Was, wenn es uns nicht gäbe?

Ich bin gerade in Bern an der Generalversammlung eines Wirtschaftsverbands und mache mir meine Gedanken über dessen Corporate Identity, die mir zu wenig klar und auf den Punkt gebracht definiert zu sein scheint. Was würde passieren, wenn es den Verband nicht mehr gäbe? Diese eine Frage zu beantworten könnte hier ganz sicher mehr Klarheit bringen.

Analyse der US-Präsidentschaftswahl in 1’430 Zeichen

Wenn man über die Details dieses Wahlkampfs hinweg schaut, zeigt sich aus der Vogelperspektive ein gemeinsamer Nenner, der alles andere, was diesen Wahlkampf ausmachte, dominierte: Donald Trump gab sich nicht anders als die Konkurrenz, sondern komplett anders. Damit hat er nicht nur den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 1 in Perfektion umgesetzt, sondern obendrein auch noch die Sehnsüchte einer grossen Mehrheit in den USA direkt angesprochen, einer Mehrheit, die sich nach Jahren des wirtschaftlichen Abstiegs nach Veränderung sehnt – Veränderung, wie Barack Obama sie versprochen, aber dann doch nicht bewirkt hat, weil auch er zum Establishment gehört.

Eine Empfehlung für Rockbands lautet: «Versucht nicht besser zu sein, denn das ist sowieso Geschmacksache. Stattdessen versucht, komplett anders zu sein. Darüber kann sich dann niemand mehr streiten, aber wer anders ist, fällt auf und prägt sich ins Gedächtnis ein». Beispiele: KISS (die mit der Schminke im Gesicht), AC/DC (die mit dem Gitarristen in der Schuluniform), The Beatles (die Pilzköpfe in Anzügen), usw.

Donald Trump ist so anders, dass er nicht einmal darauf achten musste, was er konkret von sich gab. Er konnte sich fast alles erlauben. Hauptsache, es war anders – und er war anders. Sein Toupet ist nicht die Krönung, sondern die Krone seiner Präsidentschaft. Am Ende werden wir uns an den «Präsidenten mit dem Toupet» erinnern. So sind wir Menschen.

«Provokation! – Anleitungen zum Überschreiten von Grenzen» als Thema am Campaigning Summit Switzerland

Wir greifen die aktuelle Diskussion über die Symbolik der Durchsetzungsinitiative und das Hakenkreuz am Zürcher Hauptbahnhof auf und ergänzen das Campaigning Summit Switzerland Vorabend-Programm am 10. März um einen Workshop mit dem Titel «Provokation – Anleitungen zum Überschreiten von Grenzen. Das Ziel ist der Schuss nach hinten». Moderiert wird der Workshop von mir persönlich.

Rockbands wie AC/DC setzen schon lange darauf, Benetton tat dies in den neunziger Jahren und zeigte auf Plakaten sterbende Aids-Patienten mit Familie, die SVP preschte in der Schweizer Politik damit voran und die Gegner der Durchsetzungsinitiative setzen aktuell darauf: Provokation!

Dabei geht es immer darum, maximale Aufmerksamkeit zu bekommen und die eigenen Anhänger emotional zu bewegen und zusammenzuschweissen, notfalls unter Inkaufnahme verletzter Gefühle bei einem Teil der restlichen Öffentlichkeit. Gratwanderungen beinhalten jedoch die Gefahr des Absturzes, nämlich dann, wenn die eigenen Anhänger vor den Kopf gestossen werden.

Deshalb kritisiere ich auch das Hakenkreuz-Plakat, befürworte allerdings die Plakate mit den Springerstiefeln und der Abrissbirne. «Das Hakenkreuz führt im schlimmsten Fall dazu, dass sich Leute aus dem eigenen Lager enthalten oder Unentschlossene aus Protest „Ja“ stimmen» , so meine Stellungnahme gegenüber 20 Minuten.

Im Workshop sollen die Grenzen kommunikativer Ethik erforscht und Empfehlungen ausgearbeitet werden, wie man dank übertriebener Provokation ein Maximum an Aufmerksamkeit erreicht, bis hin zum Absturz der eigenen Botschaft. Dabei wird auch der Strategische Campaigning Grundsatz Nr. 1 beleuchtet: polarisieren, profilieren, positionieren.

Nur wer die Grenzen einmal überschritten hat, kennt sie von beiden Seiten und kann dann sehr bewusst entscheiden, wie weit er oder sie gehen will. Ich werde den Workshop mit einem Impulsreferat eröffnen, anschliessend arbeiten die Teilnehmenden Empfehlungen aus, wie man ganz sicher Grenzen überschreitet, um ein Maximum an Provokation zu erreichen. Das Ziel ist ein Schuss nach hinten.

Der Vorabend-Workshop am 10. März wird von business campaigning GmbH gesponsert und ist für Teilnehmende des am 11. März stattfindenden Campaigning Summit Switzerland gratis. Letzte Tickets gibt es unter www.CampaigningSummitSwitzerland.com

…will scho dr Urneni gwüsst het, was guat isch! 

