Was eigentlich ist business campaigning®?

Diese Frage wurde mir in den letzten Tagen häufig gestellt. Der folgende Text sollte es ganz gut erklären können, denn ich verwendete ihn in einer E-Mail und bekam die Antwort, dass damit alles beantwortet sei.

Campaigning ist die Kunst, Menschen dazu zu bewegen, ihr Verhalten, Denken oder ihre Einstellungen zu ändern, damit man ein bestimmtes Ziel erreicht.

So lernte ich das in den 80er und 90er Jahren bei Greenpeace, für die ich 13 Jahre tätig war, darunter 6 Jahre hauptberuflich und die letzten 3 Jahre als Campaigns Director Greenpeace Schweiz.

Ich habe damals erkannt, dass sämtliche Kampagnen und Veränderungsprozesse am Ende darauf abzielen, das Verhalten, das Denken oder die Einstellungen einzelner Personen zu verändern. Denn es sind nicht Staaten oder Behörden, Verbände oder Unternehmen, die Entscheidungen fällen und etwas tun, es stecken immer  einzelne Menschen dahinter. Daraus folgt, dass jede Kampagne und jeder Veränderungsprozess den gleichen Gesetzmässigkeiten unterliegen.

Und so entstand 1997 bei mir die Idee – hier kommt nun der Physiker in mir zum Ausdruck – eine Theorie der Veränderung zu entwickeln und ein Modell, mit dem man Kampagnen systematisch planen, umsetzen und bewerten und zudem auch noch Campaigner ausbilden kann.

Dieses Modell nannte ich dann 1999 das business campaigning® Modell, denn der Begriff Campaigning stammt aus dem Nonprofit-Bereich und die Ergänzung mit dem Wort Business soll zum Ausdruck bringen, dass das Modell genauso gut durch Unternehmen eingesetzt werden kann. Die letzten 20 Jahre haben das auch bewiesen, wie man hier nachlesen kann.

Das ® kommt daher, dass ich den Begriff business campaigning beim Institut für geistiges Eigentum in Bern als Wortmarke schützen liess, als Qualitätssicherung, damit ich garantieren kann, dass business campaigning «drin steckt, wenn business campaigning drauf steht».

business campaigning GmbH checkt Fakten zur Altersvorsorge

De nächsten Monate werden intensiv. Gestern veröffentlicht:

Medienmitteilung vom 16. Mai 2017

business campaigning GmbH checkt Fakten zur Altersvorsorge

Dietikon. Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP hat business campaigning GmbH mit einer Faktencheck-Kampagne zur «Altersvorsorge 2020» beauftragt. Wie der Verband am Freitag in Bern bekannt gab, sagt er «mit Vorbehalten Ja zum beschlossenen Kompromiss und fokussiert sich im Abstimmungskampf auf einen Faktencheck». Dazu gehört die Weiterentwicklung der bereits bestehenden und ebenfalls durch business campaigning GmbH konzipierten und betreuten Website dringendereform.ch und der dazugehörigen Social Media Konten. Auch ein von business campaigning GmbH konfigurierter Chatbot, der Auskunft zur Altersvorsorge gibt, befindet sich bereits in der Testphase.

Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP hat seine Mitglieder zur Reform der Altersvorsorge befragt. Dabei wurde die Haltung des Vorstands von über 80% der antwortenden Mitglieder unterstützt. Bezüglich Gesamtbeurteilung der Vorlage bewegen sich die Meinungen zwar innerhalb einer bestimmten Bandbreite: Mehrheitlich wird – teilweise mit Vorbehalten – zugestimmt; eine Minderheit lehnt, unter Betonung der zusätzlichen monatlichen CHF 70 für Neurentner und der umsetzungstechnischen Nachteile für die berufliche Vorsorge, die Vorlage aber ab. Aufgrund dieser Ergebnisse sagt der ASIP nach Abwägen der Vor- und Nachteile Ja zum beschlossenen Kompromiss.

Die Palette von Meinungen unter den ASIP-Mitgliedern lässt sich auf deren unterschiedliche Strukturen zurückführen. Die Meinungsvielfalt ist nachvollziehbar und zu respektieren. Es liegt in der Verantwortung jeder Pensionskasse, zu entscheiden, wie sie sich im Abstimmungskampf positionieren und in welcher Form sie ihre Versicherten informieren will.

