22 Jahre Campaigning Training

Heute sind es ganz genau 22 Jahre her, seit ich das erste Mal ein Campaigning-Seminar durchgeführt habe. Grundlage waren Spielregeln und Erfolgsrezepte, deren ich mir während meiner Zeit bei Greenpeace bewusst geworden war.

Beim ersten Seminar überforderte ich die Teilnehmenden noch masslos mit viel zu viel Material, das sie in einem Tag gar nicht verarbeiten konnten. Ihr Feedback half mir dann, das Konzept weiterzuentwickeln, so dass das nächste Seminar im April 1998 schon wesentlich besser verarbeitet werden konnte.

Was ist seitdem passiert?

Im Rahmen von Seminaren und einzelnen Kurstagen als Bestandteil von Weiterbildungen habe ich schätzungsweise 2’500 bis 3’000 Personen in der Anwendung meines Campaigning-Modells unterrichtet, in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Vietnam und den USA. Ich habe zwei Bücher auf seiner Grundlage veröffentlicht und es vor kurzem nochmals weiter vereinfacht, in Form von vier Dreiecken, die es zu berücksichtigen gilt, wenn man etwas verändern will, egal ob Unternehmenskultur, Politik oder Marktverhalten.

The Science of Change Modell, Stand 12. Februar 2020

Ich habe mit meinem Campaigning-Modell hunderte von Klienten beraten, unter anderem das World Economic Forum in Davos mit dem Konzept für das Open Forum und eine politische Partei, die daraufhin 23.5 Prozent mehr Stimmen erhielt.

Dank meiner Frau konnten wir zwischen 2013 und 2019 sieben Mal den Campaigning Summit Switzerland durchführen, mit über 1’200 Teilnehmenden, von denen zahlreich allerdings mehrmals dabei waren (manche sogar an allen Veranstaltungen) und mit prominenten Rednern aus allen Kontinenten ausser Australien und der Antarktis. Darunter sogar einer der früher führenden Präsidentschaftswahlkämpfer aus den USA, Joe Trippi.

Das Umfeld hat sich verändert. Während ich noch 2003 bei der Erstauflage und 2006 im Rahmen der Zweitauflage meines ersten Buches beklagte, dass (Unternehmens-)Kommunikation in der Schweiz nur als einseitiger Prozess definiert ist, dass man keine Wirkungsmessungen vornimmt und statt Zielgruppen-orientiert Elite-orientiert kommuniziert (und Veränderungsprozesse plant), ist es mittlerweile Standard, zuerst einmal genau hinzuhören bevor man richtig loslegt und dann genau zu analysieren, was dabei herauskommt, um dazuzulernen. Der wichtigste Treiber für diese Veränderung war wohl nicht mein Buch, sondern das Aufkommen der sozialen Medien vor über 10 Jahren und die ganze Digitalisierung.

«Veränderung ist die einzige Konstante», dieses Zitat war für mich immer ein guter Leitsatz. Kein Wunder, dass ich den Firmennamen im Durchschnitt alle vier Jahre wechselte. Aber bei Mr. Campaigning wird es nun wohl für die nächsten 22 Jahre bleiben. Die positiven Rückmeldungen sind einfach zu gut und zahlreich.

Eine weitere Veränderung betrifft die Arbeit selbst. Künstliche Intelligenz nimmt mir heute einen enormen Teil der Analyse-Arbeit ab, Dienste wie Zapier und IFTTT helfen, Routinearbeiten zu automatisieren, insgesamt helfen mir diese neuen Technologien bei der Umsetzung mehr in der gleichen Zeit zu erledigen.

Die dadurch hinzu gewonnene Zeit nutze ich nun für «Campaigning For Good» Projekte, aktuell vor allem im Klimaschutz, sowie für meine lokalpolitische Arbeit.

In den kommenden Jahren werden wir noch mehr Automatisierung erleben und Künstliche Intelligenz wird uns noch mehr Arbeit abnehmen können.

Nutzen wir die hinzugewonnene Zeit, uns für einen Planeten zu engagieren, auf dem sich gut leben lässt, auch noch in sieben Generationen, wie indigene Völker es gerne formulieren.

Ich freue mich auf die nächsten 22 Jahre Campaigning!

