Je mehr Faktenverdrehung, desto ideologischer das Kampagnenmotiv | #AV2020

Ich war lange Zeit fassungslos angesichts des Ausmasses an Faktenverdrehung, mit der hier in der Schweiz die Gegner der Reform «Altersvorsorge 2020» versuchen, die Volksabstimmung zu gewinnen. Da behauptet ein Unternehmer und ex SVP-Nationalrat Peter Spuhler, die Unternehmen müssten den Arbeitnehmern zur Finanzierung 0.3 Prozent mehr  Lohn abziehen (und unterschlägt dabei, dass die Hälfte davon durch die Arbeitgeber finanziert wird, Arbeitnehmer also nur 0.15 Prozent zahlen). Kurz später behauptet er das glatte Gegenteil, indem er sagt, die Lohnkosten würden um 0.3 Prozent steigen, was nur dann ginge, wenn die Arbeitgeber die 0.3 Prozent voll und zusätzlich zahlen würden. Mehr dazu hier, in einem hervorragenden Kommentar aus «Das Magazin».

Natürlich gibt es auf beiden Seiten nicht immer nur die Wahrheit, aber das Ausmass an glatten Lügen, Verdrehungen und sogar persönlichen und beleidigenden Angriffen aus dem bürgerlichen Lager, insbesondere die Twitter-Kampagne der jungen FDP und SVP erinnern oft an die Tweets von Donald Trump, der jenseits der Wahrheit einfach «alternative Fakten» streut und echte Fakten als Fake News bezeichnet. Persönliche Angriffe stehen auch bei ihm auf der Tagesordnung.

Besonders bedauerlich für mich als liberal denkendem Mensch (und FDP-Mitglied) sind die Fakten verdrehenden und teilweise auch ehrverletzenden Tweets der Jungliberalen. Denn der Kampf um Freiheit immer auch ein Kampf um die die Wahrheit.

Da wird zum Beispiel berechnet, wie viel Beiträge an die Altersvorsorge ein heute 25-jähriger über einen Zeitraum von 40 Jahren zahlt und dann verglichen mit den Beiträgen eines 45-jährigen, der nur noch 20 Jahre Beiträge zahlt und dann wird behauptet, die Jungen müssten am meisten an die Altersvorsorge zahlen. Wie wenn es ein Wunder wäre, dass man über 40 Jahre mehr zahlt als über 20 Jahre… Widerlegt man dann solche Aussage mit echten Fakten, indem man die Beiträge in gleichen Zeiträumen vergleicht (Neue Zahlen zeigen: die Jungen zahlen am wenigsten an die Altersvorsorge 2020) wird einem vorgeworfen, man habe keine Argumente und produziere nur «Verbalakrobatik» (oder Fake News und ähnliches).

Ein anderes Beispiel: die Gegner behaupteten mehrmals, die Reform führe dazu, dass die erste Säule der Altersvorsorge, die so genannte AHV, innerhalb von 10 Jahren Konkurs sei. Faktum ist, dass es geschätzte 20 Jahre dauert, die 10 Jahre aber insbesondere dann gelten, wenn die Reform abgelehnt wird; also genau das Gegenteil stimmt.

Sollte die Schweiz am 24. September Nein zum Bundesbeschluss vom 17. März 2017 über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (BBl 20172381) oder zum Bundesgesetz vom 17. März 2017 über die Reform der Altersvorsorge 2020 sagen, dann haben nicht nur die Befürworter einer schnellen Reform der Altersvorsorge verloren, sondern auch die Wahrheit; und eine politische Kultur, die immer den Ausgleich und den Kompromiss suchte und auf Anstand und Respekt basierte, verabschiedet sich langsam ins Museum.

(Der Transparenz wegen muss ich an dieser Stelle offenlegen, dass meine Kampagnenfirma business campaigning GmbH durch den Schweizerischen Pensionskassenverband ASIP mit einer Faktencheck-Kampagne beauftragt wurde. Der ASIP, der die autonomen Pensionskassen vertritt, die paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geführt werden, also als Fachverband genau in der Mitte steht, sagt «mit Vorbehalten Ja» zur Altersvorsorge 2020.)

Seit Wochen ging es durch meinen Kopf, dass hier ein Kampagnenprinzip, quasi eine noch unentdeckte Gesetzmässigkeit dahinter steckt, die man in Zukunft berücksichtigen muss. Nur, welche, das war mir noch nicht klar…

Heute, als ich den Film «Ein Volk auf der Höhe» anschaute, ging mir dann ein Licht auf. Bei diesem Film geht es um die Volksabstimmung zum Kampf des norwegischen Kampfjets Gripen, die im Mai 2014 stattfand. Am Dienstag ist Vorpremiere in Zürich und ich bin dort als Campaigning-Experte auf dem Podium, um die Kampagne zu kommentieren und die anwesenden Kampagnenleiter nach Hintergründen zu fragen.

