Blockchain Technologie – wie man sie erfolgreich einführt

Roger Bittel betreibt Upcrypto-Your Cryptocurrency News, einen News-Kanal und Community-Plattform rund um das Thema Blockchain.

Gestern hat er mich interviewt zur Frage, wie man Blockchain Technologie erfolgreich einführt. Basis des Interviews ist mein Modell mit den vier Dreiecken, den The Science of Change Triangles.

Hier geht’s zum Interview:
https://upcrypto.org/2019/05/28/blockchain-technologie-wie-man-sie-erfolgreich-einfuhrt-interview-mit-peter-metzinger/

Die sieben Phasen der Kampagnenplanung und die USR III

Am Freitag liess die NZZ drei Kampagnenmacher zur Frage zu Wort kommen, warum die Schweizer Abstimmungskampagne für die Unternehmenssteuerreform III scheiterte. Zumindest zwei davon vertraten die Meinung, es sei zu wenig im Vorfeld getan worden. Ich möchte nun ausnahmsweise mal nicht auf die Frage eingehen, ob die Gastautoren den Begriff Campaigning sinnvoll definieren. (Damit meine ich eine Definition, die die Methodik von semantisch verwandten Methoden abgrenzt, insbesondere von der öffentlichen Kommunikation zur Mobilisierung von Menschen. Ein neuer Begriff muss sich klar von bisherigen unterscheiden, damit nicht alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird.)

Stattdessen möchte ich auf die Kampagnen-Mechanik eingehen, wie sie im business campaigning® Modell beschrieben ist und 2003 in meinem Buch Business Campaigning veröffentlicht wurde.

Hier die relevantesten Passagen zweier Gastautoren:

Das mangelnde Vertrauen kam aber primär dadurch zustande, dass die Vorlage nicht verstanden wurde. Nicht, weil die Bürgerinnen und Bürger zu dumm dafür wären, sondern weil die Wirtschaftsverbände und Parteien erst wenige Monate vor dem Abstimmungssonntag begannen, mit wenigen Parolen und Schlagworten eine Abstimmungskampagne zu führen, welche weder die Steuerreform erklärte noch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ernst nahm.

Die Beschränkung auf eine reine Werbekampagne über drei Monate genügt heute nicht mehr. Sie hat wahrscheinlich noch nie genügt. Wer heute wirtschaftspolitische Vorlagen gewinnen will, muss die Elemente, welche das Erfolgsmodell Schweiz ausmachen, in «Friedenszeiten» erklären und nicht erst im «Krieg» Slogans verkünden und Plakate schwenken. Wo war in den letzten Jahren die provokative Debatte darüber, ob die Schweiz überhaupt eine Unternehmenssteuer brauche? Wo die leicht lesbare Infografik, wie das Steuersystem der Schweiz funktioniert?

(Andreas Hugi)

Politik und Wirtschaft müssen unter dem Jahr zwischen den Abstimmungen wieder mehr in Vertrauensbildung, Wissensvermittlung und Debatten investieren, idealerweise gemeinsam auf einer Plattform oder zumindest koordiniert. Direkte Demokratie ist ernsthafter Dialog durch überzeugende Köpfe und nicht nur Werbung. Nur dieser Dialog führt zur Akzeptanz politischer Positionen und Vorlagen.

Selbstverständlich braucht jede Abstimmungskampagne ihre Plakate und Schlagworte, dies ist jedoch nur noch das werberische Schlussbukett, die Schlussmobilisierung in den letzten Wochen vor dem Abstimmungssonntag, um flächendeckend die Aufmerksamkeit für sein Anliegen zu gewinnen und zum Handeln, also zum Abstimmen, aufzurufen. Zuerst kommt die dialogische Kommunikation (das Wesen der Public Relations), dann die Schlusskampagne (die Werbung). Diese Mechanik – der kurze Werbespot sei an dieser Stelle erlaubt – ist den Kommunikationsprofis in unserer Branche sehr wohl geläufig.

(Roman Geiser)

Dass Campaigning Dialog ist, predige ich ja nun schon seit 20 Jahren, und diese Erkenntnis hat auch Eingang in eine meiner Campaigning-Definitionen gefunden:

Campaigning = Intention x Information x Interaktion x Intervention

Aber wie sieht es mit den anderen Aussagen aus? Braucht es bei Abstimmungskampagnen eine Art Vorkampagne und Dialog in «Friedenszeiten»? – Nach dem business campaigning® Modell ganz klar: Ja.

