Zukunft des Verbrenners ist elektrisch

Im Mitgliedermagazin des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE ist ein Artikel von mir erschienen, der sich mit der Frage befasst, wie sinnvoll es ist, Elektromobilität gegen Verbrennungsmotoren und Ölheizungen gegen Wärmepumpen auszuspielen.

Vielleicht würde es die Energiewende sogar beschleunigen, wenn wir mit dem entweder-oder-Denken aufhören und stattdessen sowohl-als-auch denken würden (was im übrigen dem Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 5 entsprechen würde).

Weiterlesen: https://klima-neutral.info/2019/09/08/die-zukunft-der-verbrenners-ist-elektrisch/

Im gleichen Magazin ist ein ergänzender Artikel Von Christian Bach (EMPA) erschienen:
https://www.bulletin.ch/de/news-detail/die-post-fossile-mobilitaet.html

Und zuguter Letzt noch der Hinweis, dass ich am Aufbauen einer Informationsplattform über die Klimaneutralität der verschiedenen Antriebs- und Heizsysteme bin, für die ich noch Partner suche, die bei der Finanzierung helfen: www.klima-neutral.info

Aktion von Clean Fuel Now im Juni 2015 auf dem Bundesplatz: Alt-Bundesrat Johann Schneider-Ammann füllt synthetischen Diesel in den Tank des Audis von Alt-Nationalrat Thomas Böhni (GLP)

Schwarmintelligenz versus einsame Führung?

Kürzlich hörte ich am Worldwebforum das Referat von Jeff Eggers, früherer Navy Seal Kommandant und Sicherheitsberater von US-Präsident Obama. Darin erzählte er eine Geschichte über einen Einsatz, bei dem der befehlshabende Kommandeur, der weit weg vom Geschehen sass, eine Katastrophe verursacht hätte, hätte sein Team nicht vor Ort selbständig (und richtig) entschieden.

Bei einer anderen Geschichte war genau das Gegenteil der Fall. Nach Bekämpfung von Aufständischen auf einer Insel im Euphrat wollte die Navy Seals Einheit schon am Nachmittag zurück. Den Hinweg hatten sie morgens um 3:00 gemacht, weil sie wussten, dass die Route nur zu dieser Zeit halbwegs sicher war, weil die Aufständischen dann schliefen. Den Rest des Tages war es die gefährlichste Strecke im ganzen Irak. Eggers gab nach, weil seine Leute müde waren und er sie nicht enttäuschen wollte. Natürlich gerieten sie in einen Hinterhalt und verloren fast einen Mann.

Was kann man daraus lernen? – In der ersten Geschichte war es die Intelligenz des (kleinen) Schwarms, die die bessere Lösung fand, im zweiten hätte ein einzelner Befehlshaber die Entscheidung alleine für sich treffen und Abwarten befehlen sollen.

Oder anders: gemäss der ersten Interpretation des Strategischen Campaigning Grundsatzes Nr. 5 (Flexibilität bewahren) sollte man «Sowohl-als-auch-Mentalität („Ambivalenz“) bzw. in Paradoxien denken». Richtig entscheiden heisst nicht entweder zentral oder dezentral, sondern sowohl zentral als auch dezentral, je nachdem was die Situation erfordert. Zu entscheiden, welche der beiden Varianten die richtige ist, das ist die Kunst des richtig Führens.

Digitale Disruption und Strategischer Campaigning Grundsatz Nr. 5

Im beiliegenden Artikel schreibt Buchautor Dr. Jens-Uwe Meyer:

Vorstände und Geschäftsführer müssen eine Strategie verfolgen, die scheinbar schizo- phren ist: das Bestehende durch fortwährende Innovationen so lange wie möglich erhalten und es durch radikale neue Entwicklungen zugleich ersetzen. Also gleichzeitig bewahren und bekämpfen.

Das erinnert mich sehr an die Interpretation «nicht entweder-oder sondern sowohl-als-auch» des Strategischen Campaigning Grundsatzes Nr. 5 (Flexibilität bewahren).