Die Pro- und Kontra-Gripen-Kampagnen versuchten teilweise mit technischen Detaildiskussionen zu punkten und teilweise Ideologien gegeneinander auszuspielen. Und dann dämmerte es mir:

Wenn in einer Abstimmungs- oder Wahlkampagne massiv die Fakten verdreht werden, dann ist das ein klares Indiz dafür, dass es in Wirklichkeit nicht um die bessere Lösung geht, sondern dass sich hinter den Kulissen ein Kampf um Ideologien abspielt, über den man den Wählerinnen und Wählern aber keinen reinen Wein einschenken will.

Im Fall der Altersvorsorge 2020 weiss man das eigentlich. Die politische Linke will die AHV stärken, weil sie so konzipiert ist, dass Reiche mehr einzahlen, als sie je bekommen und dadurch eine Umverteilung von Reich nach Arm stattfindet. Aus den gleichen Gründen will die politische Rechte lieber die 2. Säule stärken, bei der es keine Umverteilung von Arm zu Reich gibt.

Jetzt wäre es dann langsam an der Zeit, dies auch offen so zu sagen und dem Stimmvolk reinen Wein einzuschenken…

Aber unabhängig vom konkreten Fall würde ich interessieren, wer dieser These zustimmen würde und vielleicht auch noch andere Beispiele kennt, die sie untermauern.

Prost.

It’s the numbers, stupid!

Am Freitag durfte ich mal wieder an der ZHAW in Winterthur innerhalb des CAS Kommunikationsmanagement das Thema Campaigning unterrichten; bzw. mein business campaigning® Modell.

Nach der Einführung in die Strategielehre des business campaigning® Modells gab es eine Gruppenaufgabe: eine Grob-Strategie für ein konkretes Projekt bzw. eine Kampagne ausarbeiten.

Was mir bei der Präsentation wieder einmal auffiel war, wie wichtig es ist, Ziele messbar in konkreten Zahlen auszudrücken.

Bei einer Gruppe ging es darum, ein bestimmtes Bevölkerungssegment dazu zu bewegen, deren Kinder an einem Bildungsangebot teilhaben zu lassen. Die Strategie enthielt dann ein Ziel, Denner für die Mitarbeit zu gewinnen, weil man dort dieses Bevölkerungssegment gut erreichen kann. Das klang plausibel, aber als ich nicht locker liess und nach den konkreten Zahlen fragte, stellte sich heraus, dass diese so klein war, dass man mit einer solche Zusammenarbeit mit Kanonen auf Spatzen geschossen hätte. Stattdessen genügte es völlig, mit ein paar Quartiervereinen und ähnlichen Institutionen in Zürich zusammenzuarbeiten. Das sollte genügend Eltern erreichen und bewegen können.

Was man daraus lernt: wenn man die Zahlen nicht konkret benennt, kann ein einfach zu lösendes (Kampagnen-/Marketing-/Kommunikations-/Change-) Problem gigantisch erscheinen. Und auch wenn die Zahlen gross sind, hat man dann immerhin die Möglichkeit, sie in mehrere kleinere Pakete herunterzureichen, die jedes für sich wiederum einfach(er) zu bewältigen sind.

Ziele müssen konkret und messbar formuliert sein, wie es der «LACKMUS-Test für die Zielformulierung» aus dem business campaigning® Modell fordert:

L ösungsneutral

A nspornend, motivierend

C hancenreich, multiplikativ

K lar und eindeutig

M essbar, überprüfbar

U msetzbar, realisierbar, erreichbar

S ystemkonform, konsistent, Zielkonflikte vermeidend

Wer wer wissen will oder eine Ausbildung im business campaigning® möchte, kann sich hier anmelden oder am 3. Juli zum Informationsabend kommen.

Community Building Lab mit Stride Learning am business campaigning Day

Communities sind zurecht in aller Munde. Wir leben in einer Gesellschaft, die immer mehr individualisiert wird, mit Mitarbeitenden, die das Gefühl der Zugehörigkeit verlieren. Dies wirft eine grosse Frage auf: Welche kollektive Bildung ermöglicht es, den fruchtbaren Boden für die Zusammenarbeit und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu schaffen?