Denn in der Regel folgen alle Kampagnen sieben typischen Phasen, wie sie in der Grafik symbolisch dargestellt sind.

  1. Kampagnen-Planung

    Während der Kampagnen-Planung wird die erste Idee formuliert, einer Analyse unterzogen, die Strategie ausgearbeitet und die verschiedenen Projekte oder Teilprojekte definiert. Notwendige Sofortmassnahmen werden im Massnahmenplan festgehalten, umgesetzt und evaluiert. Dazu gehört auch, was es in Phase 2 zu tun gibt.

  2. Community-Aufbau

    Die interne Kampagne kommt immer zuerst. Sie dient auch als Test für die Umsetzbarkeit nach aussen. Interne Meinungsmacher, Beeinflusser und Entscheider werden involviert und können Einfluss nehmen. Die Grenze zwischen intern und extern entscheidet darüber, ob damit nur «innerhalb der eigenen Organisation» oder z.B. «innerhalb der Branche» usw. gemeint ist. Je nach Feedback wird der Kampagnen-Plan angepasst.

  3. Community-Ausweitung

    Weitere Stakeholder werden involviert oder informiert. Spätestens jetzt sind damit auch externe Akteure bis hin zur gesamten Öffentlichkeit gemeint. Bei Abstimmungskampagnen ist in dieser Phase der in den Gastautoren-Beiträgen der NZZ erwähnte Dialog, die Vertrauensbildung und  die Wissensvermittlung zu leisten. Je nach Feedback wird der Kampagnen-Plan angepasst.

  4. Logistische Vorbereitungen

    Während dieser Phase werden die Kampagnenmaterialien produziert, das Team ausgebildet, die Infrastruktur aufgebaut usw. Bei Abstimmungskampagnen werden Plakate, Flyer usw. produziert.

  5. Lancierung

    Ob sie nur einen Tag geht oder eine ganze Woche: die Lancierung sollte als gesonderte Phase betrachtet werden, weil sie eine andere Dynamik als der Rest der Kampagne hat und weil von ihr so viel abhängt («you never get a second chance to make a first impression»). Je nach Feedback wird der Kampagnen-Plan angepasst.

  6. Umsetzung

    In dieser Phase wird umgesetzt und beim Erreichen von Meilensteinen gemessen, ob man auf Kurs ist. Die Meilensteine wurden schon während der Planung festgelegten; das ist sehr wichtig. Auch die Art und Weise, wie die Zielerreichung gemessen wird, muss bereits zusammen mit der Kampagnen-Strategie ausgearbeitet worden sein. Nur so kann man verhindern, dass die Wirksamkeitsmessung mehr vom eigenen Wunschdenken beeinflusst wird als von den Fakten. Je nach Ergebnis werden Analyse, Strategie,  Projektplanung und/oder die Massnahmenplanung überarbeitet.

  7. Abschlussphase

    Die Kampagne ist beendet, anhand der zu Beginn festgelegten Kriterien wird ihr Erfolg beurteilt und aus dem Ergebnis die Lehren für die nächste Kampagne gezogen und schriftlich festgehalten. Diese finden ihren Eingang in die Analyse, Strategie, Projekt- und Massnahmenplanung für die nächste Kampagne.

Abschliessend sei noch erwähnt, dass dieses Modell fraktal ist. Denn die sieben Phasen gelten auf jeder Ebene bzw. zu einem gewissen Mass auch wiederum in den einzelnen Phasen. Die interne Kampagne folgt dem gleichen Muster, wie auch die Phasen der Community-Ausweitung und die Lancierung.

Ich freue mich auf Fragen und Kommentare und/oder Diskussionen über dieses Bild am business campaigning Day mit anschliessendem Campaigning-Meetup am 30. März und/oder beim Campaigning Summit Switzerland am 31. März. (Es sind weniger als 20 reguläre Tickets übrig.)

 

Zertifikatskurs Strategisches Campaigning an der KV Zürich Business School

Gestern haben wir die folgende Medienmitteilung über einen mi Herbst an der KV Zürich Business School startenden Zertifikatskurs Strategisches Campaigning veröffentlicht.