Als unabhängiger Fachverband ist der ASIP Ansprechpartner für alle Akteure im Umfeld der beruflichen Vorsorge. Er wird sich daher keinem Abstimmungskomitee anschliessen. Gleichwohl wird sich der ASIP im Abstimmungskampf engagieren: Mittels einer primär im digitalen Bereich geführten Aufklärungs- und Faktencheck-Kampagne wird er die Vor- und Nachteile (Chancen/ Risiken) der Vorlage sowie die Konsequenzen bei einem Ja und bei einem Nein aufzeigen.

Der ASIP setzt sich zum Ziel, das Verständnis bezüglich Vorsorgefragen zu verbessern und gleichzeitig Falschinformationen entgegenzuwirken. Wichtig für den ASIP ist eine ausgewogene und fachlich fundierte Meinungsbildung der Stimmbevölkerung. Dreh- und Angelpunkt bleibt die schon bestehende Website www.dringendereform.ch.

A 3D-printed key that can’t be copied – media coverage for one of our clients

Did you know, that today you can copy any mechanical key with a cheap 3D printer? Even worse: modern smartphones can scan any key hanging or lying around and thus provide the file for the 3D printer. Digital keys are not the best answer to this threat, as they can be hacked. UrbanAlps, a startup from Switzerland and one of our clients found the answer: the Stealth Key, a key that turns its security elements inside out and cannot be scanned. One should think the industry  was waiting for it. Instead, they deny that there is a problem at all.

Last week the Stealth Key covered by The Economist. Read more here:

http://www.economist.com/news/science-and-technology/21720619-new-technology-high-security-locks-3d-printed-key-cant-be-copied

Grober Tippfehler im letzten Blog-Beitrag

Soeben habe ich gemerkt, dass ich mich letzten Blog-Beitrag böse vertippt habe. Es sollte nicht heissen «Das bedeutet, ich sollte den Slogan von business campaigning Day anpassen», sondern den von business campaigning GmbH. Denn die business campaigning GmbH is «the real thing» in Sachen Campaigning. (Oder doch das business campaigning® Modell?)

Chatbot «Berni» hilft nun bei der Kampagnenplanung

Zum Feierabend darf ich mich heute über einen Bericht des persoenlich-Magazins freuen, das über unseren Kampagnenplanungs-Chatbot berichtet. Den entwickelte ich vor einigen Wochen mal in einer ersten Version am Wochenende aus reiner Lust am Programmieren. Allerdings habe ich dabei nicht wirklich Code geschrieben, sondern Chatfuel genutzt, eine Art CMS für Facebook-Bots. Der Bot erkennt den Inhalt des Geschriebenen dank intelligenter Spracherkennung recht gut und kann Fragen beantworten, wie zum Beispiel, was Campaigning ist oder was es von Öffentlichkeitsarbeit unterscheidet. Vor allem aber führt er einen durch den Prozess der Planung einer Kampagne, und zwar nach dem business campaigning® Modell.

Hier gehts zum Artikel von persoenlich: http://www.persoenlich.com/digital/chatbot-fur-die-kampagnenplanung

Noch ein paar Informationen zum business campaigning® Modell:

Vor 20 Jahren begann ich mit der Entwicklung dieses Modells zur Planung von externen und internen Kampagnen. Als Physiker will man die Wirklichkeit ja immer am liebsten mit Modellen beschreiben, deren Anwendung brauchbare Resultate liefert, die man dann umsetzen kann. Genau so ein Modell wollte ich für die Planung von Kampagnen entwickeln – und tat es auch. Am 12. Februar 1998 leitete ich dann das erste Campaigning Seminar mit Hilfe dieses Modells, das ich dann später business campaigning® Modell taufte, weil es zwar aus dem NGO-Bereich kommt, aber auch von Unternehmen anwenden lässt.

Seitdem wurde es erfolgreich zur Planung von Kampagnen in den Bereichen Public Affairs, Marketing, Unternehmenskommunikation, Branding, Produktlancierung und Reputation Management eingesetzt, intern in den Bereichen Change Management, Organisationsentwicklung, Kulturwandel und Verbesserung der internen Kommunikation. Selbst das Open Forum des World Economic Forum in Davos wurde auf seiner Basis entwickelt.

Interesse, darüber zu philosophieren? – Komm‘ zu unserem nächsten Campaigning Meetup oder zum Campaigning Summit Switzerland.

