Ohne das Waldsterben wäre der ÖV in der Schweiz nicht das, was er ist

Ein sehr Gastkommentar von Benedikt Weibel in der Limmattaler Zeitung:

„Die grossen Krisen der Gegenwart sind alle schleichend: der Klimawandel, der unaufhaltsame Anstieg der Gesundheitskosten, die immer prekärer werdende Finanzierung der Altersvorsorge. Was tun wir dagegen? Wir verdrängen und betreiben Pflästerlipolitik.

Nun kommen diese jugendlichen Klimaaktivistinnen und -aktivisten und halten uns den Spiegel vor. Sie haben recht, es geht um ihre Zukunft. Dieses Momentum sollten wir jetzt ergreifen und Nägel mit Köpfen machen.“

Nur in einem Punkt bin ich anderer Meinung. Es heisst immer, das Waldsterben sei übertrieben gewesen, weil der Wald gar nicht gestorben ist. Bei dieser Argumentation wird völlig unterschlagen, dass die Diskussion konkrete Massnahmen zur Luftreinhaltung auslöste. Der Katalysator wurde zur Pflicht, Kohlekraftwerke mit Rauchgasreinigung ausgestattet und – wie hier geschildert – der ÖV ausgebaut. Wenn man davon ausging, dass diese Massnahmen wirksam waren – und nur dann haben sie Sinn gemacht – dann ist die Ursache für das Ausbleiben des Wald-Todes wohl eher im Erfolg dieser Massnahmen zu sehen als in einer Hysterie der Übertreibung. Gleiches gilt übrigens bei der nächsten Grippewelle, die dank Prophylaxe erfolgreich bekämpft wird. Da wird es nachher dann auch wieder heissen, die Angst sei übertrieben gewesen…

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