 

grenzdenken.ch

Ein Motto des Campaigning Summit Switzerland ist «über den Tellerrand schauen», eine Gewohnheit, die allgemein dem Campaigning nützlich ist, denn nur so ist man in der Lage, die richtigen Lösungsansätze, Tools und Massnahmen zu identifizieren, die bei einer gegebenen Herausforderung die schnellste, effektivste und effiziente Zielerreichung bewirken. Hin und wieder wird Campaigning deshalb auch als «eine spezielle Art zu denken», eine bestimmte Denkweise definiert.

Ein paar Wochen vor dem Campaigning Summit Switzerland 2015 lernte ich an einem Networking-Event der SuisseEMEX, dank Ewa Ming, Karem Albash kennen, der den Querdenker-Tag veranstaltet. Wir stellten schnell fest, dass wir eine gemeinsame Mission haben: das laterale Denken zu promoten. Laterales Denken ist ein anderes Wort für Querdenken. Edward de Bon beschreibt es sehr schön in seinem Buch «Think!: Denken, bevor es zu spät ist» und in meinem «business campaigning®» Modell findet es seinen Ausdruck im Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 5 (Flexibilität pflegen). Schnell entschieden wir, zusammenzuarbeiten. Karem bewarb den Campaigning Summit Switzerland mit der Message «dieses Jahr findet kein Querdenker-Tag statt, aber der Campaigning Summit Switzerland stellt eine gute Alternative dar». Zudem machte er mich auf die Veranstaltung «grenzdenken.ch», die der Internet-Unternehmer Christoph Lanter aus Weinfelden dieses Jahr zum ersten Mal veranstaltete. Als er sich dazu entschied, wusste er noch nichts vom Querdenker-Tag und vermisste eine Veranstaltung, die sich diesem Thema widmete. Also lancierte er selbst eine. So ging es ja auch uns, als wir den Campaigning Summit Switzerland lancierten.

Freitag und Samstag war ich nun dort. Es gab eine Menge spannender Referate. Auch die Hin- und Rückfahrt mit dem Motorrad auf wunderschönen Landstrassen lohnte sich. Am meisten faszinierte mich das Referat von Erich von Däniken. Nicht einmal unbedingt wegen seiner verwegenen Theorien oder wegen der Vitalität und Energie, die er mit 80 Jahren an den Tag legte. Sondern vielmehr wegen der grossen Diskrepanz zwischen seinem Image und dem, was er wirklich zu sagen hat. Ich ging mit grosser Skepsis in dieses Referat, weil ich ihn für den Spinner hielt, als der er immer dargestellt wird, erlebte aber einen Mann, der einfach nur Falten zusammentrug und auflistete und dann seine eigene Theorie dazu präsentierte mit der Botschaft, wir sollen nicht alles glauben, was uns erzählt wird, sondern uns unsere eigenen Meinungen bilden. Wissenschaftlicher geht es nicht mehr. Erich von Däniken ist bis an die Grenze mit seinem Denken gegangen, aber er hat dabei – nach meinem Eindruck vom Freitag – niemals den Boden der Plausibilität verlassen; zumindest nicht mehr als Einstein, als der die Relativität der Zeit postulierte und die Pioniere der Quantenmechanik mit ihren Theorien zur Erklärung von Unschärferelation, Orbitalen Welle-Teilchen-Dualismus und der Schrödinger’schen Katze.

Auch die anderen Referate überraschten. Referate, deren Themen auf den ersten Blick als nicht besonders grenzdenkerisch schienen, entpuppten sich als spannend und zum Nachdenken anregend. Und um letzteres ging es ja vor allem. Es hab viel zu diskutieren und ich habe interessante Menschen kennengelernt, die mit mir die Leidenschaft zum (echten) Querdenken teilen. Das nächste grenzenden.ch ist am 15. und 16. April 2016 und bereits in meinem Kalender eingetragen.