Wir machen Kampagnen. Aber anders.

Seit 19 Jahren versuche ich in allen Varianten zu erklären, was wir eigentlich machen. Wenn ich Campaigning als die Kunst, ALLE Register ziehen zu können, definiere, bringe ich gerne als Erklärung die Anekdote von der Inhaberin einer kleinen Firma, die von uns eine Werbekampagne wollte, um Kundenverluste zu kompensieren. Stattdessen empfahl ich ihr eine Traumatherapie, weil sie zwei Wochen bevor die Probleme der Firma anfingen, einen Autounfall mit Schleudertrauma als Folge und Schmerzen hatte. Wenn die Inhaberin einer sehr kleinen Firma ein Riesenproblem hat und dann auf einmal die Firma auch, sollte man das zuerst lösen bevor man eine Werbekampagne macht, war mein Gedanke, der sich auch als erfolgreich herausstellte.

So gesehen ist Campaigning eine bestimmte Art zu denken, um Probleme zu lösen.

Aber natürlich machen wir auch ganz normale Kampagnen, Werbekampagnen, Wahlkämpfe, Abstimmungskampagnen, PR-Kampagnen, Social Media Kampagnen, Produktlancierungen usw. Wir entwerfen die Strategie, planen die Umsetzung, produzieren alles, was es braucht, bereiten die Lancierung vor, suchen die passenden Partner und koordinieren als Kampagnenhauptquartier die Umsetzung. Oder wir begleiten Partner dabei.

Nur, so wie wir unseren Kunden immer wieder empfehlen, ihre Angebote aus den Augen der Zielgruppe zu betrachten, weil man selbst dem Fluch des Wissens unterliegt und gar nicht richtig vermitteln kann, was für die Zielgruppe relevant ist, so geht es uns auch. Wir brauchen Feedback von aussen, am besten von Personen, die sich noch ganz frisch mit der Materie befassen.

Als Bruno Hofer, der Standortförderer Limmattal, in dem wir nun seit über einem Jahr domiziliert sind, letztes Jahr zu Besuch war, um mein Referat beim Wirtschaftsfrühstück vom 17. Januar vorzubereiten und erfuhr, was wir alles machen, brachte er es so auf den Punkt: «Ihr macht Kampagnen. Du hast ein Modell, mit dem Du Leute ausbilden und Kampagnen strukturiert nach dem immer gleichen und bewährten Muster planen kannst. Und Du hast ein Team von am Modell ausgebildeten Leuten, die für Dich Kampagnen umsetzen können.»

Das stellt eine Umkehrung des Schwerpunkts dar. Wir machen Kampagnen. Aber wir machen nicht einfach nur Kommunikationskampagnen. Unter einer Kampagne verstehen wir einen strategisch gesteuerten Prozess zur Erreichung eines Ziels, bei dem ich Menschen dazu bringen muss, ihr Verhalten oder Denken zu ändern, ohne dass ich das befehlen kann. Der Fokus liegt hier auf der Kampagne, nicht auf der Denkweise.

Diese Art Kampagnen zu machen, unterscheidet sich ganz wesentlich von dem, was man sonst unter Kampagne versteht. Deshalb haben wir das «wir machen Kampagnen» ergänzt mit «aber anders». Anders, weil wir mit dem business campaigning® Modell eine Theorie als Basis haben, die definiert, dass Campaigning mehr ist als Kommunikation.

Anders, weil wir vom Ziel aus rückwärts und wirkungsorientiert denken. Weil wir Kampagnen mit Hilfe des business campaigning® Modells durch die Zielgruppe selbst entwickeln lassen (Target Community Labs™). Weil wir kein normales Büro haben, sondern mit dem Campaigning Center ein zentrales Home Office als Co-Working-Space. Weil wir Querdenker sind und meist einen dritten Weg sehen, wo andere nur zwei sehen. Und so weiter.

Wir machen Kampagnen. Aber anders.

business campaigning, communitycation und kreatur

Campaigning ist für viele Menschen immer noch schwer zu fassen. Meine Ansprüche, den Begriff korrekt zu definieren, wie ich ihn in der Anwendung gelernt habe, als etwas, das weit über Kommunikation hinausgeht, als die Kunst alle Register ziehen zu können, um ein Ziel zu erreichen und Menschen zu bewegen, macht die Sache nicht gerade einfacher. Man muss sich schon intensiv damit auseinandersetzen, um die wahre Bedeutung und Vielfalt der Anwendungen zu erkennen und zu verstehen, warum Campaigning nicht einfach Wahlkampf ist oder eine bestimmte Art der öffentlichen Kommunikation.