Das business campaigning Modell wird erwachsen

Heute sind es exakt 18 Jahre her, dass ich das erste Mal ein Campaigning-Semianr gab, das auf dem business campaigning Modell beruhte. Schon zu Greenpeace-Zeiten hatte ich die Idee, ein Modell zu entwickeln, mit dem man rasch vermitteln kann, wie erfolgreiches Campaigning funktioniert, mit dem man Kampagnen und Change-Projekte planen und umsetzen und mit dem man Kampagnen, Change-Projekte und die Leistung von Campaignern evaluieren kann. Dieses Modell entwickelte ich dann für ein internes Campaigning-Seminar für die Zürcher Sektion der damaligen Gewerkschaft Bau & Industrie (die dann später mit der SMUV zur Unia fusionierte).

Nach einem Tag Folienschlacht und Zuballern der Teilnehmer war mir klar: das Ganze muss noch entschlackt und vereinfacht werden. Auch wenn das Feedback durchaus positiv und die späteren Kampagnenerfolge dieses Feedback bestätigten, gab es noch einiges Finetuning zu tun.

Das tat ich während der folgenden Monate und testete die neue Version dann am 26. April im Rahmen eines öffentlichen Seminars. Dort waren nicht nur Vertreter von Gewerkschaften und NGOs, sondern auch von Unternehmen anwesend, die anschliessend mit Mandaten auf mich zukamen. Der Unternehemensberatungsteil von business campaigning GmbH war geboren. Heute bieten wir Aus- und Weiterbildung, Unternehmensberatung und Agenturdienstleistungen (analog einer Kommunikationsagentur) an.

Ebenfalls 1998 begann ich mit der Arbeit an meinem Buch «Business Campaigning», veröffentlichte aber zuerst noch ein paar Fachartikel zum Thema Campaigning. Das Buch war dann erst 2003 fertig.

Es gäbe noch viel über die damalige Phase zu erählen, aber die laufenden Kampagnen rufen wieder. Wer sich gerne mit mir über damals unterhalten möchte, bekommt am Campaigning Summit Switzerland 2016 eine Chance. Nur noch vier Wochen. Es empfiehlt sich, die Tickets nicht zu spät zu buchen. Nicht nur, weil sie dann mal teurer werden, sondern auch, weil es immer weniger werden.

www.CampaigningSummitSwitzerland.com

business campaigning® in Washington D.C.

Last Friday the time had come. I ran Washington D.C.’s first campaign strategy workshop based on my business campaigning® model. The workshop was for a client of our partner agency turner4D. Most important tools were „Four Layers of Planning“, a strategy mindmap based on my strategy definition and a process that has proved to be successful since my first business campaigning® workshop, back in 1999. 
Four Layers of Planning
It was a great pleasure to work with the turner4D team, their client and renowned experts like leading pollster Celinda Lake and former campaign manager David Hunter. The workshop was such a success (9in the eyes of Turner4D and their client) that we are considering applying it to a wider range of their and our joint clients. Looks like I’ll be back in the US soon 🙂
Want to learn more about business campaigning®? – Book my seminar on 27th and 28th November: www.amiando.com/CampaigningSeminar.html

Und weiter wird gebildet

Unterwegs nach Luzern, wo ich heute und morgen im CAS Strategic Communication unterrichte. In zwei Tagen werde ich einen Einblick in das «business campaigning»® Modell geben. Die Themen, die ich behandle erstrecken sich von der Definition des Begriffs Campaigning und seiner Nähe zur Integrierten Kommunikation über die 14 Strategischen Campaigning Grundsätze bis hin zu weniger bekannten Tools für die Situationsanalyse und die verschiedenen Definitionen des Begriffs Strategie. Morgen Nachmittag sollten die Teilnehmenden dann wissen, welche Fragen eine Strategie beantworten muss wie man eine Strategie entwickelt. 

Der Inhalt ist ähnlich wie beim Campaigning Seminar, das ich am 20. und 21. November anbiete. Bis 21. Juli  Frühbucher-Rabatt mit bis zu CHF 500.- Ermässigung: www.amiando.com/CampaigningSeminar
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Jetzt anmelden für den Campaigning Summit Zurich 2014.
Reguläre Tickets zum normalen Preis nur noch bis zum 19. Mai.
*** Ende des Werbeblogs***

«Diplomeros PR Coup»

 

„Vor zwei Wochen lancierte das Startup Diplomero seine Online-Learning-Plattform. Seither gab es zahlreiche Beiträge in verschiedenen Medien – dank dem zehnjährigen Mathe-Genie Max Janisch. Ein Schulbeispiel für eine gelungene PR Kampagne.“

So stand es am 29. November auf Startupticker.ch, und das freute mich ganz besonders, denn diesen Coup kann ich für mich verbuchen. Dabei war der Ansatz an und für sich eigentlich gar nichts Spezielles, denn es handelte sich lediglich um eine konsequente Umsetzung des Strategischen Campaigning Grundsatzes Nr. 1, «polarisieren, profilieren, positionieren». Während es sich bei den meisten Online Learning Plattformen um so genannte MOOCs handelt («Massive Open Online Courses»), auf denen (ältere) Professoren ihren normalen Unterricht gratis zum Anschauen anbieten, ist der jüngste Dozent bei Diplomero, der ersten Online Learning Plattform der Schweiz, ein  zehnjähriges Mathe-Genie, das mit Hilfe seines Vaters einen massgeschneiderten Nachhilfekurs für Maturanden (Schweizerisch für Abiturienten) anbietet.

