In jeder Krise steckt eine Chance – so auch für Dietikon in der Klimakrise

Gemeinderat Andreas Wolf (Grüne) wollte vom Stadtrat wissen, wie sich der Klimawandel auf Dietikon auswirkt, was die Stadt dagegen zu tun gedenkt und was das kostet. Fragen und Antworten kann man hier nachlesen.

Im Rahmen der Diskussion der Antworten habe ich am Donnerstag während der Gemeinderatssitzung konkrete Vorschläge seitens FDP vorgetragen, wie Dietikon die Chancen packen kann, die in der Klimakrise stecken: nachhaltige Arbeitsplätze durch Innovation schaffen.

Hier meine Rede, die man demnächst hier auch hören kann:

Diese Woche wurde wieder ein Rekord veröffentlicht: der höchste CO2-Gehalt, der je gemessen wurde. Die Antwort des Stadtrates hat bestätigt, was heutzutage jedes Schulkind weiss: der Klimawandel kommt, er kommt schneller und heftiger als noch vor kurzem prognostiziert, er betrifft uns alle, auch lokal und wir haben zu lange nichts dagegen unternommen.

Nun leuchtet es sicher auch den streikenden Schülern ein, dass wir mit lokalen Massnahmen nicht die Welt retten können, aber genauso wie die Menschheit kein anonymer globaler Organismus ist, sondern aus Individuen besteht, die es geschafft haben, durch ihr Handeln das während 10000 Jahren stabile Klimasystem durcheinanderzubringen, genauso muss jeder für sich selbst in Eigenverantwortung die richtigen Massnahmen zum Abdämpfen der schon gar nicht mehr zu verhindernden Katastrophe unternehmen.

Aber.. leider reicht das nicht.

Wir müssen über Parteigrenzen und andere Grenzen hinweg zusammenarbeiten, wollen wir den Klimawandel bekämpfen. Es wird eine Herkulesaufgabe, aber es steckt auch eine riesige Chance drin, vor allem für die vor Innovationskraft nur so strotzende Schweiz.

Wir sind weltweit führend bis unter den Besten, wenn es darum geht, Künstliche Intelligenz für die Steuerung von alten Ölheizungen einzusetzen. Ich kenne – und unterstütze – zum Beispiel Startup, das in grossen Gebäuden mit einer Installation, die pro Radiator ein paar Minuten dauert, bis zu einem Drittel Energie, Kosten und CO2 einsparen kann.

Die Schweiz ist weltweit führend bis unter den Besten bei der Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre und der anschliessenden Nutzung dieses Klimakillers als Rohstoff zur Produktion von synthetischem Erdgas, Diesel, Benzin, Heizöl, Kerosin, Wachs, Paraffin und Plastik. Das ist keine Zukunftsmusik. Die ersten kommerziellen Anlagen werden schon bald gebaut, eine davon in… Dietikon. Man nennt das Power-to-X.

Dadurch kann der fossile Kohlenstoff bleiben, wo er hingehört: unter der Erde.

Das bringt alles viel mehr als Verbote, nämlich nicht nur effektiven Klimaschutz, sondern auch neue, nachhaltige Arbeitsplätze und technische Innovationen, die wir in die ganze Welt exportieren können, … damit auch die anderen Länder mithelfen können, die Klimakatstrophe abzudämpfen – und wir daran sogar noch verdienen.

Und was hat das mit Dietikon zu tun?

Dietikon wäre hervorragend geeignet, einen Cluster für nachhaltige Startups zu bilden, wie Schlieren einst einen Cluster für Biotechnologie gebildet hat.

Nicht nur werden wir wegen der Limeco und ihrer geplanten Power-to-Gas-Anlage in der ganzen Schweiz immer wieder positiv erwähnt, wir haben mit der Logistik auch einen wichtigen Industriezweig hier, haben eine hervorragende Lage, sind noch nicht richtig positioniert und vor allem: es gibt noch nirgends einen solchen Cluster und in Schlieren wissen sie langsam nicht mehr wohin mit neuen Startups. Ich kenne ein paar, die nur zu gerne nach Dietikon kommen würden, fänden sie hier Gleichgesinnte, mit denen sie sich austauschen könnten. Ein Cluster für Nachhaltigkeits-Innovationen wäre ideal.

Wir könnten aber noch mehr. Um der prognostizierten Hitze etwas entgegenzusetzen, könnten wir zum Leuchtturm für die Begrünung von Stadt- und Industriegebiet zu werden. Diese Idee diskutieren wir im Vorstand der IG Silbern.

Begrünte Fassaden können die Temperaturen um mehrere Grad senken, reduzieren denStrassenlärm und fördern die Biodiversität. Smart City Konzepte sorgen dafür, dass Lampen im öffentlichen Raum nur dann brennen, wenn sie wirklich gebraucht werden. Das schont die Steuerkasse und während wir schlafen und von einer Welt ohne Klimawandel träumen, verbrennen weniger Insekten.

Und weil die FDP macht, werden wir entsprechende Vorschläge ausarbeiten und Projekte initiieren beziehungsweise unterstützen. In diesem Sinne haben schon viele unserer Parteimitglieder die Gletscher-Initiative unterschrieben und ich möchte hiermit auch allen Anwesenden die Gelegenheit dazu geben. Ich habe Unterschriftenbögen dabei.

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