Da wundert es auch nicht, dass viele nicht verstehen, dass meine Firma business campaigning GmbH immer wieder auch wie eine ganz normale Kommunikations- oder Kreativagentur funktioniert. Manche denken sogar, der Campaigning Summit Switzerland wäre unser Business. (In Wirklichkeit ist er mein teuerstes Hobby…)

Wir knacken in der Tat nicht nur harte Nüsse, sondern machen durchaus auch ganz normale Jobs, wie z.B. Flyer, Plakate, Online-Banner, Markenentwicklung (CI/CD), Medienarbeit, Social Media Kampagne, Inbound-Marketing usw.

Weil Menschen in Schubladen denken, haben wir deshalb drei eigene Marken geschaffen, die wir neuerdings wie getrennte Firmen kommunizieren:

  1. business campaigning ist die strategische Unternehmensberatung für Kommunikation, Management und Change. Und für die scheinbaren Impossible Missions.
    home-beratungsagentur
  2. Communitycation ist die Agentur für integrierte Community-Kommunikation. Hier werden Kampagnen geplant und umgesetzt, die Zielgruppen zum Mitmachen bewegen sollen.home-kommunikationsagentur
  3. Kreatur ist unsere Designagentur, die Corporate Design, Logos, Flyer usw. entwirft und gestaltet.  home-designagentur

Und plötzlich versteht man uns, habe ich jedenfalls den Eindruck.

Und was machen wir eigentlich? – Kampagnen. Aber anders.

Was das bedeutet, darüber schreibe ich beim nächsten Mal.

 

Jede Menge Missverständnisse rund um Cambridge Analytica

Am letzten Samstag erschien im «Magazin» des «Tages-Anzeigers» ein Artikel, wie die Big-Data-Firma Cambridge Analytica Donald Trump zum Wahlsieg verholfen hat. Basierend auf Daten von Facebook-Benutzern sowie weiteren hinzugekauften Datenbeständen seien von 220 Millionen amerikanischen Bürgern detaillierte Persönlichkeitsprofile erstellt, die es der Trump-Kampagne ermöglicht haben sollen, gezielt kleinste Wählergruppen mit massgeschneiderten Informationen zu beeinflussen. Dieses so genannte Microtargeting habe Trump schliesslich ins Weisse Haus gebracht. Auch in der Brexit-Kampagne sei die Firma involviert gewesen.

Kritik an Cambridge Analytica zielt am eigentlichen Thema vorbei

Es dauerte nicht lange, bis Kritik an dieser Darstellung laut wurde. Die Schweiz am Sonntag schreibt heute, im Vorwahlkampf hätte Cambridge Analytica noch für Trumps Konkurrenten Ted Cruz gearbeitet und nun habe die Firma behauptet, ihm aus dem Nichts zu einem «Blitzaufstieg» verholfen zu haben, was kompletter Unsinn sei, denn Ted Cruz sei nicht aus dem Nichts gekommen, sondern war seit Jahren ein Star der Tea-Party-Bewegung. Trump habe bei den Stammwählern der Republikaner weniger Stimmen geholt, als Mitt Romney, und die Clinton-Kampagne habe ebenfalls auf Big Data und Microtargeting gesetzt.

Auch andere Autoren haben schon Kritik geübt. Was dabei aber völlig vergessen ging, ist die Tatsache, dass es NIE nur einen Einflussfaktor gibt, der über den Erfolg einer Kampagne entscheidet. In meinem, dem business campaigning® Modell gibt es 14 Strategische Campaigning Grundsätze, an die man sich halten sollte und 21 Strategische Campaigning Positionen, die den Erfolg mit beeinflussen. Die Wahl der richtigen Instrumente und die präzise Zielgruppenansprache sind zwar enorm wichtig, aber nicht die einzigen, wie man schon alleine anhand der Anzahl Einflussfaktoren sieht. Zu sagen, Microtargeting wie Cambridge Analytica es anbietet, sei nur einer von vielen Faktoren und deshalb solle man es nicht überbewerten, stellt also eine Erkenntnis dar, die so neu ist, wie die Erkenntnis, dass die Sonne im Osten aufgeht und im Westen unter.