Bereits vor über 10 Jahren gab es einmal einen ähnlichen Kurs. Die Teilnehmenden von damals, mit denen ich noch im Kontakt bin, sagen heute noch, sie hätten im Kurs viel gelernt, das sie weiterbrachte.

Daniel Graf zum Beispiel, der allseits präsente Online Campaigner schickte mir das folgende Zitat, das ich benutzen soll:

Die Weiterbildung bei Peter war sehr wertvoll. Er brachte System in mein Kampagnendenken. Seine strategischen Werkzeuge nehme ich gerne zur Hand, um knifflige Entscheidungen zu treffen.

Das Programm umfasst insgesamt 15 Kurstage, in denen man die wichtigsten Dinge lernt, die ein Campaigner können sollte und ausserdem an einem eigenen Kampagnenplan arbeiten kann. Und hier nun die Medienmitteilung:

Zertifikatskurs Strategisches Campaigning an der KV Zürich Business School 

Dietikon, 7. März 2017. Ab Oktober 2017 bietet die KV Zürich Business School in Zusammenarbeit mit business campaigning GmbH den neuen Zertifikatskurs Strategisches Campaigning an. Absolventinnen und Absolventen lernen darin, mit dem business campaigning Modell eine Kampagne, Unternehmungen und Veränderungsprozesse zu planen, zu initiieren, zu führen und dabei ihre Ressourcen effektiver sowie effizienter einzusetzen. Ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen, politischen oder anderen Mitbewerbern soll durch diesen Kurs gesteigert werden. Vorgestellt wird der Kurs am Campaigning Summit Switzerland. 

Campaigning sei ein Weg, um Kommunikations- und Managementaufgaben strategisch, wirkungsorientiert, ressourceneffizient und interdisziplinär zu planen und zu steuern, steht auf der Landingpage der KV Zürich Business School. «Gerade für unsere Community, die sich lebenslang weiterbildet und die Karriereleiter auch in Zeiten schwieriger Herausforderungen nach oben klettert, ist diese Methodik aufgrund ihrer Vernetztheit besonders gut geeignet», so Urs Achermann, Leiter KV Zürich Business School.

Denn mit strategischer Kommunikation und zielgerichteter Intervention werde beim Campaigning direkt in Prozesse und Zustände eingegriffen, um diese nachhaltig zu verändern. Gerade in Transformationsphasen, wie die Wirtschaft sie aktuell durch die Digitalisierung erlebt, sei Campaigning als Methodik der strategischen Steuerung besonders gut geeignet, um Chancen und Handlungsfelder zu identifizieren und sowohl Veränderungs- als auch Kommunikationsprozesse gezielt zu steuern.

Der Kurs vermittelt das business campaigning® Modell von Peter Metzinger, das sich seit fast 20 Jahren in unzähligen Kampagnen und Veränderungsprozessen bewährt habe – von Produkteinführungen über Kulturwandel in Unternehmen, Change Management, Unternehmenskommunikation, interner Kommunikation, Marketing, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, Rebranding, Imagekampagnen und Reputationsmanagement bis hin zu Public Affairs. Die Liste der Anwender reiche von kleinen NGOs und Startups bis hin zu globalen Konzernen und dem World Economic Forum in Davos.

Der Kurs richtet sich an alle, die sich in Unternehmen, Agenturen, Verbänden, Parteien, Nonprofit-Organisationen, Vereinen oder öffentlichen Verwaltungen mit Veränderungsprozessen oder Kampagnenaufgaben beschäftigen und dafür nach neuen, effizienteren und zukunftsfähigen strategischen Ansätzen suchen.

Am business campaigning Day, der am 30. März den Auftakt zum Campaigning Summit Switzerland bildet und der ebenfalls an der KV Zürich Business School stattfindet, gibt es die Möglichkeit, sich im Gespräch mit Kursleiter Peter Metzinger zu informieren.

Weitere Informationen:

http://www.kvz-weiterbildung.ch/bildungsangebot/strategisches-campaigning

Peter Metzinger
+41 79 628 61 26
peter@businesscampaigning.com
www.businesscampaigning.com
twitter.com/campaigning

business campaigning GmbH ist die Nr. 1 für Campaigning in der Schweiz. Wir machen Kampagnen. Aber anders. Denn der Campaigning Ansatz basiert auf einer integrativen, cross-medialen und strategischen Denk- und Arbeitsweise. Campaigning ist die Kunst, alle Register ziehen zu können, um wirkungsvoll und effizient ein gegebenes Ziel zu erreichen und/oder Menschen zu bewegen.

