Mr. Campaigning: Zukunftsbotschafter erhält Digital Lifetime Award 2020

Medienmitteilung von Mr. Campaigning, 26.11.2020

Der Bestseller-Autor, Internet- und Online-Marketing-Pionier Jörg Eugster ist der Gewinner des Digital Lifetime Awards 2020. Ausgezeichnet hat ihn der Branchenverband der Schweizer Digitalwerbung IAB Switzerland Association, wie er heute gegenüber den Medien bekannt gab. Unterstützung bei der Kommunikation erhielt er von Mr. Campaigning, ebenfalls preisgekrönter Vordenker in Digitalisierung und Change.

Jörg Eugster freut sich über den Preis und zeigt, wie man einen QR-Code nutzen kann

Award-Gewinner Jörg Eugster (60) ist Gründer diverser Internet Start-ups, international gefragter Referent und Bestseller-Autor. Er ist stolz auf ein Dankesschreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er hat es für sein Sachbuch «Übermorgen – Eine Zeitreise in unsere digitale Zukunft» erhalten.

Zukunftsbotschafter

In seinem 2017 publizierten Bestseller versetzt der Autor die Leserschaft ins Jahr 2030. Es ist offensichtlich, dass in dieser digitalisierten Zukunft eine Pandemie um einiges besser zu bewältigen wäre, als es im Frühling 2020 der Fall war. Leicht lesbar präsentiert das Buch Themen wie das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz und Virtual Reality und viele weitere. Im Fokus steht die Geschäftswelt von morgen und wie sich Unternehmen darauf vorbereiten können. Das Buch endet mit einem Ausblick ins Jahr 2050, das Fokus seines nächsten Buches sein wird.

Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung ist Jörg Eugster ein gefragter Referent. Dafür positioniert er sich auf seiner Website https://eugster.info als «Zukunftsbotschafter» und «Keynote Speaker Digitalisierung». Seine Markenfarbe ist Türkis (bis hinunter zu den Socken).

Digitale DNA

«Unser Gewinner ist eine Person mit einer digitalen DNA.» Dies erklärte Ueli Weber als Vertreter der IAB Switzerland in seiner Laudatio für den Gewinner des Digital Lifetime Awards 2020. Die Verleihung fand corona-bedingt online am 25. November 2020 statt.

Weber, CEO des Marktforschungsunternehmens Media Focus Schweiz, verwies unter anderem auf die unternehmerische Leistung von Jörg Eugster. Der Appenzeller hatte die Online-Plattformen Jobwinner, Swissfriends und Webcams.travel gegründet und erfolgreich verkauft. Heute ist er in verschiedenen Unternehmen als Verwaltungsrat tätig.

Kostenloses Wissen

2005 hatte Jörg Eugster sein digitales Wissen erstmals zu Papier gebracht mit der Publikation «Wie fischt man Kunden aus dem Internet». Nach drei Auflagen mit insgesamt 32’000 Exemplaren entschloss sich Eugster, das Printprodukt als Online-Plattform weiterleben zu lassen. Dies unter der Bezeichnung «wifimaku».

2018 stellte Eugster die wifimaku-Plattform, an der 20 weitere Autoren kostenlos mitgearbeitet hatten, dem Branchenverband IAB Switzerland zur Verfügung. «Ich habe das gratis gemacht. Ich wollte nur, dass das Wissen im Online-Marketing möglichst viele Leute erreicht», erklärt Jörg Eugster.

Keynote Speaker

Vom gefragten Online-Marketing-Experten wurde er immer mehr zum begeisterten Botschafter der digitalen Zukunft, der auf Kongressen und Summits vor grossem Publikum über seine praktischen Erfahrungen spricht. Anders als viele Bedenkenträger schürt Jörg Eugster als leidenschaftlicher Digitalisierungsoptimist jedoch keine Furcht vor Robotern und künstlicher Intelligenz – ganz im Gegenteil. Er liebt es, das riesige Potenzial der digitalen Revolution als Publizist und Vortragsredner in die Welt zu tragen und die Menschen mit seiner enormen Digitalbegeisterung anzustecken.

