Jede Menge Missverständnisse rund um Cambridge Analytica

Am letzten Samstag erschien im «Magazin» des «Tages-Anzeigers» ein Artikel, wie die Big-Data-Firma Cambridge Analytica Donald Trump zum Wahlsieg verholfen hat. Basierend auf Daten von Facebook-Benutzern sowie weiteren hinzugekauften Datenbeständen seien von 220 Millionen amerikanischen Bürgern detaillierte Persönlichkeitsprofile erstellt, die es der Trump-Kampagne ermöglicht haben sollen, gezielt kleinste Wählergruppen mit massgeschneiderten Informationen zu beeinflussen. Dieses so genannte Microtargeting habe Trump schliesslich ins Weisse Haus gebracht. Auch in der Brexit-Kampagne sei die Firma involviert gewesen.

Kritik an Cambridge Analytica zielt am eigentlichen Thema vorbei

Es dauerte nicht lange, bis Kritik an dieser Darstellung laut wurde. Die Schweiz am Sonntag schreibt heute, im Vorwahlkampf hätte Cambridge Analytica noch für Trumps Konkurrenten Ted Cruz gearbeitet und nun habe die Firma behauptet, ihm aus dem Nichts zu einem «Blitzaufstieg» verholfen zu haben, was kompletter Unsinn sei, denn Ted Cruz sei nicht aus dem Nichts gekommen, sondern war seit Jahren ein Star der Tea-Party-Bewegung. Trump habe bei den Stammwählern der Republikaner weniger Stimmen geholt, als Mitt Romney, und die Clinton-Kampagne habe ebenfalls auf Big Data und Microtargeting gesetzt.

Auch andere Autoren haben schon Kritik geübt. Was dabei aber völlig vergessen ging, ist die Tatsache, dass es NIE nur einen Einflussfaktor gibt, der über den Erfolg einer Kampagne entscheidet. In meinem, dem business campaigning® Modell gibt es 14 Strategische Campaigning Grundsätze, an die man sich halten sollte und 21 Strategische Campaigning Positionen, die den Erfolg mit beeinflussen. Die Wahl der richtigen Instrumente und die präzise Zielgruppenansprache sind zwar enorm wichtig, aber nicht die einzigen, wie man schon alleine anhand der Anzahl Einflussfaktoren sieht. Zu sagen, Microtargeting wie Cambridge Analytica es anbietet, sei nur einer von vielen Faktoren und deshalb solle man es nicht überbewerten, stellt also eine Erkenntnis dar, die so neu ist, wie die Erkenntnis, dass die Sonne im Osten aufgeht und im Westen unter.

Wer die Tatsache, dass es auch andere Einflussfaktoren gab und gibt, zum Anlass nimmt, die Bedeutung dessen, was Cambridge Analytica neu anbietet, herunterzuspielen, verschliesst deshalb die Augen vor der wirklichen Relevanz und Innovation einer Entwicklung, die eben erst richtig in Gang gekommen ist.

Angst ist immer ein schlechter Ratgeber

In der aktuellen Ausgabe des GDI Impuls («2050  – Gebrauchsanleitung für die Zukunft») steht geschrieben

Wir haben das hinter uns gelassen, das die Wirtschaftshistorikerin Carlota Pérez als Installationsphase der Software bezeichnet, die auf die grundlegende Infrastruktur wie Betriebssystem fokussiert ist. Stattdessen sind wir nun in einer Anwendungsphase, die sich auf Applikationen wie soziale Netzwerke, Ride-Sharing und E-Books konzentriert. In ihrer bahnbrechenden Arbeit zur Technikgeschichte zeigte Pérez auf, dass dieser Übergang von der Installations- zur Anwendungsphase bei jeder bedeutenden Technologie von einer chaotischen Übergangsphase geprägt ist – mit Kriegen, Finanzskandalen und tief sitzenden Ängsten vor dem Zusammenbruch der Zivilisation.

Kommt einem irgendwie bekannt vor… Es ist diese Angst, die uns den Blick auf das verstellt, was wirklich passiert, und die verhindert, dass wir die bahnbrechenden Veränderungen, die sich zur Zeit exponentiell vollziehen, nicht nüchtern betrachten und diskutieren können.