Wer die Tatsache, dass es auch andere Einflussfaktoren gab und gibt, zum Anlass nimmt, die Bedeutung dessen, was Cambridge Analytica neu anbietet, herunterzuspielen, verschliesst deshalb die Augen vor der wirklichen Relevanz und Innovation einer Entwicklung, die eben erst richtig in Gang gekommen ist.

Angst ist immer ein schlechter Ratgeber

In der aktuellen Ausgabe des GDI Impuls («2050  – Gebrauchsanleitung für die Zukunft») steht geschrieben

Wir haben das hinter uns gelassen, das die Wirtschaftshistorikerin Carlota Pérez als Installationsphase der Software bezeichnet, die auf die grundlegende Infrastruktur wie Betriebssystem fokussiert ist. Stattdessen sind wir nun in einer Anwendungsphase, die sich auf Applikationen wie soziale Netzwerke, Ride-Sharing und E-Books konzentriert. In ihrer bahnbrechenden Arbeit zur Technikgeschichte zeigte Pérez auf, dass dieser Übergang von der Installations- zur Anwendungsphase bei jeder bedeutenden Technologie von einer chaotischen Übergangsphase geprägt ist – mit Kriegen, Finanzskandalen und tief sitzenden Ängsten vor dem Zusammenbruch der Zivilisation.

Kommt einem irgendwie bekannt vor… Es ist diese Angst, die uns den Blick auf das verstellt, was wirklich passiert, und die verhindert, dass wir die bahnbrechenden Veränderungen, die sich zur Zeit exponentiell vollziehen, nicht nüchtern betrachten und diskutieren können.

Letzten Montag haben wir – meine Campaigning-Firma business campaigning GmbH – unser Campaigning Center für einen Tag geschlossen und uns intensiv Gedanken über die Zukunft gemacht. Dabei kamen drei Szenarien heraus: Terminator (die Maschinen übernehmen die Kontrolle und finden, es braucht uns nicht mehr), Paradies (Maschinen erledigen alle Arbeiten, wir widmen uns dank den bedingungslosen Grundeinkommens nur noch der Kunst, dem Brot und den Spielen) und Goldene Mitte (Maschinen könnten theoretisch alles für uns übernehmen, wir müssen nicht mehr arbeiten, aber wir entscheiden bewusst, wie weit das gehen darf und behalten gewisse Betätigungsfelder für uns, in denen weiterhin Menschen die Arbeit verrichten und Entscheidungen treffen).

Drei Szenarien für die Zukunft

Für jedes Szenario haben wir uns überlegt, was uns als Firma noch übrig bleibt. Bei den ersten beiden Szenarien gab es nicht viel zu überlegen: kämpfen bzw. geniessen. In der Goldenen Mitte wird vor allem die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen wichtiger. Wenn zum Beispiel ein Pilot eine Airline überzeugen will, dass er nun den Flug nach New York machen soll und nicht die Maschine selbst, wird die Entscheidung weniger von seinen Fähigkeiten abhängen als vom Goodwill der Entscheider. Bei diesem Szenario gibt es zum Glück eine Menge Arbeit für uns auf dem Weg dahin. Denn Menschen und Unternehmen müssen einen Kulturwandel bestreiten, es wird jede Menge Change Management und Involvement der Mitarbeitenden bei der Transformation brauchen; klassische Betätigungsfelder für internes Campaigning also.

Unter dem Strich blieb deshalb  übrig, dass wir uns vor allem auf das konzentrieren sollten, was wir auch in Zukunft noch gut können (müssen): Campaigning als die Kunst, nicht nur alle Register ziehen zu können, sondern vor allem auch als die Kunst, Menschen zu bewegen. Fürs Erste sind wir sicher…

Microtargeting ist gar nichts Neues. Es ist neu nur billiger.

Mit einer gewissen Ruhe im Kopf sollte man sich also ganz nüchtern betrachten, was die Cambridge Analytica Story wirklich bedeutet. Sie besagt nämlich nicht, wie es seit einer Woche immer heisst, dass es neuerdings möglich ist, Zielgruppen-Segmente bis herunter zur einzelnen Person personalisiert anzusprechen.