Als aufmerksamer Beobachter verfolgt er weiterhin weltweit interessante digitale Entwicklungen und berichtet regelmässig darüber auf seinem Blog https://eugster.info/blog/.

Fotos in verschiedener Auflösung gibt es hier:
https://eugster.info/iab/#

Jörg Eugster steht für ein Interview, einen Artikel oder einen anderen Beitrag gerne zur Verfügung:

Jörg Eugster
joerg@eugster.info
+41 76 373 04 01

Pflichtstoff

Was der Widerstand gegen Masken gemeinsam hat mit dem Widerstand gegen die Gurtpflicht in den Siebzigern, sehr gut erklärt in der Republik: die Konfrontation mit der eigenen Angst.

www.republik.ch/2020/10/29/pflichstoff

COVID-19: Opfern sich die Alten für die Jungen?

Falls dieser Bericht von Watson stimmt, dann kann man nur vermuten, dass die Krankenhäuser nur deshalb noch nicht voll sind, weil sich sehr viele ältere Menschen für die jüngeren opfern. Ein Gedanke, der sehr traurig macht. Und etwas, mit dem die COVID-19 Taskforce wohl nicht rechnete, als sie voraussagte, dass die Krankenhäuser jetzt schon voll sein sollten.

Corona Schweiz: Das stille Sterben in den Heimen
von Reto Fehr
Im Kanton Zürich sterben mehr als 50 Prozent aller Corona-Opfer nicht im Spital, sondern im Altersheim. bild: shutterstock

Nicht alle, die wegen Covid-19 ins Spital müssten, um sich behandeln zu lassen, tun dies auch. Vor allem im Alters- oder Pflegeheim sterben je nach Kanton mehr als die Hälfte der Corona-Opfer.

Das Gesundheitssystem der Schweiz könnte an seine Grenzen stossen durch das Coronavirus. Je nach Berechnungen sollen Mitte November die Spitäler ausgelastet sein, wie die Task Force schon mehrmals berechnete.

Mit Stand vom 10. November um 9.30 Uhr hat es in den Spitälern noch rund 28 Prozent freie Betten auf den Akut- und Intensivstationen. 59,2 Prozent der Patienten auf der Intensivstation sind Covid-19-Patienten, wie Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst (KSD), am Point de Presse des Bundes am Dienstag informierte.

Andreas Stettbacher zeigte am Dienstag auf: Aktuell hat es rund 28% freie Akut- und ebenfalls 28% freie Intensivbetten in den Schweizer Spitälern. Bild: keystone

Doch nicht alle, die wegen Covid-19 ins Spital eingeliefert werden müssten, tun dies auch. So sterben in den verschiedenen Kantonen der Schweiz bis zu 50 Prozent der Corona-Toten nicht in Spitälern und damit ohne die letzte Möglichkeit, die Krankheit zu besiegen.

Weiterlesen: https://www.watson.ch/!188669435

Dualist*innen-Talk: Peter Metzinger “Mr. Campaigning”

Heute morgen ist der folgende Beitrag im dualist.cc-Forum erschienen:

«Sind mehr Systematik und stärkere Professionalisierung die Lösung? Eine Kultur-Lobby? Learning from Greenpeace? Mit Peter Metzinger aka Mr. Campaigner gehen wir diesen und anderen Fragen nach.

Über mehr Selbstbewusstsein in der Kultur, darüber, dass es keine Schwarzweiss-Lösungen gibt und weshalb sich die «Fronten zwischen Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft aufweichen» sollten.

Peter Metzinger im Gespräch mit Dualist Initiantin Fosca Tóth.»

Hier geht es zum Podcast.