Strategischer Campaigning Grundsatz Nr. 5 (SCG 5): Zum Glück Pech gehabt

In einem Artikel im Clack-Magazin stand folgendes zu lesen:

Denk positiv, zähl die Sonnenstunden nur, glaub an den Erfolg: So lautet das Mantra der Moderne. Was aber, wenn der Weg zum Glück übers Scheitern führt?

…  In den meisten Büchern lernt der Glücksucher, positiv zu denken. Nie ist das Glas halb leer… So sehr haben wir das «Denk-Positiv-Mantra» verinnerlicht, dass die wohl beliebteste Schwäche, die bei Vorstellungsgesprächen brav rapportiert wird, lautet: Ich habe eine Tendenz zur Perfektion. Mit Verlaub, das ist keine Schwäche, das ist Schwachsinn. Und beweist vorab eins: Die Zeit ist reif für eine «Anleitung zum Pessimistischsein».

…  Zum Glück geht ein neues Buch genau diesen Fragen nach: «The Antidote» heisst es, «das Gegengift». Der Untertitel verspricht «Glück für Menschen, die das positive Denken hassen». Der Autor und Journalist Oliver Burkeman ist ein wahrer Schwarzmaler. Einer mit Galgenhumor. Er konfrontiert die Leser nämlich permanent mit Menschen, die das Scheitern umarmen. Und trotzdem was zu Lachen haben. Mit Psychologen und Terrorexperten zum Beispiel, mit Business-Coaches und Buddhisten, die genau auf das fokussieren, was die moderne Gesellschaft so dringend zu vermeiden sucht: Misserfolg, Unsicherheit, Verlieren. Und sie alle kommen zum Schluss: Auf die Nase fallen, ist keine Schande, sondern eine vielversprechende Strategie.

Dabei ist der Autor Pessimist genug zu wissen, dass ihm das ohne wissenschaftliche Untermauerung niemand abkauft: So zitiert er unter anderem die Studienergebnisse der Deutschen Psychologin Gabriele Oettingen, die in einer Serie von Experimenten herausgefunden hat, dass das positive Visualisieren von Erfolgssituationen die meisten Menschen nicht zu Höchstleistungen antreibt, sondern im Gegenteil demotiviert. …

In seiner äusserst aufschlussreichen Abhandlung erinnert Burkeman deshalb an ein Weltbild, welches seinen Fokus nicht auf den Erfolg, sondern auf den Misserfolg gerichtet hat: Das der Stoiker. Das stoische Gedankengebäude, das den meisten Menschen heute nur noch im Adjektiv «stoisch» begegnet, hat ein paar Jahre nach dem Tod von Aristoteles den westlichen Glücksbegriff für fast fünf Jahrhunderte geprägt: Es geht davon aus, dass es nicht das Glück, sondern die Gleichgültigkeit als idealer Gemütszustand zu erreichen gilt. Gemeint ist keineswegs Gleichgültikeit in Form von Kälte gegenüber Mitmenschen, sondern einen neutrale Haltung gegenüber dem Schicksal. Denn Glück ist genau wie Unglück eine Frage der Interpretation. Oder anders gesagt: Wer das Worstcase-Szenario ausmalt und tatsächlich auf die Nase fällt, wird feststellen, das alles gar nicht so schlimm war wie gedacht. Wer sich gedanklich schon auf dem Podest stehen sieht und als fünfter ins Ziel fährt, ist bitter enttäuchst. Das imaginierte Glück ist flüchtig, das imaginierte Pech aber führt zu einer grösseren Frustrationstoleranz. Kein Kind lernt laufen, weil es sich vorstellt, bereits rennen zu können. Es lernt laufen, weil es hinfällt und wieder aufsteht.

Scheitern Sie mal!

Was für ein Pech also, dass Scheitern in unserer Gesellschaft so negativ konnotiert ist. Wer sich ständig bloss das vornimmt, was er sicher erreichen kann, kann sich selbst nicht übertreffen, argumentiert Burkeman. … Anstrengung bringt einen sehr wahrscheinlich nicht immer zum gewünschten Ziel, aber sicher immer weiter. Ein pessimistischer Gedanke vielleicht, weil er das Scheitern vorwegnimmt, aber einer mit wahrem Glückspotential.