Ich freue mich deshalb über einen neuen Partner und ein neues Lernangebot am business campaigning Day: STRIDE Learning – unSchool for Entrepreneurial Leadership – wird am Vortag des Campaigning Summit Switzerland, am business campaigning day ein Community Building Lab als Teil der Campaigning Werkstatt organisieren.

In diesem Workshop lernt man, wie man Communities initiiert, aufbaut und pflegt. Grundlage ist das community building canvasvon Stride Learning, das Ergebnis ist Dein community building action plan.

Dieser Workshop findet nur mit mindestens 8 Teilnehmenden statt.

Der Workshop wird von Niels Rot (Co-Founder Stride Learning) geleitet. Niels ist ein impact-getriebener Unternehmer, der Menschen zu gemeinsamen Themen zusammenbringt. Schon als Kind hatte er Hobby-Projekte, wirkte dann in führenden Studenten-Organisationen mit und baute schliesslich die lebendige Impact Hub Community mit auf. Er hat einen Hintergrund in Wirtschaft. Weitere Informationen: http://stride-learning.ch/stride-labs-community-building/.

Zur Erinnerung: der business campaigning day findet am 30. März in Zusammenarbeit mit der KV Zürich Business School statt. Am Vormittag gibt es kostenlose Referate, darunter auch eines von digitalswitzerland-Geschäftsführer Nicolas Bürer.

Am Nachmittag gibt es die Campaigning Werkstatt, für die Teilnehmende des Campaigning Summit Switzerland 100 Franken Vergünstigung bekommen. Es lohnt sich also, zuerst das #CSCH17-Ticket zu sichern, solange es noch welche gibt, und sich dann erst für den business campaigning day anzumelden.

Weitere Informationen, detailliertes Programm und Anmeldung, hier. 

Zertifikatskurs Strategisches Campaigning an der KV Zürich Business School

Gestern haben wir die folgende Medienmitteilung über einen mi Herbst an der KV Zürich Business School startenden Zertifikatskurs Strategisches Campaigning veröffentlicht.

Bereits vor über 10 Jahren gab es einmal einen ähnlichen Kurs. Die Teilnehmenden von damals, mit denen ich noch im Kontakt bin, sagen heute noch, sie hätten im Kurs viel gelernt, das sie weiterbrachte.

Daniel Graf zum Beispiel, der allseits präsente Online Campaigner schickte mir das folgende Zitat, das ich benutzen soll:

Die Weiterbildung bei Peter war sehr wertvoll. Er brachte System in mein Kampagnendenken. Seine strategischen Werkzeuge nehme ich gerne zur Hand, um knifflige Entscheidungen zu treffen.

Das Programm umfasst insgesamt 15 Kurstage, in denen man die wichtigsten Dinge lernt, die ein Campaigner können sollte und ausserdem an einem eigenen Kampagnenplan arbeiten kann. Und hier nun die Medienmitteilung:

Zertifikatskurs Strategisches Campaigning an der KV Zürich Business School 

Dietikon, 7. März 2017. Ab Oktober 2017 bietet die KV Zürich Business School in Zusammenarbeit mit business campaigning GmbH den neuen Zertifikatskurs Strategisches Campaigning an. Absolventinnen und Absolventen lernen darin, mit dem business campaigning Modell eine Kampagne, Unternehmungen und Veränderungsprozesse zu planen, zu initiieren, zu führen und dabei ihre Ressourcen effektiver sowie effizienter einzusetzen. Ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen, politischen oder anderen Mitbewerbern soll durch diesen Kurs gesteigert werden. Vorgestellt wird der Kurs am Campaigning Summit Switzerland. 

Campaigning sei ein Weg, um Kommunikations- und Managementaufgaben strategisch, wirkungsorientiert, ressourceneffizient und interdisziplinär zu planen und zu steuern, steht auf der Landingpage der KV Zürich Business School. «Gerade für unsere Community, die sich lebenslang weiterbildet und die Karriereleiter auch in Zeiten schwieriger Herausforderungen nach oben klettert, ist diese Methodik aufgrund ihrer Vernetztheit besonders gut geeignet», so Urs Achermann, Leiter KV Zürich Business School.

Denn mit strategischer Kommunikation und zielgerichteter Intervention werde beim Campaigning direkt in Prozesse und Zustände eingegriffen, um diese nachhaltig zu verändern. Gerade in Transformationsphasen, wie die Wirtschaft sie aktuell durch die Digitalisierung erlebt, sei Campaigning als Methodik der strategischen Steuerung besonders gut geeignet, um Chancen und Handlungsfelder zu identifizieren und sowohl Veränderungs- als auch Kommunikationsprozesse gezielt zu steuern.