Wieso es seit dem 12. April in Taiwan nicht mehr zu lokalen Ansteckungen gekommen ist

Im Newsletter der Republik stand heute ein sehr eindrücklicher Artikel über die sehr effektive COVID-19-Bekämpfung in Taiwan. Demgegenüber sehen wir in der Schweiz aus wie im Mittelalter. Wer felsenfest der Meinung ist, wir müssten lernen, mit dem Virus zu lernen, muss jetzt nicht weiterlesen, denn er oder sie könnte Gefahr laufen, seine Meinung ändern zu müssen…

Jeden Tag müssen Menschen ins Spital, weil sie Covid-19 haben. Die Intensivbetten füllen sich. Und was ist unser Plan? Die Schweizer Covid-Strategie lautet: Einerseits sollen die Fallzahlen wieder zum Sinken gebracht werden, andererseits soll ein landesweiter Lockdown so lange wie irgend möglich vermieden werden. Kann das funktionieren? Es kann.

Wie? Daniel Binswanger hat sich im Ausland nach Vorbildern umgesehen:

Zwei Länder gibt es, welche die Epidemie im Griff haben, nie in den Lockdown gingen, einen geringen Wirtschaftseinbruch verzeichnen. Länder, in denen das Leben nur wenig beeinträchtigt weitergeht und die trotzdem geringe Todes- und Fallzahlen ausweisen. Es handelt sich um Südkorea und Taiwan. Wie schaffen sie das? Schauen wir nach Taiwan.

Der Inselstaat im Südchinesischen Meer hat seit Ausbruch der Krise bis heute insgesamt 569 nachgewiesene Fälle und 7 Tote zu verzeichnen. 7 Tote auf knapp 24 Millionen Einwohner, obwohl Taiwan in nächster Nähe zu China liegt, dem Ursprungsland der Pandemie. Der Unterschied dazu, wie die meisten westlichen Staaten sich schlagen, könnte kaum grösser sein.

Wie ist das erklärbar?

Einen Startvorteil können wir hier nicht reproduzieren: die Insellage. Taiwan liegt 180 Kilometer vor dem chinesischen Festland und hat eine Kontrolle über Ein- und Ausreisen, die ein Binnenland wie die Schweiz niemals ausüben könnte. Allerdings sollte man diesen Unterschied nicht überschätzen: Der Personenverkehr zwischen dem Festland und dem taiwanesischen Staatsgebiet ist intensiv. Am 25. Januar dieses Jahres, zwei Tage nachdem Wuhan in den Lockdown ging, kehrten rund 500’000 taiwanesische Staatsbürger von den Feiern zum chinesischen Neujahrsfest vom Festland nach Hause zurück. Dennoch stiegen die Covid-Infektionen bis zum 17. Februar nur auf 166 bestätigte Fälle und stabilisierten sich dann. Seit dem 12. April ist es innerhalb von Taiwan nicht mehr zu lokalen Ansteckungen gekommen – zu keiner einzigen. Zwar werden vereinzelt neue Fälle diagnostiziert, aber diese sind allesamt aus dem Ausland eingeschleppt – und werden sofort in Quarantäne gesetzt. Dem Land gelingt es nun seit Monaten, sämtliche Infektionsketten auf seinem Staatsgebiet zu unterbrechen. Wie ist das möglich?

Es gibt dazu eine Reihe von Mitteln:

  • Taiwan hat eine Regierungsagentur geschaffen, die im Ernstfall effizient agiert. Die Tatsache, dass das Land 2003 von der Sars-Epidemie stark betroffen war, kam ihm jetzt zugute. Im Anschluss an Sars wurde das CECC geschaffen, das Central Epidemic Command Center, das die Führung und Koordination zwischen den verschiedenen Behörden und Ministerien übernimmt und blitzschnell handeln kann. Geschwindigkeit ist matchentscheidend.
  • Bereits am 31. Dezember 2019 wurden in Taiwan Flugpassagiere aus Wuhan bei der Einreise einem Screening unterzogen – eine Woche bevor die chinesischen Behörden offiziell vermeldeten, dass in Wuhan auffällige Lungenentzündungen gehäuft auftraten. Das CECC war auf Online-Diskussionen unter Ärzten in Wuhan aufmerksam geworden – und handelte. Am 28. Januar mussten alle aus China ankommenden Reisenden in Quarantäne.
  • Im Februar wurden die Winter-Schulferien um 10 Tage verlängert. Staatsbedienstete bekamen Urlaub zur Kinderbetreuung. Bis heute gilt: Wenn in einer Schulklasse ein Kind oder eine Lehrkraft positiv getestet wird, kommt die ganze Klasse in Quarantäne. Wenn in einem Schulhaus oder einer Schulklasse 2 Kinder positiv sind, wird die ganze Schule in Quarantäne geschickt.
  • Bereits im Januar regulierte die Regierung die Maskenverteilung, zunächst durch rationierte Abgabe an die Bevölkerung. Im Februar wurden unter anderem Militärtruppen zur staatlichen Maskenproduktion eingesetzt. Masken sind in Taiwan sehr schnell zu einem Grundpfeiler der Hygieneregeln für alle geworden – Monate vor Europa.
  • Das Rückverfolgen der Kontakte ist lückenlos und schnell. Innerhalb von 24 Stunden werden alle Kontakte eines gemeldeten Infizierten ermittelt und kontaktiert. Im Schnitt vergehen in Taiwan zwischen dem Kontakt mit einer potenziellen Infektionsquelle und der In-Quarantäne-Setzung der exponierten Person 3 Tage. 88 Prozent der Personen, die sich lokal angesteckt haben, sind über das Contact-Tracing identifiziert worden, also in einer sehr frühen Phase ihrer Infektion. Die Strategie wird auch mit digitalen Hilfsmitteln vollzogen, insbesondere werden Bürger in Quarantäne mit Telefon-Tracking überwacht. Trotz sehr niedriger Fallzahlen kann Taiwan 400 bis 600 ausgebildete Tracer einsetzen und verfügt über eine digitale Tracing-IT-Plattform, die es erlaubt, verschiedenste Informationen automatisch abzugleichen. Bestimmte Datenschutzgarantien können im Epidemiefall ausser Kraft gesetzt werden.

Das Virus ist überall auf der Welt gleich ansteckend, gleich schwierig einzudämmen, gleich gefährlich. Taiwan wird dieses Jahr einen der mildesten Wirtschaftseinbrüche weltweit erleben. Die Regierung geht sogar von einem leichten Wachstum aus. Taiwan kann Corona – und es führt die Gründe vor Augen, weshalb viele andere Länder an der Kontrolle ohne Lockdown scheitern.

Und zum Schluss: Warum man im Moment (wie eigentlich immer) besonders vorsichtig sein sollte bei der Interpretation von Corona-Statistiken

Diverse Kantone, Testzentren und Spitäler haben nun den Zugang zu Coronavirus-Tests wieder eingeschränkt. So dürfen sich etwa im Kanton Waadt nur noch Personen mit eindeutigen Symptomen testen lassen. Der Grund: Die Kapazitäten (zumindest mit den genauen PCR-Tests) sind ausgereizt. Aus logistischen Überlegungen ergibt die Einschränkung also durchaus Sinn – sie schafft aber ein neues Problem. Die Basler Epidemiologin Emma Hodcroft warnt nun auf Twitter eindringlich vor den möglichen Auswirkungen auf die Datengrundlage. Weil in der Schweiz so wieder weniger Fälle erfasst würden, sei es schwierig zu beurteilen, ob die vom Bund und den Kantonen erfassten Massnahmen auch wirklich wirken. Oder anders gesagt: Stagniert die Zahl der Positiven, weil die Ansteckungen sinken oder weil weniger getestet wird? «Die Schweiz hat den Rand des Lichtkegels erreicht», schreibt Hodcroft. «Machen wir also keine Freudensprünge. Im Halbdunkeln sieht man schlecht.»

Bleiben Sie umsichtig. Bleiben Sie freundlich. Und bleiben Sie gesund.