Beim Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 5 geht es um Flexibilität im Denken. Wer im Pech sein Glück sehen kann, kommt sicher weiter.

 

Rock’n’Roll like Campaigning: AC/DC und der Strategische Campaigning Grundsatz Nr. 5

SCG 5: Flexibilität pflegen

Zu diesem Grundsatz gehören Empfehlungen wie «Gedanklich und im Handeln flexibel bleiben. Sich bei aller Prioritätensetzung nie endgültig auf eine einzige Linie festlegen lassen», «Sowohl-als-auch-Mentalität („Ambivalenz“) bzw. in Paradoxien denken», «Bewährtes kritisch in Frage stellen. Dabei auch keine Angst vor Selbstkritik haben», «Chancen spontan und sofort ergreifen. Gefahren neutralisieren und vermeiden. Voraussetzungen pflegen, die das ermöglichen», «Rollende Planung bei permanenter Situationsanalyse» usw. (aus: Business Campaigning, Peter Metzinger, Springer 2006)

Es ist praktisch nicht möglich, von aussen zu beurteilen, inwiefern AC/DC dies alles berücksichtigen. Am ehesten kann man noch etwas darüber aussagen, ob sie «immer in Bewegung bleiben». – Ja, das tun sie. Nach eigenen Aussagen entstehen die meisten Songs unterwegs, während ihrer Tourneen, inspiriert von dem,was sie erleben. Immer wieder auf Tour zu sein, ist ein Teil ihres Erfolgsrezepts.

Was man sicher auch noch AC/DC sagen kann, ist, dass AC/DC immer «unkonventionelle und kreative Lösungen suchen». Sie grenzen sich ab von Mainstreams wie Heavy Metal, betonen, dass ihre Musik Blues und Rock’n’Roll im Stil von Chuck Berry & Co. ist, haben diese aber sehr kreativ auf eine Art und Weise interpretiert und weiterentwickelt, dass ihr eigener Stil unverkennbar wurde und viele, die die Musik nur oberflächlich hören, nicht einmal merken, worum es sich eigentlich handelt („sowohl Hardrock als auch Blues“).

An den Wurzeln festzuhalten, ohne konservativ zu werden, macht Flexibilität im Denken besonders schwierig. Dies zu meistern ist eine hohe Kunst, die AC/DC jahrzehntelang mit Bravour geleistet haben. Sie hatten aber auch ihre Tiefpunkte. Mit Bon Scott ging vermutlich der unkonventionellste Denker der Band verloren. Paul Stenning schreibt über Bon: „Das Glitzern in seinen Augen war nicht das Produkt von Alkohol, es war echt.“  (aus: AC/DC Two Sides to Every Glory:, Paul StenningMenschen mit diesem Blick sind keine Menschen, die starr irgendwelchen Regeln folgen, sondern sie stellen alles Bewährte ständig kritisch in Frage und sind dementsprechend unkonventionell und gedanklich flexibel. Letztendlich war es wohl auch diese Eigenschaft, die das Unkonventionelle an Bon Scott, das sich meist im Rebellischen ausdrückte, und sein Charisma am meisten ausmachte, und weshalb ihn praktisch alle AC/DC Fans so sehr vermissen.

Axel Zimmermann und Steffen Leaehold aus Deutschland machen zum 30. Todestag von Bon Scott ihre Aufwartung, auf dem Friedhof von Fremantle am 19. Februar 2010 in Perth, Australien. Scott starb im Alter von 33 Jahren in London an einer Alkoholvergiftung und wurde in seinem Auto, wo er zunächst schlief, gefunden. (18. Februar 2010, 20102010-02-18 16:00:00 – Photo by Paul Kane/Getty Images AsiaPac)

Fortsetzung folgt.

Mehr zu den 14 Strategischen Campaigning Grundsätzen im Seminar Campaigning am 21. und 22. Mai (hier klicken).