Letzten Montag haben wir – meine Campaigning-Firma business campaigning GmbH – unser Campaigning Center für einen Tag geschlossen und uns intensiv Gedanken über die Zukunft gemacht. Dabei kamen drei Szenarien heraus: Terminator (die Maschinen übernehmen die Kontrolle und finden, es braucht uns nicht mehr), Paradies (Maschinen erledigen alle Arbeiten, wir widmen uns dank den bedingungslosen Grundeinkommens nur noch der Kunst, dem Brot und den Spielen) und Goldene Mitte (Maschinen könnten theoretisch alles für uns übernehmen, wir müssen nicht mehr arbeiten, aber wir entscheiden bewusst, wie weit das gehen darf und behalten gewisse Betätigungsfelder für uns, in denen weiterhin Menschen die Arbeit verrichten und Entscheidungen treffen).

Drei Szenarien für die Zukunft

Für jedes Szenario haben wir uns überlegt, was uns als Firma noch übrig bleibt. Bei den ersten beiden Szenarien gab es nicht viel zu überlegen: kämpfen bzw. geniessen. In der Goldenen Mitte wird vor allem die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen wichtiger. Wenn zum Beispiel ein Pilot eine Airline überzeugen will, dass er nun den Flug nach New York machen soll und nicht die Maschine selbst, wird die Entscheidung weniger von seinen Fähigkeiten abhängen als vom Goodwill der Entscheider. Bei diesem Szenario gibt es zum Glück eine Menge Arbeit für uns auf dem Weg dahin. Denn Menschen und Unternehmen müssen einen Kulturwandel bestreiten, es wird jede Menge Change Management und Involvement der Mitarbeitenden bei der Transformation brauchen; klassische Betätigungsfelder für internes Campaigning also.

Unter dem Strich blieb deshalb  übrig, dass wir uns vor allem auf das konzentrieren sollten, was wir auch in Zukunft noch gut können (müssen): Campaigning als die Kunst, nicht nur alle Register ziehen zu können, sondern vor allem auch als die Kunst, Menschen zu bewegen. Fürs Erste sind wir sicher…

Microtargeting ist gar nichts Neues. Es ist neu nur billiger.

Mit einer gewissen Ruhe im Kopf sollte man sich also ganz nüchtern betrachten, was die Cambridge Analytica Story wirklich bedeutet. Sie besagt nämlich nicht, wie es seit einer Woche immer heisst, dass es neuerdings möglich ist, Zielgruppen-Segmente bis herunter zur einzelnen Person personalisiert anzusprechen.

Denn das war schon immer möglich. Es war lediglich enorm aufwendig und bei grossen Zielgruppen viel zu teuer. Der News-Gehalt in dieser Story ist die Tatsache, dass die personalisierte Ansprache von Zielgruppen bzw. Zielpersonen heutzutage massenhaft zu einem spottbilligen Preis möglich ist, den man sich bis vor kurzem schlicht nicht vorstellen konnte. Und das wird unweigerlich in einer weitere Demokratisierung der Kampagnenführung münden.

Am Ende wird jeder jeden auf diesem Planeten persönlich ansprechen könne, ohne vorher von der Zielperson gewusst zu haben. Am Ende wird  Software stehen, der ich die Vermarktung meiner Ideen oder Produkte praktisch gänzlich überlassen kann, weil sie genau weiss, wen sie wo, wann und wie am besten erreichen kann. So, wie ich das schon vor zweieinhalb Jahren am Campaigning Summit Switzerland  2014 (damals hiess er noch Campaigning Summit Zurich) vorhergesagt habe:


Andere kritisieren, dass das Psychometrie-Modell, das hinter der Arbeit von Cambridge Analytica steht. Auch diese Kritik kann man getrost vergessen, denn sollte sie sich als richtig erweisen, wird das Modell einfach durch ein anderes ersetzt, das besser funktioniert. So oder so ist die Büchse der Pandora nun offen und man darf gespannt sein, was da alles bei herauskommt.

Mit Campaigning in die Zukunft

Das Motto des Campaigning Summit Switzerland 2017 – Hashtag #CSCH17 – lautet nicht umsonst «Mit Campaigning in die Zukunft».