Kürzlich wurde ich auf das unten folgende Promo-Video  von Alpenhirt aufmerksam. Alpenhirt produziert wirklich köstliches Bündnerfleisch und andere zertifizierte Bündner Bergfleisch-Produkte, die noch immer nach derselben Rezeptur wie vom Urgrossvater von Adrian Hirt vor über 100 Jahren hergestellt und ganz ohne Zusatzstoffe veredelt werden. 

Genau dazu passt das Video. Voll im Retrostil vermittelt es witzig, dass schon der Urgrossvater wusste, was gut ist, und damit auch die entscheidenden Werte der Firma.

Wie jedes Video dieser Länge kann es nicht alles vermitteln. Sonst hätte man sicher auch noch erfahren, dass auch schon Vegetarier dieses Fleisch gekauft haben. Denn über jedes Stück kann man die Herkunft und Lebensgeschichte der Kuh erfahren, was Vegetarier, die aus ethischen Gründen auf Fleisch verzichten, schon mal umstimmen kann.

Feedback willkommen.

#newsunfucked mit Olaf Kunz auf dem Campaigning Summit Switzerland 2016

Unser dritter Referent für den Campaigning Summit Switzerland 2016 steht fest. Wir haben uns für Olaf Kunz, Mitglied der Chefredaktion («Chef vom Dienst») bei watson.ch, entschieden. Er wird in der Kategorie «Business» sprechen, neben Jan Rijkenberg «Inspiration» und Hauptreferent André Schneider.

Letztens war ich gemeinsam mit meiner Mitarbeiterin Helena zu Besuch bei der watson-Redaktion. Olaf Kunz stellte uns dabei watson vor und führte uns durch die Redaktion. Wir durften sogar an einer Redaktionssitzung teilnehmen.

Helena und ich waren zugleich beide inspiriert und begeistert vom Feeling und dem jungen Geist der Redaktion, sowie der Erfolgsgeschichte, die man uns vor Ort erzählte.

Noch mehr allerdings von den konkreten Tipps & Tricks, die Olaf zu den folgenden Fragen auflisten konnte: Wie verpacke ich eine Nachricht so, dass sie richtig neugierig auf mehr macht? Wie erkläre ich komplexe Zusammenhänge so einfach und verständlich, dass man sie auf einem Handybildschirm vermitteln kann und die Leser sie weitererzählen können? Mobile first – wie mache ich das richtig? Und noch einige Fragen mehr.

Recht schnell war dann die Idee da, Olaf als Referent für den Campaigning Summit Switzerland 2016 einzuladen.  Spannend ist ja obendrein auch die Erfolgs-Geschichte von watson.ch, eines aussergewöhnlichen Start-Ups, von dem man am Campaigning Summit Switzerland dann auch mehr erfahren wird. Z.B. was Native Ads sind und wie man sie einsetzen muss, damit sie richtig ankommen.

Uns geht es beim Campaigning Summit Switzerland ja  immer um den Mix, um die Vielfalt, den Perspektivenwechsel und darum, Campaigning in den unterschiedlichen Einsatzgebieten zu durchleuchten.

Da kam mir die Idee, dass Olaf ausgezeichnet in die Kategorie «Business» passen würde und die watson-Geschichte auch rednerisch spannend vermitteln kann. Schnell waren wir uns einig, dass wir gemeinsame Sache machen möchten. Nach Absprache mit unserem Campaigning Summit Team war Olaf engagiert.

Olaf ist ein innovativer Mensch, der gerne Neues ausprobiert und für seine Interessen so richtig brennt, dafür geht er Risiken ein, genau das hat mir an ihm gefallen (und andere an mich selbst erinnert). Denn 2007 kam er in die Schweiz, um als als Community-Manager bei 20 Minuten Online dafür zu sorgen, dass die Seite zum Mitmach-Portal wurde. Er wechselte später dann zu watson.ch, einem Start-Up, welches 2014 online ging und bei Konzeption ausschliesslich auf Mobile setzt. Dort nahm er die Position als Mitglied der Chefredaktion ein. Es war zunächst eine Reise ins Ungewisse, aber schon nach kurzer Zeit bewies sich die Entscheidung als richtig. Denn schon 2015 konnte sich das mobile Newsportal in der Onlinearena als qualitativ überdurchschnittlich gut behaupten und konnte in Kürze überragende mehrere 100.000 Fans gewinnen.

Was bei Watson besonders gut ankommt, hat das Team von business campaigning GmbH in einer stichprobenartigen Umfrage mit der Zielgruppe in Erfahrung gebracht: Im Fokus steht bei Watson die Interaktion, vor allem mit der jüngeren Zielgruppe. Die jugendlichen User sind besonders gut online und mit den Sozialen Medien zu erreichen. Dort können sie sich mitteilen, gegenseitig austauschen. Beliebt ist watson u.a. aufgrund der angenehmen Mischung aus ernsten Themen/ Information und gehörig Spass, wie wir von der jugendlichen Zielgruppe erfuhren.