Der Kurs vermittelt das business campaigning® Modell von Peter Metzinger, das sich seit fast 20 Jahren in unzähligen Kampagnen und Veränderungsprozessen bewährt habe – von Produkteinführungen über Kulturwandel in Unternehmen, Change Management, Unternehmenskommunikation, interner Kommunikation, Marketing, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, Rebranding, Imagekampagnen und Reputationsmanagement bis hin zu Public Affairs. Die Liste der Anwender reiche von kleinen NGOs und Startups bis hin zu globalen Konzernen und dem World Economic Forum in Davos.

Der Kurs richtet sich an alle, die sich in Unternehmen, Agenturen, Verbänden, Parteien, Nonprofit-Organisationen, Vereinen oder öffentlichen Verwaltungen mit Veränderungsprozessen oder Kampagnenaufgaben beschäftigen und dafür nach neuen, effizienteren und zukunftsfähigen strategischen Ansätzen suchen.

Am business campaigning Day, der am 30. März den Auftakt zum Campaigning Summit Switzerland bildet und der ebenfalls an der KV Zürich Business School stattfindet, gibt es die Möglichkeit, sich im Gespräch mit Kursleiter Peter Metzinger zu informieren.

Weitere Informationen:

http://www.kvz-weiterbildung.ch/bildungsangebot/strategisches-campaigning

Peter Metzinger
+41 79 628 61 26
peter@businesscampaigning.com
www.businesscampaigning.com
twitter.com/campaigning

business campaigning GmbH ist die Nr. 1 für Campaigning in der Schweiz. Wir machen Kampagnen. Aber anders. Denn der Campaigning Ansatz basiert auf einer integrativen, cross-medialen und strategischen Denk- und Arbeitsweise. Campaigning ist die Kunst, alle Register ziehen zu können, um wirkungsvoll und effizient ein gegebenes Ziel zu erreichen und/oder Menschen zu bewegen.

Nicht der Kontakt ist fatal.

Gestern schrieb ich «Keine Kampagenstrategie überlebt den Kontakt mit der Zielgruppe».

Das war falsch, aber keiner scheint es gemerkt zu haben, nicht mal ich, obwohl schon beim Schreiben diese leise, unscheinbare Stimme in der hintersten Ecke meiner Hirnschale zur Vorsicht mahnte.

Heute, auf dem Rückweg zum Limmat Tower, fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Nicht den Kontakt mit der Zielgruppe überlebt keine Kampagnenstrategie, sondern den Erstkontakt mit der Zielgruppe.

Wenn man eine Zielgruppe richtig gut kennt, vielleicht sogar dazu gehört, dann muss man keine Angst haben, eine Kampagnenstrategie zu entwickeln, die den Kontakt mit der Zielgruppe nicht überlebt.

Das muss man nur, wenn man die Zielgruppe nicht gut genug kennt. Je grösser das Budget, desto grössser sollte die Angst sein!

Darum, Campaigner, Deine Zielgruppe kennen sollst Du!

Keine Kampagenstrategie überlebt den Kontakt mit der Zielgruppe

Kürzlich haben wir drei Target Community Labs™ mit jungen Menschen durchgeführt, die eine Kampagne zur Sensibilisierung und Mobilisierung junger Menschen entwickeln sollten.

Also eine Kampagne für ihresgleichen, wie das bei Target Community Labs™ ja so ist.

Die Kampagne sollte im Herbst starten.

Wir kennen nun die Strategie. Sie wird sicher funktionieren, weil die Beute den Köder selbst entwickelt hat.

Aber kein Plan überlebt den Kontakt mit der Zielgruppe. Ein ganz wesentlicher Input war das richtige Timing, und demzufolge darf die Kampagne erst im Frühjahr starten. Geduld ist angesagt.

Kennst Du jemanden, der oder die ein Briefing oder eine Strategie für Marketing oder Kommunikation bei einer Zielgruppe entwickeln darf, die er oder sie vielleicht nicht gut genug kennt?

Wir freuen uns über eine Weiterempfehlung. Auch wenn die ursprüngliche Idee sich als falsch oder mangelhaft herausstellen sollte. Die Kampagne, die in einem Target Community Lab™ entwickelt wird, wird sicher funktionieren.