Die aktuellen Themen und was alles noch bis dahin bekannt wird, werden uns intensiv beschäftigen, und mit Yuri van Geest haben wir auch einen Referenten, der sich unter dem Titel «Digital Big Bang – we are right in the middle of it!» intensiv mit den Folgen der technologischen Entwicklungen fürs Campaigning befassen wird.

(Übrigens: wer sich sein Ticket – fast die Hälfte ist schon weg – bis Weihnachten sichert, nimmt automatisch an der Verlosung einer Teilnahme am Speakers Dinner teil. Direkt zum Ticketshop geht’s hier.)

Es reicht nicht, die Zielgruppe präzise zu erreichen

Zum Schluss noch eine Bemerkung zur wirklichen Zielgruppenorientierung. Angesicht der enormen Möglichkeiten, die Big Data heute bietet, vor allem in Kombination mit lernender Software, habe ich mich natürlich gefragt, ob es in Zukunft überhaupt noch Target Community Labs™ braucht, unser Workshop-Angebot, bei dem Zielgruppen die Kampagnenstrategie, deren Botschaften usw. für sich selbst entwickeln. In Daniel Grafs Beitrag bin ich aber über folgende Passage gestolpert:

Während wir das «Keyvisual» , eine glückliche, 30jährige Frau mit zwei Hunden, für alle Versionen einsetzen, sorgen unterschiedliche Hintergrundbilder für einen regionalen Wiedererkennungseffekt.

Zielgruppen ticken meist anders, als wir denken

Wer dies aufmerksam durchdenkt, wird feststellen, dass diese Aussage auf einer (vielleicht) nicht überprüften Hypothese beruht, nämlich der Hypothese, dass ein ländliches Hintergrundbild ländliche Zielgruppen anspricht und ein urbanes städtische Zielgruppen. Aber stimmt das auch wirklich?

Als bluewin vor vielen Jahren junge Menschen mit einer Kampagne ansprechen wollte, die junge Menschen beim Snowboarden zeigt, erlebte sie einen Ansturm neuer Kunden aus dem KMU-Kader-Segment. Denn es waren vor allem deren Sehnsüchte – die sie sich viel zu selten erfüllen konnten –, die angesprochen wurden, während die jungen Leute die Werbesujets mehrheitlich ignorierten, schliesslich zeigten sie nichts Besonderes. Man muss sich also schon sehr gut überlegen, was denn am Ende wirklich bei der Zielgruppe richtig ankommt.

Target Community Labs™ wird es noch eine ganze Weile brauchen

Deshalb denke ich, wir können uns bei business campaigning GmbH entspannt zurücklehnen. So schnell wird die 2016 enorm angestiegene Nachfrage nach Target Community Labs™ nicht versiegen. Gleichzeitig bauen wir mit jedem Target Community Lab™ unser Wissen über das aus, was die verschiedenen Zielgruppen-Segmente, die schon teilgenommen haben, wirklich bewegt. Wir werden dadurch dank unserem eigenen Datensatz permanent besser darin, zu wissen, was bei wem funktioniert und was nicht. (Wer mehr über Target Community Labs™ wissen will, kann sich hier für einen spezifischen Newsletter anmelden und bekommt noch ein White Paper dazu.)

Eines Tages werden wir das in einen Algorithmus füttern. Aber bis dahin haben wir sicher eine neue Idee, was es auch in Zukunft noch für uns zu tun gibt.

Wir gehen weiter mit Campaigning in die Zukunft.

Ab in die Sonne, wo die Kakteen wachsen: Bio-Landhotel Anna – Corporate Identity und Unternehmensstrategie

Bio Landhotel AnnaEins vorneweg: wer genug von Nebel und Regen hat, Kakteen und Sonne sehen will, ohne (von der Schweiz aus) weit zu reisen, und vielleicht auch noch Reiten, Wellness, Sport, Wandern und Bio-Kost mag, der sollte jetzt schnell sein Pferd – oder Motorrad – satteln und nach Südtirol ins Bio Landhotel Anna reiten, das gleichzeitig auch noch ein Bio-Reiterhof (Bio Hof Vill) ist. Abgesehen davon, dass dieses Hotel auch einen Motorradfahrer-freundlichen Familienbetrieb mit BMW-Center darstellt, wo man sich wirklich gut aufgehoben und umsorgt fühlen kann, hätte ich damit auch schon alle wesentlichen Merkmale genannt, die die Identität des Bio-Reiterhof-Hotels einzigartig machen.

