Das Limmatfeld – urbane Insel im Dämmerzustand?

Rund 2300 Bewohner sind in den letzten Jahren ins Dietiker Neubauviertel Limmatfeld gezogen. Aber das erwartete pulsierende Leben fehlt. Die NZZ wollte wissen weshalb.

So leitete NZZ-Redaktorin Dorothee Vögeli am 20.8.2016 ihren Artikel ein, der Aussagen enthielt wie

Menschen sind hier jedoch kaum anzutreffen (…) Verloren stehen sechs Stühle und ein Bänkli auf der weiten, schattenlosen Kiesfläche (…) Es fehle die Laufkundschaft (…) in den letzten vier Jahren schon viele Ladenbetreiber kommen und gehen sah.

Zwar gab es durchaus auch positive Stimmen im Artikel, das Blumengeschäft werde expandieren, zum Beispiel, es sind laut Artikel aber vor allem die grossen Geschäfte und Ketten, die zufrieden sind.

Bis heute hat sich nicht viel daran geändert. Ich habe in den letzten Wochen in meiner Funktion als Präsident des Quartiervereins Limmatfeld Geschäfte besucht (noch nicht alle), um herauszufinden, welche Probleme es gibt.

Auffällig viele Geschäftsinhaber fühlen sich von Balz Halter und seinen Firmen, die das Limmatfeld entwickelt, gebaut und vermarktet haben, im Stich gelassen. Pikanterweise wirbt die Halter AG noch heute auf www.limmatfeld.ch mit schönen Worten wie:

Das Limmatfeld beeindruckt mit hervorragenden Lebens- und Freizeitqualitäten, die zentrale Lage im Limmattal macht «unsere kleine Stadt» zu einem der begehrtesten Plätze für modernes Wohnen – nicht nur in Dietikon.

Wenn dem so wäre, würden aber nicht so viele Ladenlokale leerstehen bzw. so häufig die Besitzer wechseln und die NZZ würde nicht einen Absatz mit «Viele Wechsel unter den Mietern» betiteln.

Es ist ausser Frage, dass das Limmatfeld ein riesiges Potential hat. Es ist auch keine Frage, dass sich dieses Potential entfalten wird. Alleine schon die geniale Lage direkt beim Bahnhof und ein paar Minuten von der Limmat sprechen dafür. Es steht aber ebenso ausser Frage, dass es noch viel zu tun gibt, um das daraus zu machen, was die Halter AG den Mietern versprochen hat und auf ihrer Website bis heute in den schönsten Worten anpreist.

Die Ladeninhaber und Gewerbler beklagen sich nicht darüber, dass es noch viel zu tun gibt. Schliesslich sind sie das als Unternehmer gewohnt. Sie sind einfach enttäuscht, dass nach den anfänglichen Versprechen seitens Entwicklung und Vermarktung nun nichts mehr passiert und alles an ihnen – bzw. dem Quartierverein Limmatfeld – hängenbleibt.

Wenn ich mich selbst beobachte, denke ich jedoch, es liegt auch viel an uns Bewohnern, an alten Gewohnheiten, die wir nicht ablegen wollen oder können oder die wir uns nicht genug bewusst machen.

Loyal wie ich bin, fuhr ich die letzten beiden Jahre immer noch nach Zürich, um mir die Haare schneiden zu lassen. Es brauchte erst einen vor Weihnachten zu dichten Kalender und dann noch unvorhergesehene Termine, so dass ich in Zürich absagen und mich im Quartier umschauen musste, um bei Stéphane Broutin fündig zu werden. Also liess ich mir nach zwei Jahren zum ersten Mal hier im Quartier die Haare schneiden; was ich nun in Zukunft auch weiterhin tun werde.

Wir neuen Bewohner des Limmatfelds müssen unsere alten Zöpfe abschneiden und das Limmatfeld selbst zu unserem Lebenszentrum machen, wo wir einkaufen und den Geschäften und Gewerben hier vor Ort Priorität einräumen. Je mehr dabei mitmachen, desto schneller wird das Versprechen von Balz Halter Wirklichkeit, auch wenn es am Ende zu einem grossen Teil an uns selbst liegt, das zu erreichen. Oder sollten wir vielleicht einen gemeinsamen Appell an ihn richten? – Feedback willkommen.

Wählen Sie am 4. März die List 4, damit ich das Limmatfeld im neuen Gemeinderat vertreten kann.


 

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