Wie die Digitalisierung die Menschlichkeit fördert und das Staatswesen fordert

Kurz nachdem wir 2015 nach Dietikon gezogen waren, wurde mir schnell klar, dass ich mich hier zum ersten Mal seit 1983 wirklich zuhause fühle. Da lag es nahe, dass ich die Anfrage, Präsident des Quartiervereins Limmatfeld zu werden, annahm, denn wo man sich zuhause fühlt, engagiert man sich auch gerne. (Ich zumindest.) Und als die FDP vorschlug, mich auf der Liste 4 nach ganz vorne zu setzen,um dem Limmatfeld Priorität einzuräumen, war auch hier die Zusage eine logische Konsequenz der ersten beiden Schritte. Und dennoch hatte ich immer auch noch das Gefühl, dass noch mehr dahinter steckt. Bis mir vor einer Weile auf dem Weg vom Bahnhof zum Limmat Tower plötzlich bewusst wurde, dass auch meine Überlegungen zur Digitalisierung eine bis dahin noch unterschwellige, unbewusste Motivation darstellten. Was steckt dahinter?

Vor 15 Monaten führten wir in meiner Firma einen internen «Disruption Day» durch. Der Begriff bringt zum Ausdruck, was wir damals taten: wir nahmen unser Geschäftsmodell und alle zugrunde liegenden Annahmen und Gesetze komplett auseinander, entwickelten Szenarien für die Zukunft und fragten uns dann, welche Rolle wir in welchem Szenario überhaupt noch spielen könnten. Wenn lernende Software mittlerweile sogar Strategien entwickeln und sich selbst bluffen beibringen kann, wozu braucht es dann noch eine auf Kampagnen und Veränderungsprozesse aller Art spezialisierte Campaigning-Firma?

Die Antwort lautete in jedem der 3 Szenarien (siehe unten*): überall, wo Menschlichkeit und Empathie gebraucht werden, wird es uns noch am längsten brauchen. Daraus folgt umgekehrt: die Digitalisierung fördert die Menschlichkeit, denn das ist unser letztes Rückzugsgebiet, hier haben wir den Maschinen gegenüber am längsten etwas voraus.

Im Szenario «Die goldene Mitte» braucht es klare Regeln, die Grenzen ziehen zwischen einer Art digitalem Anarchismus, in dem wir den Maschinen einfach alles überlassen – inklusive wichtiger Entscheidungen – und den Gebieten, in denen wir als Menschheit selbst weiterhin handeln, entscheiden und führen wollen. (Wer jetzt dagegen argumentiert, wir könnten Maschinen Entscheidungen überlassen, sei an die ganzen Health-Apps erinnert, an Netflix-Empfehlungen usw. – Wir sind als Gesellschaft nicht mehr weit davon entfernt, denn wir tun es als Menschen schon täglich.)

Die logische Konsequenz dieses Szenarios und der Überlegungen dahinter lautet, dass wir ein entscheidungsstarkes Staatswesen brauchen, das auf Freiheit und Demokratie fusst – Qualitäten, wie sie das Schweizer Staatswesen schon lange und vorbildlich innehat, die wir aber sichern, festigen und für die Zukunft fit machen müssen. Wir brauchen Politiker, die vorausschauen, ehrlich und selbstkritisch sind und die Probleme und deren Lösungen anpacken, statt nur auf die Vergangenheit, den Erhalt des Status Quo, den eigenen Vorteil oder die nächste Wahl fixiert zu sein.

Hier möchte ich mich engagieren und einen Beitrag leisten, denn die Digitalisierung und deren Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik interessieren mich natürlich schon lange und sind täglicher Bestandteil meiner Gedankenwelt und von dem, was ich mache. Das gleiche kann ich über Stadtratskandidat Philipp Müller sagen.

(Wir setzen in unserer Firma schon seit dem Sommer Machine Learning bei Kampagnen und im Verkauf ein und gestern fragte mich sogar die Mitarbeiterin einer Unternehmung, die sich wie kaum eine andere mit der Digitalisierung auseinandersetzt: «Möchtest Du mein Digital Mentor sein?»)

Deshalb unbedingt die Liste 4 und Philipp Müller wählen, wenn Sie sich Sorgen wegen der Digitalisierung machen, genauso, wenn Sie deren Chancen packen wollen. Die FDP macht’s.

P.S. Wie wäre es mit einer BarCamp-Session zum Thema am Campaigning Summit Switzerland, am 16. März im Papiersaal Sihlcity? -> www.campaigning.swiss

*Die 3 Szenarien

  1. «Paradies»: Maschinen übernehmen alle Arbeiten, die Menschheit braucht sich um nichts mehr zu kümmern und kann sich der Kunst, der Wissenschaft und der eigenen Entwicklung widmen. Auf der negativen Seite werden viele das nicht schaffen und sich mit «Brot und Spielen» abfinden.
  2. «Terminator»: das schlimmste aller denkbaren Szenarien, in dem die Maschinen zum Schluss kommen, dass sie uns nicht mehr brauchen und versuchen, uns loszuwerden.
  3. «Die goldene Mitte»: Maschinen können theoretisch alles erledigen, wir haben aber Mechanismen geschaffen, um frei entscheiden zu können, was konkret von einem Menschen oder einer Maschine erledigt wird. Beispiel Pilot: Piloten fliegen gerne und wollen sicher nicht alle Linienflüge den Maschinen überlassen. Dann braucht es aber Entscheidungsmechanismen für Airlines, wann sie Maschinen fliegen lassen und wann Piloten. Ganz sicher spielen hierbei dann persönliche Beziehungen, Vertrauen und die Zwischenmenschlichkeit allgemein eine sehr wichtige Rolle.

 

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