Im Oktober 2011 durfte ich für das Hotel einen Workshop zur Ausarbeitung der Corporate Identity und Unternehmensstrategie leiten. Kein einfacher Job bei einem derart komplexen Zusammenspiel verschiedener Stärken, deren Kombination zwar schnell zu einer eindeutigen Beschreibung führt. Diese ist jedoch viel zu lang und schwierig zu vermitteln. Die grösste Herausforderung bestand darin, wie man sie auf den Punkt bringt.

Kaktus Südtirol

Wochenlang hatte es in der Schweiz nicht geregnet. Und eigentlich wollte ich mit dem Motorrad anreisen. Die Fahrt hätte mich durch den Nationalpark geführt – eine wunderschöne Strecke, gerade im Herbst. Aber… es war der Tag, an dem meine Frau ihren Motorradführerschein machte, und so war es unvermeidlich der erste Regentag seit Wochen. Zumindest in der Schweiz. Im Südtirol schien die Sonne. Und so prägte sich für mich als wesentliches Alleinstellungs-Merkmal für das Bio Landhotel nicht sein leckeres Bio-Essen ein – dabei auch Hirsch aus der Region –, und auch nicht, dass man dort reiten und seine Motorradsachen trocknen kann, sondern der Kaktus als Symbol für die vielen Sonnenstunden, die die Region prägen. Wenn es im Schweizer Mittelland im Winter neblig grau und kalt ist, ist das Landhotel Anna eine Alternative, ganz in der Nähe. Obendrein liegt es nicht weit entfernt von einem Wellness-Zentrum mit allem drum und dran.

Wie üblich erfassten wir zuerst die Leidenschaften der Inhaber und langjährigen Mitarbeiter. Als den Betrieb prägend stellten sich heraus:

  • Familie
  • Kommunikation
  • Arbeit mit Gästen
  • Motorräder
  • Volks-Tradition
  • Bio-Landbau
  • Erreiche, dass die Menschen sich wohlfühlen
  • Hotel und Bauernhof als Einheit
  • Singen – Musik
  • Bergsteigen, Sport, Radfahren
  • Reiten
  • Mit einfachen Dingen andere glücklich machen

Diese Leidenschaften spürt man im Alltag des Hotels und Reiterhofs. Sie sind authentisch und nicht leere Worthülsen, die von Unternehmensberatern entwickelt wurden.

Landfhotel Anna Relaxen und Geniessen  Landfhotel Anna Bio Genuss

Aufbauend auf diesen Leidenschaften wurde eine Vision für die Kombination aus Hotel, Landwirtschaftsbetrieb und Reiterhof entwickelt. entwickelt. Aus Gründen der Vertraulichkeit möchte ich keine Einzelheiten nennen, aber ganz wichtig war die Erkenntnis, dass man noch lange nicht da ist, wo man sein möchte. Das Hotel wurde vor wenigen Jahren erst übernommen. Bis dahin war es ein ganz konventionelles Hotel ohne biologischen Anspruch.  Auf Bio-Kost umzustellen war schnell gemacht, konnte man doch viel davon selbst produzieren. Aber der Umbau wird noch Jahre dauern. Wegen beschränkter Ressourcen ist die Familie gezwungen, etappenweise vorzugehen. Um niemanden zu enttäuschen und Unterstützung zu finden, schlug ich vor, dies ganz aktiv zu kommunizieren: die Inhaber-Familie Vill hat die Vision, aus dem Landhotel Anna das beste Biohotel in ganz Südtirol zu machen.

Landfhotel Anna Ausritt  Landfhotel Anna Bio Apfelsaft

Um dieser Vision Schritt für Schritt näher zu kommen, muss das Team seine wichtigsten Aufgaben definieren, um die Existenzberechtigung des Hotels in die Tat umzusetzen. In meinem «business campaigning® Modell» nenne ich das die Mission, die man sich gibt. Hier legte sich das Team fest auf:

  • Das Juwel erhalten (Bauernhof) & pflegen
  • Das Neue (Hotel) dem Charakter des Juwels nahebringen
  • Entwickeln, verbessern, aufwerten
  • Charakter reinbringen
  • Die Grenzen des Wachstums respektieren
  • Zeit für die Familie schaffen
  • Bio-Anbau im großen Stil

Nachdem damit der Kern der Identität definiert war, wurden die strategischen Unternehmensziele und verschiedene Marketing-Projekte davon abgeleitet. Getreu dem Motto „pro strategischem Ziel ein Projekt“, damit auch wirklich an der Zielerreichung gearbeitet wird.