Denn das war schon immer möglich. Es war lediglich enorm aufwendig und bei grossen Zielgruppen viel zu teuer. Der News-Gehalt in dieser Story ist die Tatsache, dass die personalisierte Ansprache von Zielgruppen bzw. Zielpersonen heutzutage massenhaft zu einem spottbilligen Preis möglich ist, den man sich bis vor kurzem schlicht nicht vorstellen konnte. Und das wird unweigerlich in einer weitere Demokratisierung der Kampagnenführung münden.

Am Ende wird jeder jeden auf diesem Planeten persönlich ansprechen könne, ohne vorher von der Zielperson gewusst zu haben. Am Ende wird  Software stehen, der ich die Vermarktung meiner Ideen oder Produkte praktisch gänzlich überlassen kann, weil sie genau weiss, wen sie wo, wann und wie am besten erreichen kann. So, wie ich das schon vor zweieinhalb Jahren am Campaigning Summit Switzerland  2014 (damals hiess er noch Campaigning Summit Zurich) vorhergesagt habe:


Andere kritisieren, dass das Psychometrie-Modell, das hinter der Arbeit von Cambridge Analytica steht. Auch diese Kritik kann man getrost vergessen, denn sollte sie sich als richtig erweisen, wird das Modell einfach durch ein anderes ersetzt, das besser funktioniert. So oder so ist die Büchse der Pandora nun offen und man darf gespannt sein, was da alles bei herauskommt.

Mit Campaigning in die Zukunft

Das Motto des Campaigning Summit Switzerland 2017 – Hashtag #CSCH17 – lautet nicht umsonst «Mit Campaigning in die Zukunft».

Die aktuellen Themen und was alles noch bis dahin bekannt wird, werden uns intensiv beschäftigen, und mit Yuri van Geest haben wir auch einen Referenten, der sich unter dem Titel «Digital Big Bang – we are right in the middle of it!» intensiv mit den Folgen der technologischen Entwicklungen fürs Campaigning befassen wird.

(Übrigens: wer sich sein Ticket – fast die Hälfte ist schon weg – bis Weihnachten sichert, nimmt automatisch an der Verlosung einer Teilnahme am Speakers Dinner teil. Direkt zum Ticketshop geht’s hier.)

Es reicht nicht, die Zielgruppe präzise zu erreichen

Zum Schluss noch eine Bemerkung zur wirklichen Zielgruppenorientierung. Angesicht der enormen Möglichkeiten, die Big Data heute bietet, vor allem in Kombination mit lernender Software, habe ich mich natürlich gefragt, ob es in Zukunft überhaupt noch Target Community Labs™ braucht, unser Workshop-Angebot, bei dem Zielgruppen die Kampagnenstrategie, deren Botschaften usw. für sich selbst entwickeln. In Daniel Grafs Beitrag bin ich aber über folgende Passage gestolpert:

Während wir das «Keyvisual» , eine glückliche, 30jährige Frau mit zwei Hunden, für alle Versionen einsetzen, sorgen unterschiedliche Hintergrundbilder für einen regionalen Wiedererkennungseffekt.

Zielgruppen ticken meist anders, als wir denken

Wer dies aufmerksam durchdenkt, wird feststellen, dass diese Aussage auf einer (vielleicht) nicht überprüften Hypothese beruht, nämlich der Hypothese, dass ein ländliches Hintergrundbild ländliche Zielgruppen anspricht und ein urbanes städtische Zielgruppen. Aber stimmt das auch wirklich?

Als bluewin vor vielen Jahren junge Menschen mit einer Kampagne ansprechen wollte, die junge Menschen beim Snowboarden zeigt, erlebte sie einen Ansturm neuer Kunden aus dem KMU-Kader-Segment. Denn es waren vor allem deren Sehnsüchte – die sie sich viel zu selten erfüllen konnten –, die angesprochen wurden, während die jungen Leute die Werbesujets mehrheitlich ignorierten, schliesslich zeigten sie nichts Besonderes. Man muss sich also schon sehr gut überlegen, was denn am Ende wirklich bei der Zielgruppe richtig ankommt.

Target Community Labs™ wird es noch eine ganze Weile brauchen

Deshalb denke ich, wir können uns bei business campaigning GmbH entspannt zurücklehnen. So schnell wird die 2016 enorm angestiegene Nachfrage nach Target Community Labs™ nicht versiegen. Gleichzeitig bauen wir mit jedem Target Community Lab™ unser Wissen über das aus, was die verschiedenen Zielgruppen-Segmente, die schon teilgenommen haben, wirklich bewegt. Wir werden dadurch dank unserem eigenen Datensatz permanent besser darin, zu wissen, was bei wem funktioniert und was nicht. (Wer mehr über Target Community Labs™ wissen will, kann sich hier für einen spezifischen Newsletter anmelden und bekommt noch ein White Paper dazu.)