Ökonomen fordern Lockdown zur Rettung der Wirtschaft

«Wir sind Ökonomen aus verschiedenen Fachgebieten und mit unterschiedlichen Ausrichtungen, die in vielen Fragen unterschiedlicher Meinung sind. Aber leider sind wir uns alle einig, dass die Schweiz trotz der zu erbringenden Opfer nun einen zweiten „Lockdown“ (dessen genauer Umfang in enger Zusammenarbeit mit Gesundheitsexperten entschieden werden muss) braucht, der von einer starken fiskalischen Unterstützung begleitet wird. Selbst wenn nur der wirtschaftliche Aspekt berücksichtigt wird, werden die Gesamtkosten einer gut geführten Eindämmung niedriger sein als die Kosten der derzeitigen leichteren Massnahmen, die das Virus eindeutig nicht eingedämmt haben. Die letztgenannten Maßnahmen, die bereits jetzt katastrophale wirtschaftliche Kosten verursachen, werden auch zu einer höheren Sterblichkeitsrate führen.

Das Virus breitet sich derzeit in der Schweiz mit einer der schnellsten Verbreitungsraten der Welt aus: Neue Fälle und Krankenhausaufenthalte haben mit beeindruckenden Raten zugenommen, und noch tragischer ist, dass auch die Zahl der Todesfälle exponentiell zugenommen hat. Leider zeigt dies unmissverständlich, dass die ergriffenen Massnahmen zur Eindämmung des Virus nicht ausreichten: Sie waren entweder zu zaghaft oder zu spät oder beides. Angesichts dieser beunruhigenden Entwicklungen und obwohl die Nachbarländer verschiedene Eindämmungsmassnahmen mit einer geringeren Gesundheitskrise ergriffen haben, empfehlen wir der Regierung, eine zweite Eindämmung durchzuführen und den Rat der epidemiologischen Experten der wissenschaftlichen Task Force COVID-19 hinsichtlich ihrer genauen Konturen, Umsetzung und Dauer genau zu befolgen.»

Zum Artikel:

https://www.letemps.ch/opinions/controler-pandemie-sauver-leconomie

Jeder Tag zählt. Ich unterstütze diese Petition:

https://act.campax.org/petitions/lockdown-jetzt-1?fbclid=IwAR2fJnn9JoJ1j9FtURDPDtVczoao6yi2-mi92MV2aXxGXqnMX9cbZvZkW0k

Das Dilemma der sozialen Medien ist ein Dilemma für unsere Demokratien

Was ist Wahrheit? Können wir uns überhaupt noch auf eine Wahrheit einigen? Zerstören die sozialen Medien unsere Demokratien und spalten unsere Gesellschaften bis hin zu Bürgerkriegen?

Das sind Fragen, mit denen sich «Das Dilemma der sozialen Medien / The Social Dilemma» (auf Netflix) auseinandersetzt. Ich habe es eben gesehen und für sehr gut befunden. Es trifft genau den Nerv der Probleme, mit denen wir immer mehr konfrontiert werden.

Kaum ein grosses gesellschaftliches Problem – Pandemiebeämpfung, Klimawandel, Erneuerung unserer Mobilfunk-Infrastruktur – kann noch gelöst werden, weil Desinformation, Polarisierung, Hass und ein vermeintliches Recht auf eigene Meinung bar jeder Faktenbasiertheit jeden vernünftigen Diskurs kaputt machen.

Dahinter stecken umsatzorientierte Algorithmen, die nur ein Ziel haben: dass wir mehr und mehr Zeit in den Social Media verbringen.

Lassen wir uns das bieten? Oder stellen wir uns dagegen?

Die Antwort auf diese Frage wird die Zukunft der Menschheit entscheiden.

Mehr dazu hier.

Und wer sich gegen Desinformation (-skampagnen) engagieren möchte, kann mir hier folgen: www.ReclaimTheFacts.com

Warum unsere guten Absichten der Umwelt nichts nützen

Unter diesem Titel hat die Limmattaler Zeitung kürzlich über Erkenntnisse der psychologischen Forschung berichtet, die Umweltschützer und grüne Politiker kennen sollten, damit sie nicht wieder mit Vorschlägen kommen, die nett klingen, aber keine Wirkung entfalten. Wie zum Beispiel eine Flugticketabgabe, die als reine Lenkungsabgabe konzipiert wäre. (Würde nichts bringen, besser ist die Verwendung zur Anschubfinanzierung für synthetisches Kerosin, wie von mir vorgeschlagen).