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Das Unterfangen ist für einen solch kleinen Betrieb nicht einfach und hängt auch sehr davon ab, dass alle in der Familie am gleichen Strang ziehen. Wer die Sache unterstützen und sich ein paar schöne Sonnentage auch im Winter gönnen will, darf gerne einen Abstecher nach Schlanders machen und einen Gruss von mir ausrichten. (Ich bekomme keine Provision dafür, auch nicht für diesen Beitrag).

„Community-Marketing erweitert den klassischen Marketingmix“ (reloaded)

Heute morgen hat SonntagsZeitung-Redakteur Barnaby Skinner darüber getwittert, dass Lady Gaga nun ihr eigenes Social Network gegründet hat. Das erinnerte mich an einen Artikel, den ich am 13. Deze,her 2006 in der Handelszeitung veröffentlichen  durfte, in dem ich voraussagte, dass Agenturen in Zukunft eigene Communities aufbauen werden, innerhalb derer sie dann für ihre Kunden ganz gezielt kommunizieren und vermarkten können, weil sie diese Community sehr gut kennen und ein gewisses Loyalitätsverhältnis besteht:

Community-Marketing erweitert den klassischen Marketingmix

Diesen September kaufte Rupert Murdoch die Jugendplattform MySpace, im Oktober Google die Plattform YouTube, und Sat1 beteiligte sich an Lokalisten.de. Hintergrund für das wachsende Interesse an Online-Communities ist die Erkenntnis, dass sie für das Marketing in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden – unter anderem, weil man hier gezielt das junge Publikum ansprechen kann, das sich von den klassischen Kanälen mehr und mehr abwendet.

Communities – ob online oder offline – zeichnen sich durch eine Reihe von Faktoren aus, die sie für das Marketing besonders interessant machen. Sie haben gleiche Interessen oder stehen hinter einer verbindenden Idee, teilen sich quasi eine Lebenswelt, sind ohne grosse Streuverluste effizient und effektiv zu erreichen und nicht selten untereinander vernetzt. Letzteres erleichtert das Initiieren von viraler Kommunikation, bei der Informationen, Ideen oder Botschaften sich ähnlich verbreiten wie Viren, im Wesentlichen also gratis. Communities sind auch relativ leicht zu mobilisieren, weil die gemeinsame Idee dazu führt, dass sie sich auch gerne ehrenamtlich engagieren. Dies wiederum erleichtert den direkten Dialog mit der Zielbzw. DialogGruppe, was hilft, die Kommunikation permanent zu verbessern und eine effiziente Wirkungskontrolle zu betreiben.

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seReive Got A New Logo, Improved Interface And The «Receive» Feature

Before I’m off for another holiday in Australia, just a short note, that recently I’ve been very busy not only with clients‘ projects (all of them really exciting and challenging) but also with seReive. It was time to give her a logo and a new design. The logo was done by Lorena Valentini, while Samuli was hitting the keyboards with improvements on the interface, programming the daily email-notifications (when you get reactions on your posts) and implementing the new design. For adding walls to seReive we recently introduced the so called oAuth process. After using seReive for a year now in social media campaigning, I then suddenly realized what the real strength of our tool is: it’s a multi-user social media cockpit for teams and real professionals. It is optimized fpr mobile applications and totally platform-independend. Except our own platform of course. But we are not e.g. depending on WordPress for seReive to function.

Today I added an instruction video and a list of references to the website. Have a look at www.sereive.info

The app itself is still under www.sereive.com

The following image shows in principle how seReive works.