Zum fünften Mal Campaigning Summit Switzerland (aktualisiert)

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(Korrektur: zuerst hiess der Titel «Fünf Jahre Campaigning Summit Switzerland». Aber genau das ist ja falsch. Es ist der fünfte, aber es sind nur vier Jahre seit dem ersten…)

Auf LinkedIn begann es letzte Woche Glückwünsche zum «4-jährigen Firmenjubiläum» zu hageln. Ich wusste zuerst gar nicht, was gemeint war, bis ich entdeckte, dass die Tatsache, dass der Campaigning Summit Switzerland am 31. März zum fünften Mal stattfindet, bedeutet, dass seit dem ersten Mal vier Jahre vergangen sind. Grund genug für einen kurzen Rückblick.

Die Idee für eine solche Plattform kam mir schon 2004. Jedoch gab es immer andere Prioritäten, bis Lorena und ich schliesslich 2013 Mitte März entschieden, die Idee endlich umzusetzen. Gesagt getan, innerhalb von 2.5 Monaten fand dann der erste Campaigning Summit Switzerland statt, damals noch unter dem Namen Campaigning Summit Zurich. Als Hauptredner konnten wir den Wahlkampfmanager verpflichten, der 2003 den ersten Präsidentschaftswahlkampf in den USA mit Social Media geführt hatte und aus dessen Team dann die Agentur hervorging, die Barack Obama zur Präsidentschaft verhalf, Joe Trippi. Der erste Campaigning Summit Switzerland war sehr emotional und es verschlug mir glatt die Sprache, als ich auf der Bühne stand. Ein solches Lampenfieber hatte ich mein ganzes Leben lang nicht (und auch seither nicht wieder).

Wir hatten mit 120 Teilnehmenden gerechnet, 160 kamen. Seitdem ist die Campaigning Summit Community in der Schweiz stetig gewachsen, der letzte Summit war ausverkauft und auch dieses Mal sieht es so aus, wie wenn wir gute Chancen haben, dass alle Plätze gebucht werden. Das brauchen wir auch dringend zur Finanzierung. Denn bei diesem neuen Thema ist es fast unmöglich, Sponsoren zu finden und die Finanzierung geht nur über Tickets und weil meine Firma business campaigning GmbH den Rest übernimmt. (Dabei sei nicht unterschlagen, dass wir durchaus Sponsoren haben, jedoch nicht genügend. Siehe hier.) Alles in allem haben wir bisher an jeden Campaigning Summit etwa 30’000 Franken cash gezahlt und eine 70%-Stelle für die Organisation und Promotion finanziert. Man kann also sagen, wir haben jeden Campaigning Summit Switzerland mit mindestens 100’000 Franken unterstützt. Keine kleine Sache für eine so kleine Firma wie meine. Wir haben das nur geschafft, weil unser Team voll und ganz dahinter steht. An dieser Stelle deshalb ein grosses Dankeschön an unser Team.

Und es hat sich gelohnt. Nicht nur, weil wir aufgrund des immer überwältigend positiven Feedbacks jedes Mal einen enormen Motivationsschub für unsere Arbeit bekommen, sondern auch, weil es endlich eine lebendige Campaigning Community in der Schweiz gibt, wie ich sie mir lange gewünscht hatte. Immerhin sind es nun schon 20 Jahre, seit ich mit der Entwicklung des business campaigning® Modells begonnen und meine Firma gegründet habe. Viele Jahre war ich allein auf weiter Flur.

Wie nicht anders zu erwarten hat dies auch Nachahmer hervorgelockt. Mindestens ein Dutzend Agenturen verkünden seit 2013, dass sie unter anderem auch Campaigning anbieten. Deren Verständnis ist jedoch meist nicht dasselbe. Während wir unter Campaigning einen Ansatz verstehen, bei dem es darum geht, ALLE Register ziehen zu können, um ein Ziel zu erreichen und Menschen zu bewegen, verstehen andere meist nur eine bestimmte Form der Kommunikation unter dem Begriff. Die Unterscheidbarkeit ist also durchaus noch gegeben und ich bin fast ein wenig stolz auf die neue Konkurrenz. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

