Wozu braucht es noch einen Campaigning Summit in Zürich?

Als ich 1998 meine Selbständigkeit vorbereitete, hatte ich nach dem Physik-Studium und 6 Jahren Arbeit für Greenpeace gerade mal 6’010.- Franken auf dem Sparkonto. 6’000.- brauchte ich für einen Mac mit Zubehör… Die erste Zeit hatte ich deshalb nur ein Ziel: so viel Geld wie möglich verdienen. Das fiel mir auch nicht schwer, denn kurz nachdem ich richtig gestartet hatte, war ich schon mit Aufträgen zugedeckt. Ende 1999 dann die grosse Krise. Erschöpft, genügend Reserven angespart, fragte ich mich „Wozu das alles?“

Gut zu verdienen ist wichtig, vor allem, wenn man bei Arbeitslosigkeit keinen Anspruch auf Unterstützung hat. Aber Geld ist nicht alles. Ich brauchte eine zusätzliche Motivation. Die fand ich dann im Ärger über dämliche Akquisitonsversuche durch PR- und Werbeagenturen, die uns während meiner Zeit bei Greenpeace immer wieder ihre Kampagnen verkaufen wollten. Was wir regelmässig ablehnten. Denn was uns da geboten wurde, kam uns eher wieder wie eine Beleidigung unseres gesunden Menschenverstands vor. Zugegeben, ich habe in der Zwischenzeit auch richtig gute Werbe- und PR-Agenturen kennengelernt, aber damals prägten mich die Erfahrungen, die ich bis dahin gemacht hatte. (Und heute würde ich sogar sagen, es gibt PR- und Werbeagenturen, die machen eigentlich Campaigning, aber sie nennen es nicht so.)

Nun wurden die Fahnen gehisst, und es ging auf in den Kampf gegen stupide, einseitige Werbung, die von einem Schaf als Konsumenten ausging, und gegen PR, die auch den grössten Schrott noch mit einer süssen Sülze zu überdecken versuchte. Das war übrigens noch im letzten Jahrtausend.

„Wozu braucht es noch einen Campaigning Summit in Zürich?“ weiterlesen

Die Schweiz ist ein Entwicklungsland!

Vorgestern auf dem Weg zu einem gemeinsamen Kunden diskutierte ich mit Roger Huber, dem Präsidenten des Schweizer Verbands Krisenkommunikation, über den Stand des Campaigning in der Schweiz. Auslöser waren die jüngsten Aufsehen erregenden Kampagnen, bei denen sich immer die Akteure durchsetzten, die auf modernste Technologie, zeitgemässe Kampagnen-Techniken und konsistente Strategien setzten. Zudem schafften sie es, ihre Zielgruppen bei den richtigen Emotionen zu packen. Neu ist das alles nicht. Von US-Wahlkämpfern wie Joe Trippi – aber auch von Greenpeace in den neunziger Jahren – könnte man hierzulande noch viel lernen. Das Resultat dieser Diskussion ist die folgende Medienmitteilung, mit der wir hoffen,  die Parteien, Unternehmen und Verbände in der Schweiz ein wenig wachzurütteln. Für gutes Campaigning und gegen stumpfe Streukommunikation.

Medienmitteilung des Campaigning Summit Zürich vom 26. April 2013

Die Schweiz ist ein Entwicklungsland!

Nach der Kampagne gegen die Abzocker-Initiative und der FDP-Wahlniederlage in Zürich sind sich Campaigning-Profis in einem Punkt einig: die Schweiz ist ein Kampagnen-Entwicklungsland. Die meisten Parteien, Unternehmen und Verbände verpassen Chancen, ihre Zielgruppen wirkungsvoll zu erreichen. Wenn sie es versäumen, zeitgemässe Strategien, Taktiken und Technologien einzusetzen, gewinnt die Konkurrenz. Strategie, Organisation und Technologie werden dann gewichtiger als Argumente – vorausgesetzt, sie treffen auf das richtige Umfeld.

„Die Schweiz ist ein Entwicklungsland!“ weiterlesen

„Volk gegen Abzocker“ – Programmänderung beim Campaigning Summit Zürich 2013

Der Anruf kam überraschend, aber auch nicht ganz unerwartet. Ursula Fraefel, Kampagnenleiterin economiesuisse, informierte uns, dass sie ihre Teilnahme am Campaigning Summit Zürich 2013 leider absagen muss. Sie hätte darüber referieren sollen, was sie aus der Kampagne gegen die Minder-Initiativc gelernt hat („Wenn Goliath auf David trifft“). Aufgrund der aktuellen, öffentlichen Debatte, ob economiesuisse in Zukunft überhaupt noch Kampagnen führen soll, hatten wir fast schon ein wenig damit gerechnet, dass Frau Fraefel würde absagen müssen…

Campaigning Summit Zürich 2013 Markus Baumgartner neuDoch obwohl wir das Szenario „Redner sagt kurzfristig ab“ erst später vorbereiten wollten, haben wir schon eine sehr gute Alternative – aus dem Lager von „David“. Markus Baumgartner, Kampagnemleiter des von Prof. Bernasconi initiierten Unterstützungsvereins für die Minder-Initative (http://superbonus2013.ch), wird zum Thema „Volk gegen Abzocker – Mit Minimalbudget gegen 8-Millionen-Kampagne“ referieren und aufzeigen, wie das Minder-Team es schaffte, trotz massiver Gegenkampagne 67.9% der Stimmen zu erhalten. Laut einer Untersuchung an der Uni Zürich wurde noch nie  „im Rahmen einer eidgenössischen Abstimmungskampagne so konsequent auf die neuen sozialen Medien gesetzt“ wie durch das Team von Markus Baumgartner. Wir freuen uns sehr auch auf diesen Referenten.

JETZT Tickets sichern, solange es noch Frühbucher-Rabatt gibt:

http://www.amiando.com/CampaigningSummitZurich.html