Wenn der Fisch den Köder selbst entwickelt, beissen auch andere Fische darauf an

Was man beim Aufräumen alles findet…

Getreu nach dem obigen Motto entwickelten Markus Sorg und ich vor fünf Jahren ein Workshop-Konzept, das es ermöglicht, Kampagnenstrategien durch die Zielgruppe für sich selbst entwickelt zu lassen. Die Erfolge, die wir mit solchen Strategien hatten (meist geheim) waren wirklich beachtenswert. In einem Fall zum Beispiel eine Vervierfachung des Marktanteils. Ein Beispiel, das wir nennen dürfen, ist der Film «Mein Name ist Eugen», für den wir die Werbe- und PR-Strategie mit Hilfe sechs solcher Workshops erarbeiteten. Siehe Bericht in der Handelszeitung («Lausbuben gezielt vermarktet» hier als pdf herunterladen). Natürlich war dies vor allem einer der erfolgreichsten Schweizer Filme aller Zeiten, weil der Film so gut war, es war aber auch enorm wichtig, ihn richtig zu kommunizieren. Es war eine Gratwanderung zwischen zu hohen Erwartungen wecken und niemanden ins Kino locken. Andere Fälle, in denen wir solche Workshops einsetzten: Konzept zu Implementierung neuer Führungsgrundsätze bei SR Technics, Jugendliche-Projekt für Postfinance, Dienstleistungsverbesserungen einer Pensionskasse, Werbestrategie für eine Bank, usw.

Die Erfolge mit diesen Workshops, die wir «Target Community Labs™» nennen, weil hier die erste kleine Fangemeinde der Kampagne entsteht, bewogen das Schweizer Fernsehen, mich 2007 als Coach für drei Startups zu nehmen. Dieses Engagement war Teil der Sendung Startup, die 12 Startups ein paar Monate lang begleitete, wobei sie fachmännische Unterstützung bei der Finanzierungsbeschaffung bekamen, sowie eben Coaches wie mich, die sie bei allen möglichen Anliegen unterstützten. In meinem Fall eben bei der wirklich zielgruppenorientierten Kommunikation bzw. Positionierung. Den folgenden Beitrag aus der Sendung fand ich gestern beim Aufräumen und dachte, den stelle ich doch gleich online in den Blog. Er zeigt, wie eine Gruppe von Fans der DVD-Tauschbörse Exsila mithilft, deren Positionierung und Geschäfsmodell zu verbessern. Für die Firmengründer war es ein Highlight, weil sie zum ersten Mal ihre Fans und Kunden richtig kennenlernten, sich intensiv mit ihnen austauschen konnten und – rechtzeitig – feststellen durften, dass diese ganz anders sind als erwartet, vor allem viel heterogener, vom Archäologen bis zum Banker. Aber schauen Sie doch selbst (die langen Haare, die ich damals noch hatte bitte ignorieren…):

World Campaigning Forum: Learning from one another. To make our world a better place

During my career as a campaigning consultant and agency owner I came across a couple of books that marked milestones in the development of strategic thinking and the way business developers, marketers, strategists and communication specialists address change. I am thinking of people like:

  • Marty Neumeier, author of The Brand Gap
  • Alexandre Robert, co-author of Produkt ist Kommunikation
  • Mats Lindgren and Hans Bandhold, authors of Scenario Planning
  • Helen Edwards and Derek Day, authors of Creating Passionbrands
  • Joe Trippi author of The Revolution Will Not Be Televized
  • Tom Peters, author of Re-Imagine
  • Adam Brandenburger, Ada Brandenberger and Barry Nalebuff, authors of Co-Opetition
  • Harro von Senger, professor and expert for Chinese strategemes (www.36strategeme.ch)
  • Marco Althaus, author of Kampagne!

The concepts that they present in their books are mostly identical to my own campaigning concept. They come from different directions and work in different fields, but the mindset is the same. Since five years now the idea has been around to bring these authors together in order to learn from each other and make the world a better place. Because learning works best when you work together on a solution that is challenging and inspiring, with everybody adding his knowledge and experience to create something that is more than the sum of all, the idea is to choose a problem that poses a real challenge to humankind, the solution of which will be contribution to the future of our planet and our societies.

Some of the authors above have already confirmed that they would like to participate. In 2009 I tried to delegate the fundraising for and organization of the event. Today I started to give it another try myself. I updated the flyer and website and during the coming weeks I will make an effort to find sponsors – foundations that are interested to support this or corporations that will get an additional value by being allowed to present their own problem to be solved by this high-potential group of strategists.