Als ich dies während einer Vorbesprechung meines Mandats als Mediensprecher für Diplomero erfuhr, war mir sofort klar, wie wir es schaffen würden, Diplomero in die Medien zu bringen. Allerdings ist Max noch aus einem anderen Grund ein Glücksfall, und der ist vielleicht noch viel wichtiger – zumindest auf Dauer. Max vertritt eine Generation junger Menschen, für die Online Learning so selbstverständlich sein wird, wie für meine Generation das Fernsehschauen. Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist auch, wie schnell er die Aufnahmetechnik im Studio kapierte. Ich bin ja auch Dozent bei Diplomero, aber ich brauchte etwa eine Stunde, um mit der Technik klarzukommen.

Hier noch der Rest des Artikels von Startupticker.ch:

„«Diplomeros PR Coup»“ weiterlesen

Wenn der Schuss nach hinten losgeht

Wussten Sie, dass Warnungen vor möglichen Nebenwirkungen, zum Beispiel von Medikamenten oder Zigaretten, nur kurzfristig eine abschreckende Wirkung entfalten? Schon nach wenigen Tagen geht der Schuss nach hinten los.

Dann steigt die Attraktivität des Produktes, und zwar noch höher als wenn keine Nebenwirkungen genannt werden.

Den Forschern zufolge, die das untersuchten, hat der Effekt vermutlich etwas mit der Wahrnehmung von Glaubwürdigkeit zu tun. Wer vor dem eigenen Produkt warnt, gilt demzufolge als glaubwürdig. Nachzulesen im Bild der Wissenschaft.

Der Artikel zeigt, wie wenig wir häufig über unsere Zielgruppen wissen. Denn solche unerwünschten Wirkungen unserer Kommunikation überraschen uns doch immer wieder.

Als «Gegenmedikation» hilft nur die Kombination aus einer sehr guten Beobachtung der Zielgruppe und Offenheit dafür, dass diese sich einfach anders verhält als man denkt. Man sollte deshalb immer zuerst Tests machen und deren Wirksamkeit messen, bevor man das gesamte Budget verpulvert.

Ich muss jedoch davor warnen, dass solche typischen Campaigning-Methoden zur Erkenntnis führen können, dass man etwas grundlegend verändern muss – bei der Strategie oder den Massnahmen.

Auch vor einer Weiterbildung in Campaigning, wie ich sie am 21. und 22. November in Zürich anbiete, wird gewarnt. Von Teilnehmenden früherer Kurse ist bekannt, dass sie nach dem Kurs ihre Stelle kündigten. Wer sich nicht abschrecken lässt, wird belohnt. Mit dem folgenden Gutscheincode gibt es ein ganzes Dutzend Prozente Rabatt, gültig nur bis 15. Oktober: 12ProzentRabatt

Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.amiando.com/CampaigningSeminar

Erzählen Sie das bitte nicht weiter.

AC/DC bei iTunes – und nun?

Am 19. November gab Apple bekannt, dass nun auch AC/DC auf iTunes vertreten sind. Dies nachdem die Band sich mehr als zehn Jahre geweigert hatte, bei iTunes mitzumachen. Vor allem aber kurz nachdem mein neuestes Buch, „Das AC/DC Prinzip„, gerade eben fertig war, in dem ich unter anderem darauf eingehe, dass und warum AC/DC so lange nicht bei iTunes waren.

Laut eigenen Angaben sieht sich die Band als Album-Band. Sie wollten angeblich nicht, dass man auf iTunes einzelne Songs kaufen kann. Tatsächlich bietet iTunes den dort vertretenen Bands aber die Wahl, nur ganze Alben zu verkaufen. Dass AC/DC davon keinen Gebrauch machen, sondern auf iTunes einzelne Songs anbieten, wirft eine ganze Menge Fragen auf.

Hat die Band ihre Strategie aufgegeben und verraten?