Wie immer wird auch am 31. März Innovation ein wichtiges Thema beim Campaigning Summit Switzerland sein. Bestseller-Autor Yuri van Geest wird uns vor Augen führen, was exponentielle Entwicklung von Technologie wirklich bedeutet und wie sehr wir von unserem mangelnden Verständnis von exponentiellem Wachstum in die Irre geführt werden, wenn wir uns Gedanken über die Zukunft machen. Jonathan Ellis wird einfache, aber geniale Tools für die Kampagnenplanung vorstellen, Michael Brandtner Tipps zur strategischen Markenführung geben, Operation Libero wird einen Blick hinter die Kulissen erlauben und ich selbst werde ein Überraschungsreferat halten. Nach der Mittagspause gibt es Lach-Yoga zum Wiedereinstieg und in den  Pausen wieder jede Menge der beliebten BarCamp-Sessions.

Zur Feier des Jahrestages gibt es zudem ganz am Anfang eine kleine Überraschung für alle Teilnehmenden.

Aber eigentlich geht es schon am 30. März los. Am Vortag zum Haupt-Event wird in Zusammenarbeit mit der KV Zürich Business School zum ersten Mal der business campaigning Day stattfinden, mit gratis Referaten am Vormittag und einer Campaigning-Werkstatt am Nachmittag.

Und am Abend findet in der Rüsterei ein Campaigning Meetup für alle Interessierten statt. Hier kann man sich in der Campaigning Gruppe anmelden, die Information und Einladung folgt in den kommenden Tagen.

Aktuell gibt es nur noch knapp 40 reguläre Tickets. Diese sind 100 Franken günstiger als die Last Minute Tickets. In der Vergangenheit gab es in den letzten beiden Wochen immer noch einen regelrechten Run auf die letzten Tickets. Ich kann also nur dazu raten, sich sein Ticket jetzt zu sichern, falls Interesse an der Teilnahme besteht. Hier geht es direkt zum Ticketportal.

Why «The protest movement is failing…»

In a recent arcticle – «The protest movement is failing: it’s fighting the same old battles with the same poor results» – in The Guardian Deborah Doane is asking the question «Does Campaigning fail?» and summarizes her hypothesis with the sentence «Activists’ tendency to turn every issue into a fight against government or big business won’t create long term change.»

While her analysis of the «key reasons why campaigning is failing» is very precise in terms of strategic mistakes, failures and errors, it is at the same time as wrong as one can only imagine.

„Why «The protest movement is failing…»“ weiterlesen

Die Kampagne easyvote

Die Kampagne easyvote läuft seit letztem Jahr und gehört zu dem Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ. Getreu dem Motto «Von der Jugend für die Jugend!» ist die Förderung der politischen Partizipation von Jugendlichen bei Wahlen und Abstimmungen das primäre Kampagnen-Ziel. Insbesondere sollen auch Neu-WählerInnen durch die Abstimmungshilfe easyvote politisch neutral informiert und aufgeklärt werden.

Der Kontakt zu easyvote fand erstmals über das Campaigning Netzwerk statt, vor allem daher, weil sie mein Buch kannten und einsetzen. Es bildet die Grundlage für die Kampagnenstrategie. Besonders hilfreich seien dabei die Campaigning Arena, die Zielgruppenorientierung, SCG1 (polarisieren, profilieren, positionieren) und die Formel I^4 gewesen, so easyvote.
Bevor die Kampagne starten konnte, wurde zunächst eine Campaigning-Analyse durchgeführt. Dazu fand vor circa einem Jahr der erste gemeinsame Workshop mit zahlreichen Campaigning-Experten statt, darunter auch Daniel Jörg von Farner, der aber nur dieses eine Mal dabei war und danach nicht mehr aufgeboten wurde.

