Wenn Beamte (aufhören wollen) zu denken

Im Folgenden ein Beitrag, der mein Engagement und das Campaigning für die Anrechenbarkeit synthetischer Treibstoffe ein wenig beleuchtet.

Man führe sich die folgende Gedankenkette vor Augen:

  1. Bei der Verbrennung fossiler Energieträger entsteht in der Atmosphäre «neues, fossiles» CO2.
  2. In der Folge reichert sich die Atmosphäre mit neuem, fossilem CO2 an – solange dieses nicht schneller wieder abgebaut wird, als es entsteht. In den letzten Jahrzehnten war das so, das CO2 hat sich angereichert, die Artkis schmlitz und die Erde hat deshalb sogar schon angefangen zu taumeln.
  3. CO2 verursacht also einen Klimawandel, den wir besser vermeiden würden.
  4. Die logische Schlussfolgerung aus 1 bis 3 lautet: wir sollten vermeiden, dass neues, fossiles CO2 in die Atmosphäre gelangt.
  5. Zum Teil entsteht dieses neue, fossile CO2 in Automotoren, wenn fossile Treibstoffe verbrannt werden.
  6. Je mehr Sprit ein solches Fahrzeug braucht, desto mehr neues, fossiles CO2 entsteht.
  7. Aus 4, 5 und 6 folgt: man sollte «Spritschlucker» vermeiden und verbrauchsarme Fahrzeuge fördern. In der Fachsprache heisst das dann: die Effizienz der Fahrzeugflotte steigern.
  8. Aus diesem Grunde hat man in der EU und in der Schweiz CO2-Sanktionen eingeführt. Übersteigt die Fahrzeugflotte eines Importeurs oder eine Autoherstellers einen bestimmten CO2-Grenzwert, wird er dafür gestraft und muss CO2-Sanktionen zahlen.
  9. In der Folge sollte der Verbrauch fossiler Treibstoffe begrenzt werden und neues, fossiles CO2 in der Atmosphäre wird vermieden.

Diese logische Kette ist absolut korrekt, solange die Prämisse gilt: «Je mehr Sprit ein solches Fahrzeug braucht, desto mehr neues, fossiles CO2 entsteht».

Diese Prämisse gilt heute aber nicht mehr.

Man kann heute Sprit aus erneuerbarem CO2 aus der Atmosphäre herstellen. Dieses wird dann zwar bei der Verbrennung wieder freigesetzt, aber unter dem Strich ist kein neues CO2 entstanden und erst recht kein fossiles.

Die ganze logische Gedankenkette von eben bricht in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

In der Folge herrscht bei den Bundesämtern für Umwelt und für Energie nun grosse Verwirrung. Man hat dort vergessen, wozu die CO2-Sanktionen eigentlich dienen und sieht nur noch die Effizienzsteigerung. Würde man auf synthetische Treibstoffe keine CO2-Sanktionen erheben – im Fachchinesisch heisst das: sie werden bei der Berechnung der CO2-Sanktionen angerechnet – könnte man ja Spritschlucker damit betanken und alle Effizienzbemühungen würden untergraben.

Die Industrie wäre bereit, industrielle Anlagen zur Produktion synthetischer Treibstoffe zu bauen. Damit würde man sogar noch die Wasserkraft unterstützen, denn diese könnte ihren Strom zu einem vernünftigen Preis absetzen, Subventionen würden vermieden.

Solange die Industrie aber CO2-Sanktionen auf CO2 zahlen muss, das sie gar nicht produziert, kann sie eine solche Anlage nicht annähernd finanzieren.

Die Behörden behindern also den Einstieg in eine neue Klimaschutz-Technologie, auf die grosse Hoffnungen gesetzt werden.

Warum man die Effizienz steigern wollte, nämlich um neues, fossiles CO2 zu vermeiden, haben die Bundesämter anscheinend völlig vergessen.

Lieber akzeptieren sie, dass Autos mit fossilen Treibstoffen das neue, fossile CO2 in der Atmosphäre weiter anreichern, als dass sie zustimmen würden, die CO2-Sanktionen für synthetische Treibstoffe zu erlassen.

Lieber ist ihnen ein kleines Auto, das neues, fossiles CO2 produziert, als ein grosses Auto, das gar kein CO2 produziert.

Diese Logik ist absurd. Man hat vergessen, worum es wirklich geht und dass Effizienz kein Selbstzweck ist.

Bleibt zu hoffen, dass Politik oder Bevölkerung nun ein Machtwort sprechen. Immerhin gibt es eine beeindruckende Gruppierung von uns unterstützenden Verbänden und Firmen. Siehe hier: http://www.cleanfuelnow.com/de/supporter

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