Und sollte ich mein Buch nun kurz nach der Erstveröffentlichung schon umschreiben neu auflegen? – Ich habe mich dagegen entschieden. Zum einen hat die Band sehr lange am Konzept festgehalten, so dass die wesentlichen Aussagen in meinem Buch durch diese jüngste Entwicklung nur unwesentlich beeinträchtigt werden. Zum anderen kennen wir die Gründe nicht. Jede Strategie funktioniert nur so lange, wie die dominierenden Umfeldfaktoren sich nicht wesentlich verändern. Vielleicht gab es also gute Gründe, diesen einen Schritt zu machen, um den Kern der Strategie beibehalten zu können.

In den kommenden Jahren werden wir vielleicht mehr erfahren.

„Herzlichen Glückwunsch! Ihr Buch wurde im Kindle-Shop veröffentlicht!“

Hallo von Amazon KDP!

Das Buch, „Das AC/DC Prinzip“ welches Sie für KDP eingereicht haben, wurde nun im Kindle-Shop veröffentlicht und steht bereits zum Verkauf zur Verfügung hier. (…)

Gestern Abend während des ‚77-Konzerts im Hirscheneck in Basel erreicht mich diese freudige Nachricht. Nun ist mein zweites Buch endlich veröffentlicht: „Das AC/DC Prinzip„. Zweieinhalb Jahre dauerte es von der Idee bis zur Publikation.

Das Buch geht zurück auf eine Überlegung, die ich mir während des Rückflugs vom AC/DC Konzert in Hannover 2010 machte – wie die 14 Strategischen Campaigning Grundsätze vielleicht mithelfen können, den enormen Erfolg dieser Band zu verstehen.

Im Frühling 2012 setzte ich die Idee endlich in Form von 14 Blogbeiträgen um.

Weitere Recherchen und die Mithilfe von ein paar hartgesottenen AC/DC-Fans liessen dann ein Buch entstehen, das Einblick in die Natur von AC/DC gibt, dabei hilft, deren Erfolg zu verstehen und vielleicht auch Inspirationen für eigene Erfolgsgrundsätze vermitteln kann – im Beruf, in der Kommunikation, im Marketing und bei der Unternehmensstrategie; immer dann, wenn es darum geht, Menschen zu bewegen, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen oder eine Idee zu verwirklichen.

Das Buch ist vorerst nur im Kindle-Store und auf Deutsch erhältlich. Eine gedruckte, sowie eine englische Ausgabe sind in Planung.

Das AC/DC Prinzip gibt es hier.

Die Theorie zum Buch als Seminar gibt es im Rahmen meines nächsten Campaigning Seminars am 14./15. Januar 2013 hier.

ABBA and the Strategic Campaigning Guidelines No. 3 and 4

In his book Brand Like A Rock Star that I am currently reading, Steve Jones is using ABBA as an example how important it is for a business to focus on their real strengths, to maintain and manage them and not to get distracted by nice opportunities that would in the long term only dilute your brand. (in fact Strategic Guideline No. 6, to stick with your strategy,  is playing a role here as well). Jones explains why ABBA dismissed every request to go back on stage together. Rumours are that one offer was a billion USD for playing 100 concerts… He writes

ABBA did a wonderful job of selling to the world a brand that was young, exuberant, and full of energy and ambition. They made music that was unique and fresh. If they reunited today, could the sixty-five-year-old Ulvaeus lead the band with the same vigour? … ABBA can serve as a model for brands in terms of focus. ABBA remains focused on being the band that their fans remember, but many biuiinesses lack the commitment to focus on exactly what their customers want from them. … Logic seems to always lead us in the opposite direction. Wefocus on the areas of our business where we are weak instead of where  we are strong. Rock star brands, like ABBA, focus on strengths. What do our fans think we are great at? What do we need to stop doing in order to be better at that?“

This is exactly what the Strategic Campaigning Guidelines No. 3, 4 and 6 demand from us: focus, build upon your strengths and stick with your strategy. Campaigning like Rock’n’Roll

business campaigning Modell auf nur einer DIN A4 Seite

Das nenne ich echte Leistung und Engagement. Martin Gallmann, Betriebswirtschafter und Personalberater, der mich kürzlich als Referent im MAS Communication Management an der Hochschule Luzern erlebte, hat es geschafft, mein business campaigning Modell auf einer einzigen DIN A4 Seite unterzubringen, ohne etwas wesentliches auslassen zu müssen. Ich war wirklich tief beeindruckt, als ich diese Darstellung zum ersten Mal sah, und möchte mich bei dieser Gelegenheit bei Martin bedanken und die Grafik anderen Interessierten zur Verfügung stellen. Hier geht’s zum Download: business campaigning Modell à la Martin Gallmann (pdf).