Eines Tages werden wir das in einen Algorithmus füttern. Aber bis dahin haben wir sicher eine neue Idee, was es auch in Zukunft noch für uns zu tun gibt.

Wir gehen weiter mit Campaigning in die Zukunft.

Meilenstein der Firmenentwicklung – wenn die Mitarbeiter übernehmen

Seit 1998 gebe ich Campaigning Unterricht und halte Referate zu den verschiedenen Themen, die Campaigning betreffen – unter anderem auch für das St. Galler Instirtut für Jungunternehmen. BIsher machte ich das immer selbst. Nun ist es jedoch Zeit, hin und wieder anderen die Bühne zu überlassen.

Und so wird Roman Ernst am kommenden Dienstag in Brugg zum Thema «Campaigning und die wirksamkeitsorientierte Kommunikation»

Wer will schon sein Marketing- oder Kommunikationsbudget wirkungslos aus dem Fenster werfen? Kommunikation muss allein an ihrer Wirksamkeit ausgerichtet sein, ansonsten besteht die Gefahr, einen eigenen blinden Flecken zu erliegen und an der Zielgruppe vorbei zu kommunizieren.

Roman Ernst zeigt in seinem Referat anhand von Theorie und Praxisbeispielen, wie Sie sich an den 14 Strategischen Campaigning Grundsätzen und an den Spielregeln für wirksamkeitsorientierte Kommunikation orientieren.

Datum:

Dienstag, 27. September 2016

Zeit:

18:30 – 20:00 Uhr

Exportieren:

Ort:

Technopark Aargau, Badenerstrasse 13, Brugg

Preis:

Der Anlass ist inkl. Apéro kostenlos

Veranstalter:

IFJ und Technopark Aargau

Event-Hashtag:

#ifj_si

Der Ausbildungshintergrund von Roman Ernst liegt an der Schnittstelle zwischen Kunst, Gestaltung und Kommunikation. Er ist Kunstvermittler (BA ZFH) und Kommunikationswissenschaftler (BA UZH). Sein Wissen setzt er als Campaigner bei business campaigning GmbH ein, seit 1997 die Nr. 1 für Campaigning in der Schweiz. Das von ihm betreute Kundenspektrum reicht von der Internationalen Physikolympiade 2016 bis hin zum Schweizer Pensionskassenverband ASIP.

Anmeldung und weitere Informationen gibt es hier.

Wie bewegt man Menschen dazu, Fahrradhelme zu tragen?

Diese Frage beschäftigte vor ein paar Jahren die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA

Gestern in Bern kamen mir nacheinander nicht wenige Fahrradfahrer entgegen. Und keinE einzigeR von ihnen trug einen Helm, wie man sie früher als typische Fahrradhelme kannte, diese hässlichen Gerippe, die die Frisur kaputt machten; sofern man eine slche hatte.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Ganz einfach: die SUVA liess uns damals ein Target Community Lab™ durchführen, um durch die Zielgruppe Velofahrer (so nennt man hier in der Schweiz Fahrradfahrer) ein Konzept für eine Kampagne ausarbeiten zu lassen, mit der man sie dazu bewegen könnte, mehr Velohelme (Fahrradhelme) zu tragen.

Ergebnis: keine rein kommunikative Kampagne dieser Welt würde das schaffen, solange es nur diese hässlichen Gerippe gibt. Stattdessen sollte man sich bemühen, dass mehr Helme mit anständigem Design in den Handel gelangen. Dies war denn auch unsere Empfehlung. Der Rest ist Geschichte.

Man kann zwei Dinge daraus lernen:

  1. Nicht alle Probleme dieser Welt lassen sich durch Kommunikation alleine lösen. Campaigning ist deshalb auch mehr als Kommunikation, der zweite Faktor sind Interventionen.
  2. Zielgruppen denken nicht in Kategorien wie Marketing, Kommunikation usw. Für sie zählt einzig und allein, was ankommt. (Ich sage schon lange: «Aufs Ankommen kommt’s an». © by business campaigning GmbH)