Ein TCL™ gibt Investitionssicherheit, wie ich mir kürzlich sagen liess 😉

«Sämtliche nominierten Kampagnen sind schon Gewinner»

Das waren die tröstlichen Worte der Veranstalter des Swiss Award Corporate Communications, der am vergangenen Donnerstag verliehen wurde. Denn es hatten sich 23 Teams beworben und zu den 6 Nominierten zu gehören, war wirklich eine Auszeichnung. Im folgenden Beitrag möchte ich ein wenig schildern, was in einem vorgeht, wenn man sich um einen Award bewirbt und zu den Nominierten gehört, aber dann doch nicht die erhoffte Trophäe mit nach Hause nehmen kann.
Denn unter den sechs nominierten Kampagnen auch die 100-Jahre-Jubiläumskampagne der Urner Kantonalbank, in deren Team ich als Strategieberater mitwirken darf.
Alle Kampagnen wurden ausführlich präsentiert, inklusive Kurzfilm über die Kampagne mit Interviews.
Fröhliches Gelächter erntete das Team der Swiss, aber nicht wegen der Kampagne, die in meinen Augen verdammt gut ist, sondern weil das halbe Team aus Berlin anreiste, mit Swiss, und zu spät kam, weil der Flieger Verspätung hatte.
Mit jeder neuen Präsentation stieg dann die Spannung, der Liedermacher, der am Ende noch zwei Lieder zum Besten gab, konnte das auch nicht mindern und schliesslich war es dann so weit. Die beiden Trophys gingen an die Kampagnen von Swiss Tennis und Swissgrid.
Persönlich muss ich zugeben, war ich darüber erstaunt, denn mindestens die Swiss-Kampagne hatte mich viel mehr überzeugt als die Swissgrid-Kampagne. «Sämtliche nominierten Kampagnen sind schon Gewinner» – daran galt es nun festzuhalten. Beim abschliessenden Networking-Apéro kamen erstaunlich viele Leute auf uns zu und sagten, sie hätten auf Swiss und Urner Kantonalbank gewettet und gratulierten uns zur gelungenen Kampagne.
In solchen Momenten schiessen einem sehr widersprüchliche Gedanken durch den Kopf. Die einen spricht man besser nicht aus, denn man wirkt dann wie ein schlechter Verlierer («die Jury war zu voreingenommen», «die Jury hat nicht richtig hingeschaut», «nie wieder machen wir bei sowas mit», «wir haben doch alle soeben aufgelisteten Kriterien erfüllt, die Kampagne xy aber nicht», «einer aus der Jury arbeitet für die Atomwirtschaft und die sind mit Swissgrid eng verflochten» und ähnliches, was natürlich alles Unsinn ist).
Dann wiederum freut man sich über die doch erhebliche Anerkennung, über die ausführliche Präsentation durch die Veranstalter, die Publicity und darüber, dass es ja wirklich eine Auszeichnung ist, nominiert zu sein, bei so vielen Bewerbungen, und last not least darüber, dass das Dossier, das man nun hat, so oder so eine schöne Referenz darstellt.
Welche Sichtweise am Ende siegt, ist jedem selbst überlassen.

Bei mir überwogen die positiven Gefühle. 

Da fällt mir eine Geschichte ein, die ich mal hörte: ein kleiner Junge fragt seinen Grossvater, warum er so nachdenklich und ruhig ist. «In mir kämpfen zwei Wölfe miteinander, ein guter und ein böser“, sagt der Opa. «Und welcher gewinnt?» – «Das kommt darauf an, welchen ich mehr füttere.»
Und wie geht es nun weiter mit der Kampagne «Unser Uri. Unsere Bank»? – Bald wird bekanntgegeben, welche von 76 Projekten, die sich bewerben, finanziert werden. Das muss gut vorbereitet sein, denn auch hier werden wohl nicht alle Bewerber ihr Ziel erreichen, auch hier wird es vermutlich solche und solche Gewinner geben. Denn bei 76 eingereichten Projekten und einem nicht unbegrenzten Budget muss man davon ausgehen, dass nicht alle finanziert werden können.

Mindestens gewonnen haben aber alle dadurch, dass sie einen guten Plan für ihr Projekt erstellt haben, und dass sie Teil einer Kampagne sind, die durch eine Nomination ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnung haben alle verdient, die sich beteiligt haben. Und da es sich bei der Jubiläumskampagne um eine Mitmach-Kampagne handelt, trifft dies eben auch auf einen Grossteil der Bevölkerung des Kantons Uri zu, ohne die die Kampagne niemals funktioniert hätte, zumindest bei weitem nicht so gut.

Fotos, Berichte und die Videos gibt es hier zu sehen: http://award-cc.com