Lucy Quist: Mit internem Wandel zum Unternehmenserfolg

Wenn wir den Campaigning Summit Switzerland organisieren, führen wir mit jeder Referentin, jedem Referenten vorher mindestens ein Gespräch, in dem es um den konkreten Inhalt des Referats geht, sowie um technische und organisatorische Details. So stellen wir sicher, dass alles aus einem Guss kommt und die Qualität der Referate auf dem gleichen Niveau liegt (so zumindest das Feedback von zig Teilnehmenden).

Ganz besonders freuen wir uns dieses Jahr auf Lucy Quist, unsere erste Referentin aus Afrika. Sie kommt extra aus Ghana, um am Campaigning Summit Switzerland 2018 zu sprechen. Die Besprechung ihres Referats ging relativ schnell, denn sie hat eine sehr spannende Geschichte darüber zu erzählen, wie sie es vor allem mit internem Wandel geschafft hat, ihr Unternehmen an die Spitze zu führen. Substanz statt Marketingsülze und PR-Sauce, ein solides Fundament statt einfach nur eine schöne Fassade – darum geht es in ihrem Referat. Angesichts der globalen Trends wie Digitalisierung und Social Media wird diese Fähigkeit in Zukunft über Erfolg oder Misserfolg von immer mehr Unternehmen entscheiden.

Hier ein Interview mit Lucy vom Blog des Campaigning Summit Switzerland:

Durch ihre Neupositionierung hat Lucy Quist, die erste weibliche CEO des multinationalen Telekommunikationsunternehmen Airtel Ghana, in den vergangenen zwei Jahren 20 Auszeichnungen erhalten. Nun zeigt sie in ihrem Referat «Internal Campaigning for Business Success» am 16. März am Campaigning Summit Switzerland wie entscheidend die Firmenkultur und die Mitarbeiter für den Erfolgsprozess eines Unternehmens sind. Samuel Polley vom Campaigning Summit Switzerland Team hat ihr vorab einige Fragen zu Campaigning und Leadership gestellt.

Aus dem Englischen übersetzt von Cyrill Altorfer und Thomas Zeller
 
Campaigning bedeutet in verschiedenen Situationen nicht immer dasselbe. Was bedeutet Campaigning für Sie?
 
Campaigning steht für mich im Kontext von Veränderungen. Die Transformation eines Landes oder eines Unternehmens haben viel gemeinsam. In meiner eher neueren Rolle als Transformationsexpertin habe ich Kampagnentools verwendet, um Denkweisen zu ändern. Diese versuchte ich dahingehend umzuformen, um einen Glauben und eine Gewinnermentalität in den Teams aufzubauen. Denn diese Mentalität war erforderlich, um alle dazu zu motivieren, sich für unsere gemeinsamen Ziele einzusetzen und ihre Rolle bei der Umsetzung des Veränderungsprozesses auszuüben.
 
Sie haben Airtel Ghana zu einer der beliebtesten Marken Ghanas gemacht und das Unternehmen durch eine Fusion geführt. Inwiefern spielte dabei internes Campaigning eine Rolle?
 
Eine beliebte Marke zu entwickeln beginnt damit, dass zuallererst das eigene Team beginnt die Marke zu lieben. In dieser Situation war internes Campaigning der Schlüssel zum Erfolg. Ich führte bekannte Methoden wie «Town Hall»-Meetings und kleine Engagement-Sessions an und nutzte neue Instrumente wie eine persönlich geschriebene Nachricht mit einem angehängten Video, in welchen wir über die grossartigen Dinge sprachen, die wir gemeinsam in diesem Monat erreicht hatten. Es ist wichtig, dass Menschen ihre Meilensteine feiern können, während sie an einem grösseren, aber längerfristigen Ziel arbeiten. Dieses innere Feuer des Teams wird auch auch an die Kunden weitergegeben, durch den Kontakt mit den Mitarbeitern oder die Markenkommunikation und durch das Produktdesign. Campaigning spielt somit in allen Unternehmensbereichen eine Rolle.
 
Welche Erfahrung im Bereich Leadership hat Sie am meisten beeindruckt, unabhängig davon ob sie selbst die Führungsrolle inne hatten oder geführt wurden?
 
Eine interessante Frage. Es ist wirklich schwer, eine einzige Erfahrung auszuwählen. Ich denke die Erfahrung, zweimal in zwei verschiedenen Ländern denselben direkten Vorgesetzten zu haben, lehrte mich, dass Lektionen in Leadership unbedingt gelernt werden müssen, weil sie stets auf verschiedene Weisen zu uns zurückkommen. Wenn die Lektion gelernt wurde, können Herausforderungen schnell überwunden werden.
Dabei war die bemerkenswerteste Führungsperson die, die mir nach weniger als einer Stunde Kennenlernen sagte «Sie haben das Zeug dazu – ich werde Sie zu einer CEO machen». Er zeigte wahre Führungsqualitäten indem er sein Wort hielt und sicherstellte, dass ich alle notwendigen Entwicklungen mitmachte damit ich dieses Ziel erreichte.
 
Welche Rolle spielt Campaigning ausserhalb Ihres Geschäftslebens in Ihrem Leben, zum Beispiel bei der Förderung von STEM (kurz für Science, Technology, Engineering, Mathematics; englische Bezeichnung der MINT-Fächer, Anm. d. Red.)?
 
Menschen und ihre Handlungen werden von dem getrieben wie unser Verstand eine Situation wahrnimmt. Ob man nun ein Kind davon überzeugen kann, sein Potenzial auszuschöpfen oder Familienentscheidungen trifft – ein gewisses Mass an Campaigning ist erforderlich. Ich setze mich ausgiebig für STEM ein. Campaigning war dabei immer ein wichtiger Erfolgsfaktor, um den Kreis der Menschen zu erweitern, die bereit sind zuzuhören und junge Menschen zur Teilnahme zu ermutigen. Indem wir klar kommunizieren und Menschen dazu bringen, sich auf die Vorteile von STEM für die Entwicklung zu konzentrieren (das eigentliche Ziel), erleben wir eine Menge positiver Veränderungen.
 
Warum haben Sie sich dazu entschieden, am Campaigning Summit Switzerland 2018 als Referentin aufzutreten?
 
Am Campaigning Summit habe ich die einmalige Gelegenheit, Erfahrungen aus einem anderen Kontinent weiterzugeben. Das einzigartige Konzept, welches der Campaigning Summit Switzerland durch «Networking, Inspiration, voneinander lernen» gibt, ist für mich besonders wichtig. Es bedeutet, dass ich durch den Austausch mit anderen Campaignern selbst lernen werde. Der Ausdruck dessen was Menschen überzeugt kann von Ort zu Ort variieren, aber letztendlich werden wir wohl lernen, dass die menschliche Psyche überall die Gleiche ist.
 

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