfolg so gut wie garantiert.

Win-win

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„Community-Marketing erweitert den klassischen Marketingmix“ (reloaded)

Heute morgen hat SonntagsZeitung-Redakteur Barnaby Skinner darüber getwittert, dass Lady Gaga nun ihr eigenes Social Network gegründet hat. Das erinnerte mich an einen Artikel, den ich am 13. Deze,her 2006 in der Handelszeitung veröffentlichen  durfte, in dem ich voraussagte, dass Agenturen in Zukunft eigene Communities aufbauen werden, innerhalb derer sie dann für ihre Kunden ganz gezielt kommunizieren und vermarkten können, weil sie diese Community sehr gut kennen und ein gewisses Loyalitätsverhältnis besteht:

Community-Marketing erweitert den klassischen Marketingmix

Diesen September kaufte Rupert Murdoch die Jugendplattform MySpace, im Oktober Google die Plattform YouTube, und Sat1 beteiligte sich an Lokalisten.de. Hintergrund für das wachsende Interesse an Online-Communities ist die Erkenntnis, dass sie für das Marketing in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden – unter anderem, weil man hier gezielt das junge Publikum ansprechen kann, das sich von den klassischen Kanälen mehr und mehr abwendet.

Communities – ob online oder offline – zeichnen sich durch eine Reihe von Faktoren aus, die sie für das Marketing besonders interessant machen. Sie haben gleiche Interessen oder stehen hinter einer verbindenden Idee, teilen sich quasi eine Lebenswelt, sind ohne grosse Streuverluste effizient und effektiv zu erreichen und nicht selten untereinander vernetzt. Letzteres erleichtert das Initiieren von viraler Kommunikation, bei der Informationen, Ideen oder Botschaften sich ähnlich verbreiten wie Viren, im Wesentlichen also gratis. Communities sind auch relativ leicht zu mobilisieren, weil die gemeinsame Idee dazu führt, dass sie sich auch gerne ehrenamtlich engagieren. Dies wiederum erleichtert den direkten Dialog mit der Zielbzw. DialogGruppe, was hilft, die Kommunikation permanent zu verbessern und eine effiziente Wirkungskontrolle zu betreiben.

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