Olaf und watson.ch bilden ein Musterbeispiel dafür ab, wie man mit einem guten Gespür und viel Mut etwas Erfolgreiches kreieren kann und wie man mit Polarisierung und einem zeitgemässen Auftritt (entspricht meinem SCG Nr 1) die Zielgruppe zu richtigen Fans macht.

Olaf Kunz wird den Campaigning Summit mit erfrischendem und mutigem Gedankengut #unfucken. Das bietet eine Abwechslung zu den anderen Campaigning Themen, die ja teilweise doch wahrscheinlich ernsterer Natur (aber genauso inspirierend) sind.

Relevant ist Olafs Thema für alle, die komplexe Botschaften einfach, verständlich und unterhaltend unter die Leute bringen und damit Fans und loyale Kunden gewinnen wollen.

Stichworte: Messaging, Storytelling, Fans gewinnen, Zielgruppen-orientierte Kommunikation.

Wer sich das nicht entgehen lassen möchte, die Tickets gibt es bei Ticketino.

Die ganze Medienmitteilung vom 15.Oktober gibt es hier.

«… SVP-Plakate. Diese lobt der Campaigner Metzinger»

Nachdem wir am Donnerstag die Medienmitteilung veröffentlicht hatten, in der wir bekannt gaben, dass Jan Rijkenberg Speaker am Campaigning Summit Switzerland 2016 ist, rief mich Bernhard Kislig von der Berner Zeitung an. Ich hatte schon gehofft, es gebe nun einen Artikel über den Campaigning Summit Switzerland (hätte mich auch gewundert), aber stattdessen wollte er meine Meinung zu Plakaten als Mittel im Wahlkampf. Immerhin wurde der Campaigning Summit Switzerland im darauf folgenden Artikel erwähnt.

Ich gebe dort meine Einschätzung zu Plakaten als Wahlkampf-Instrumente und was man dabei beachten sollte. Insbesondere erwähnte ich auch, wie wir 2014 Plakate im Wahlkampf der FDP Stadt Zürich so eingesetzt haben, dass sie nicht nur polarisierten, sondern auch Diskussionen auslösten und vor allem die Mitglieder der Partei, die sonst nicht gerade für Präsenz auf der Strasse bekannt war, so motivierten und mobilisierten, dass die FDP ganz volksnah einen auf der Strasse sehr präsenten Wahlkampf führte. Vieles hätte den Umfang des geplanten Artikels gesprengt, und so fand nur ein Teil meiner Geschichten Eingang in den Artikel.

Darunter auch meine Beurteilung typischer SVP-Plakate, die fast immer den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 1 perfekt umsetzen: Polarisieren, profilieren, positionieren. Völlig wertneutral (unabhängig davon, was man über die Inhalte denkt) kann man diesen Plakaten eine hohe Wirkungsqualität bescheinigen, denn sie wirken nicht nur, sondern sie erzielen exakt die gewünschte Wirkung.  Zwar machen das auch Parteien hin und wieder, was ich auch gar nicht bestritt – Aline Trede machte mich nach Veröffentlichung des Artikels per Twitter auf zwei Beispiele aufmerksam – aber unter dem Strich gelingt das der SVP eben doch viel häufiger als anderen Parteien.

Hier geht’s zum Artikel, «warum Facebook und Co. das Plakat noch nicht verdrängt haben».

Oder hier:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Warum-Facebook-und-Co-das-Plakat-noch-nicht-verdraengt-haben/story/24109296

Nomination gleich beim ersten Versuch

Kürzlich haben wir mit der Urner Kantonalbank (UKB) eine Premiere gewagt:  das Einreichen einer von uns mit konzipierten Kampagne für den Award Corporate Communications. Während meine Rolle im Projekt die des strategischen Beraters ist, haben seitens  business campaigning GmbH vor allem Lorena Valentini Metzinger und Kira Hussinger mitgewirkt, zu Beginn im Rahmen zweier interner Workshops auch Mattia Bütikofer und unser Partner René Lisi.

Ganz am Anfang stand eine «Campaigning-Anfrage für ein Jubiläum» durch die UKB-Projektleiterin Petra Fischer. Daraus wurde nach einem ersten Treffen schnell die Herausforderung, eine Kampagnen-Idee, die für sich allein genommen schon phantastisch war, synergetisch in ein Gesamtkonzept zu integrieren, das neben externer Kommunikation auch die interne Kommunikation und diverse strategische Unternehmens- und Markeninitiativen berücksichtigen sollte. Heraus kam www.unseruri.ch, die Kampagne und Website, die nun nominiert ist. Am Donnerstagabend, dem 10. September 2015 werden wir erfahren, ob wir auch gewonnen haben. Wie kam es dazu?

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