Trotz guter Klimavorsätze sabotierten wir uns immer wieder selbst. Die Politik müsste stärker auf die Psychologie Rücksicht nehmen.

VON PETER WALTHARD

Wenn wir trotz guter Vorsätze immer wieder zu Egoisten werden, führen Verhaltensökonomen das auf unsere «mentale Buchführung» zurück. Dieses Konzept haben Psychologen der Universität Genf und der Fachhochschule Westschweiz nun im Zusammenhang mit dem Klimawandel untersucht. Es ging um die Frage: Wie kann die Politik die Bevölkerung dazu bringen, Energie zu sparen und den Ausstoss von Treibhausgasen zu reduzieren? Denn oft komme es vor, dass sich Menschen in einem Lebensbereich vorbildlich verhielten, nur um zeitgleich auf einem anderen Gebiet die Zügel schleifen zu lassen. Dabei würden gemachte Erfolge wieder zunichtegemacht.

Zum Beispiel fährt man jeden Tag mit dem Velo zur Arbeit, um seinen Treibhausgasausstoss tief zu halten – und kauft sich dann mit ruhigem Gewissen ein Flugticket für Ferien auf den Seychellen.

Die Wissenschafter sprechen von einem «Rebound»-Effekt: Weil das Gehirn Buch führt, tendiert es dazu, Einsparungen in einem Gebiet mit Mehrausgaben in einem anderen Bereich zu kompensieren. Dieser Effekt zeige sich auch beim Energiesparen, wird Psychologieprofessor Tobias Brosch in der Mitteilung. Wenn sich etwa Solarzellen auf dem eigenen Hausdach in einer tieferen Stromrechnung niederschlügen, werde das gesparte Geld darauf nicht in weitere nachhaltige Massnahmen investiert.

Ein «Werkzeugkasten» für die Politik

Hier kommen nach Ansicht der Westschweizer Forschenden die Behörden und die Politik ins Spiel. Sie müssten bei Lenkungsabgaben die Psychologie der Konsumenten mitberücksichtigen. Nicht optimal sei zum Beispiel, wenn – wie in der Schweiz üblich – ein Teil der CO2-Lenkungsabgabe über eine Vergünstigung der Krankenkassenprämie rückvergütet werde. Aus psychologischer Sicht wäre es besser, dieses Geld als Bezahlung für eine Klimamassnahme zu etikettieren, so Psychologe Brosch.

Man müsse den Preis der Energie den Konsumierenden aufzeigen und die positive Wirkung von Sparmassnahmen durch konkrete Feedbacks deutlich machen, sagt der Erstautor der Studie, Ulf Hahnel. Werde das Konzept der «mentalen Buchführung» nämlich auch in der Politik berücksichtigt, könne dies grössere Änderungen des Verhaltens erreichen als alleine über den Preis, folgern die Forschenden der Uni Genf und der Fachhochschule Westschweiz. 

Quelle: Limmattaler Zeitung

CO2-Gesetz ist ein solider Kompromiss

Aufgrund der Berichterstattung und eines Leserbriefs in der Limmattaler Zeitung der letzten Tage zum Referendum gegen das neue CO2-Gesetz, habe ich den folgenden Leserbrief geschrieben, der dort gestern veröffentlicht wurde. Nachdem das Parlament jahrelang an einem gutschweizerischen Kompromiss gearbeitet hat und das neue CO2-Gesetz die Grundlagen für eine klima- und gleichzeitig gewerbefreundliche Wirtschaftspolitik gelegt hat, an dem ich ebenfalls beteiligt war (sinnvolle Version einer Flugticketabgabe, neuer Art. 53, und Anrechenbarkeit synthetischer Treibstoffe bei den CO2-Sanktionen, neuer Art. 18), ist es mir wichtig, dass dieses Gesetz nicht am Referendum scheitert.