Aufgrund meines Inputs und auch, weil mein Buch so klar betont, wie wichtig es ist, herauszufinden, was die Zielgruppe WIRKLICH bewegt, wurde eine Umfrage in Auftrag gegeben, um die Zielgruppe der jungen Wähler besser zu verstehen. Die Durchführung der Studie wurde von der gfs.bern AG (http://www.gfsbern.ch/de-ch/) übernommen. Die aus den Daten erstellte Zielgruppenanalyse zeigte die richtigen Tools und Methoden auf, mit denen Jungendliche WIRKLICH zu bewegen sind. (Es liegt in der Natur des business-campaigning-Modells auf echte Zielgruppen-Orientierung hinzuwirken und den Fehler zu vermeiden, man wisse, wie diese ticken.) So zeigte sich, dass nicht etwa – wie zuerst vermutet – Partys oder fancy Aktionen effektiv sind, nein es sind die seriösen, persönlichen Gespräche, die die Jugendlichen aktivieren. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde die Kampagnenstrategie entwickelt, die auf die beiden Stränge «Hemmnisse abbauen» und «Politisches Interesse wecken» setzt.
In der ersten Aprilhälfte leitete ich aus diesem Anlass bei easyvote zwei weitere Campaigning-Workshops. Das Team von easyvote hatte mit Hilfe meines Buches eine tolle Vorarbeit geleistet und einen Kampagnenplan entwickelt, der sich sehen lassen konnte. Es gab aber dennoch eine ganz wichtige Arbeit zu tun, vor der man sich nur allzu gern drückt, die aber den Schlüssel zum Erfolg liefern kann: die Ziele konkretisieren. Gemeinsam machten sich das Team von easyvote, externe Experten wie Marc Balsiger, Nicola Forster und Daniel Graf sowie Vertreter verbündeter Organisationen an die Arbeit. (An dieser Stelle nochmal vielen Dank an meine Kollegen und das engagierte Team von easyvote für die sehr gute Zusammenarbeit).
Zur Konkretisierung der Strategie wurden klare Ziele definiert: Steigerung der Wahlbeteiligung von 32% auf 40% (im Vergleich zur letzten Wahl 2011), d.h. 20.000 zusätzliche WählerInnen, insbesondere auch die NeuwählerInnen zwischen 18 und 23 Jahren. In der Diskussion darüber, wie man diese erreicht, wurden verschiedene Zielgruppen-Kategorien festgelegt. Als Ergebnis wurde folgende Zielsetzung für Oktober 2015 definiert: 10’000 NeuwählerInnen, 5’000 Wechselwähler/innen und 5’000 in der gfs-Studie als Internet-affin bezeichnete WählerInnen. Die konkrete Vorstellung vom Ziel machte auf einmal auch die Vorstellung davon konkret, wie man das Ziel erreichen kann. So entstand schnell die Idee, die Zielgruppe über so genannte WahlhelfernInnen zu mobilisieren, welche die Jugendlichen in persönlichen Gesprächen informieren. Um die Anzahl von 20’000 jungen Wählern zu erreichen, braucht es circa 1’000 solcher WahlhelferInnen. Gleichzeitig sollen diese ihr Engagement online sichtbar machen.

Die Ergebnisse des Workshops können in folgender Medienmitteilung nachgelesen werden:
https://www.easyvote.ch/fileadmin/files/News_und_Medien/Medienmitteilungen/2015_04_16_Medienmitteilung_easyvote.pdf

Der Strategische Campaigning Grundsatz Nr. 11 und die Physik

Heute morgen las ich in der Juniausgabe des Bild der Wissenschaft einen Artikel über die jüngsten Entwicklungen bei der Erforschung von Antimaterie. Er fing mit dem folgenden Textausschnitt an. Als ich den las, dachte ich „na das ist doch mal eine originelle Anwendung des Strategischer Campaigning Grundsatzes Nr. 11  (Effizienz und Pragmatismus) auf dem Gebiet der Physik. Man könnte auch sagen, das Beispiel verdeutlicht den Unterschied zwischen einem Campaigner und einer instrumentefixierten Agentur.

Physiker erzählen gerne die Geschichte vom Studenten, der die Höhe des Universitätsgebäudes bestimmen soll. Sein Professor händigt ihm dazu ein Barometer aus – und erwartet, dass der Student den Luftdruck-Unterschied abliest, um daraus die Höhe zu berechnen. Doch der pfiffige Student hält das für viel zu naheliegend und schlägt andere Methoden vor: Er könnte das Barometer als Pendel verwenden, um dessen Periode zu messen, die wegen der Erdanziehung von der Höhe abhängt. Oder er könnte es vom Dach des Gebäudes werfen, um die Fallzeit zu bestimmen. Doch der Professor ist damit nicht zufrieden. Schließlich klopft der Student an die Tür des Hausmeisters – und der verrät ihm, wie hoch das Gebäude ist, nachdem er das Barometer geschenkt bekommen hat.