Analyse der US-Präsidentschaftswahl in 1’430 Zeichen

Wenn man über die Details dieses Wahlkampfs hinweg schaut, zeigt sich aus der Vogelperspektive ein gemeinsamer Nenner, der alles andere, was diesen Wahlkampf ausmachte, dominierte: Donald Trump gab sich nicht anders als die Konkurrenz, sondern komplett anders. Damit hat er nicht nur den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 1 in Perfektion umgesetzt, sondern obendrein auch noch die Sehnsüchte einer grossen Mehrheit in den USA direkt angesprochen, einer Mehrheit, die sich nach Jahren des wirtschaftlichen Abstiegs nach Veränderung sehnt – Veränderung, wie Barack Obama sie versprochen, aber dann doch nicht bewirkt hat, weil auch er zum Establishment gehört.

Eine Empfehlung für Rockbands lautet: «Versucht nicht besser zu sein, denn das ist sowieso Geschmacksache. Stattdessen versucht, komplett anders zu sein. Darüber kann sich dann niemand mehr streiten, aber wer anders ist, fällt auf und prägt sich ins Gedächtnis ein». Beispiele: KISS (die mit der Schminke im Gesicht), AC/DC (die mit dem Gitarristen in der Schuluniform), The Beatles (die Pilzköpfe in Anzügen), usw.

Donald Trump ist so anders, dass er nicht einmal darauf achten musste, was er konkret von sich gab. Er konnte sich fast alles erlauben. Hauptsache, es war anders – und er war anders. Sein Toupet ist nicht die Krönung, sondern die Krone seiner Präsidentschaft. Am Ende werden wir uns an den «Präsidenten mit dem Toupet» erinnern. So sind wir Menschen.

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