Clean Fuel Now Aktion auf dem Bundesplatz – Betankung eines konventionellen Autos mit synthetischem Diese von Sunfire; organisiert von meiner Campaigning Firma

CO2-Gesetz ist ein solider Kompromiss
Diverse Artikel zu den Beratungen über das CO2-Gesetz

Die Gegner des CO2-Gesetzes mobilisieren, indem sie das Gesetz mit Begriffen verunglimpfen, die nichts mit der Sache zu tun haben. Wie bei jedem gutschweizerischen Kompromiss gibt es immer ein gewisses Mass an Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Der welschen Klimajugend kann man dies mit jugendlichem Leichtsinn nachsehen. Aber die Erdöllobby macht sich unglaubwürdig. Avenergy machte noch vor kurzem Werbung damit, dass sie die Zukunft der Branche in synthetischen Treibstoffen sieht. Diese werden aber nur dann eine Chance haben, wenn das Gesetz angenommen wird, denn ohne (den neuen) Artikel 18 haben synthetische Treibstoffe keine Chance auf dem Markt. Dieser Artikel sieht deren Befreiung von den CO2-Sanktionen vor, eine wichtige Voraussetzung für deren Finanzierbarkeit beim Aufbau der neuen Industrie. Und Auto Schweiz fällt mit dem Referendum einem seiner Mitglieder in den Rücken, das eine Anlage für die Produktion synthetischer Treibstoffe bauen möchte, was ebenfalls nur mit Artikel 18 machbar ist. Alles in allem handelt es sich beim neuen CO2-Gesetz um einen soliden Kompromiss, auf den man bauen kann und der Arbeitsplätze im Gewerbe schaffen wird. Wer jetzt Unterschriften dagegen sammelt, sollte sich dessen bewusst sein, dass er damit wichtige Investitionen abwürgt und der Zukunft der Schweiz einen Bärendienst erweist.

Peter Metzinger, Gemeinderat FDP, Dietikon

CO2-Gesetz: friends of swisscleantech wollen Big Oil kontern

Jahrelang hat das Schweizer Parlament am neuen CO2-Gesetz gearbeitet. Im September wurde es als gut schweizerischer Kompromiss verabschiedet. An Teilen davon (gute Rahmenbedingungen für synthetische Treibstoffe und synthetisches Kerosin beziehungsweise Power-to-X) habe ich mitgewirkt.

In meinen Augen und denen der friends of swisscleantech legt das Gesetz ein solides Fundament für die Schweizer Klimapolitik der nächsten Jahre. (Die friends of swisscleantech ist die Organisation der Einzelmitglieder des schweizerischen Wirtschaftsverbands swisscleantech, an deren Gründung ich ebenfalls mitgewirkt habe.)

Big Oil ergreift das Referendum

Umso bestürzter sind wir nun alle über die Ankündigung von Big Oil, auf Kosten der kommenden Generationen das Referendum zu ergreifen. Auch dass sie dabei Unterstützung durch einen Teil der Klimajugend bekommen, macht die Sache nicht besser. Ein Nein würde die Schweizer Klimapolitik um Jahre zurückwerfen und keine Verbesserung bringen.

Die friends of swisscleantech rufen nun zum Top-the-Vote-Challenge auf. Per sms «IVote» an die Nummer 488 (CHF 2 ) sollen doppelt so viele Stimmen für das CO2-Gesetz gesammelt werden, wie es für ein Referendum brauchen würde. Der Ertrag wird für die Kampagne zur Rettung der Schweizer Klimapolitik verwendet.

Ich habe schon abgestimmt. Bitte gib‘ auch Du Deine Stimme für den Klimaschutz und verbreite diese Information in Deinem Umkreis, so dass wir unser Ziel erreichen. Vielen Dank.

Weitere Informationen:
https://top-the-vote.ch

Photo by Heather Mount on Unsplash