One Pager 2010 V01

Website: www.worldcampaigningforum.org

pro:campaigning Skillshare und Currywurst Campaigning Night: Referat ServiceDesign by Esther Knaus

Vorgestern Abend traf sich wieder einmal die illustre Gemeinschaft auf pro:campaigning-Mitgliedern, Team-Mitgliedern von business campaigning Switzerland und Liebhabern der Currywurst und des Campaigning zum monatlichen Erfahrungsaustausch und Currywurst-Genuss bei mir zuhause. Im Zentrum des Erfahrungsaustausches stand diesmal Referentin Esther Knaus.

Esther Knaus hat ein ServiceDesign-Konzept entwickelt, das sich auf verschiedenste Branchen anwenden lässt. Damit hat es dies und ein paar andere Dinge gemeinsam mit meinem business campaigning® Modell. Esther geht immer gleich vor, wobei sie sich an einem vordefinierten Prozess orientiert, aber die Lösungen sind immer massgeschneidert, weil ihre Art der Analyse Dinge zum Vorschein bringt und Zusammenhänge aufzeigt, die den Beteiligten bis dahin nicht bewusst waren oder sich nicht genügend ins Bewusstsein gedrängt hatten. Von anderen Formen der Beratung unterscheidet sich auch das ServiceDesign-Konzept dadurch, dass es ganzheitlich an die Sache herangeht und neben Interventionen auch die Kommunikation von vornherein integriert. Ziel ist immer eine win-win-Situation für den Dienstleister und den Kunden. ServiceDesign kann auch dann zum Einsatz kommen, wenn es scheinbar nirgendwo gerade brennt. Denn die Methodik beinhaltet eine Art Check-Up, die entweder Probleme an den Tag bringen kann, bevor sie an die Oberfläche kommen, oder aber einfach auch neue Verbesserungsvorschläge, die nice to have sind. „Checkpoint ServiceDesign“ sagte Teilnehmerin Lorena Valentini anschliessend an das Referat.

Ich hatte Esther aus mehreren Gründen eingeladen. Erstens handelt es sich bei ServiceDesign um einen Werkzeugkoffer, den jeder Campaigner kennen sollte, weil er durchaus einmal die richtige Lösung für einen Kunden mit Problemen liefern kann. (Kommunikation ist zwar alles, aber nicht alles ist Kommunikation.) Zweitens ist Esther Mitglied im Team von business campaigning Switzerland und sollte auch den anderen Teammitgliedern einmal ihre Spezialität vorstellen. Drittens hatte ich selbst ihre Dienste 2004 schon einmal in Anspruch genommen, was meiner Agentur in der Folge einen regelrechten Boom bescherte, nicht nur, weil unsere Kunden danach noch zufriedener mit unseren Dienstleistungen waren. Und auch nicht nur, weil wir kostentreibende Leerläufe eliminieren konnten. Sondern auch, weil im Rahmen der Analyse unsere Kunden, die Esther befragte, durch die Interviews auch für sich Neues herausfinden bzw. entdecken konnten, was sie nachher erfolgreicher machte. Das alleine schon freute sie daran, weiter mit uns zusammenzuarbeiten. An den Erfahrungen von damals wollte ich die versammelten Unternehmer teilhaben lassen.

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Why Social Media Campaigning?

Today we announced the second social media campaigning assignment for this year. But given the fact that business campaigning Switzerland is a strategic consultancy as well as an interdisciplinary, result-driven agency, the question arises why we focus on one specific tool(box). During a pro:campaigning skillshare workshop in May this year I even realised how dangerous this can be to our brand. Social media is such a strong brand these days, that it might cover our strategic consultancy services.

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pro:campaigning Skillshare Report | Currywurst Campaigning Night

Last night members of pro:campaigning from Zurich came together for their monthly Skillshare Night. Our guest Ludwig Lingg gave a presentation and workshop on Businessmodel Generation By Osterwalder & Pigneur. Full report here. After the formal gathering campaigning aficionados and Currywurst fans arrived for our informal meeting on Currywurst and Campaigning. When Samuli and I presented seReive I was amazed at the intensity and amount of interest their was. Social Media Campaigning is taking of, and we are upfront with our cutting edge social media manager.

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