«Digitale Demokratie statt Datendiktatur»

Weihnachten ist für mich immer die Gelegenheit, viel zu lesen. (Es müsste öfters Weihnachten geben…) So las ich vor kurzem auch im Spektrum der Wissenschaft, das ich seit ca. 1983 abonniert habe, den Artikel «Digitale Demokratie statt Datendiktatur».

Es gibt mir schwer zu denken, was da steht. Bisher habe ich den Einsatz digitaler Medien im Rahmen des Campaigning immer befürwortet, nicht nur, weil Kampagnenerfolge viel leichter zu messen sind, sondern auch, weil man Zielgruppen viel spezifischer ansprechen und alle anderen dann vor für sie irrelevanten Informationen schützen kann.

Aber wenn das dazu führt, dass wir uns langsam in Blasen bewegen, dann gibt mir das doch sehr zu denken. Zitat aus dem Artikel: «Personalisierte Information baut eine „filter bubble“ um uns herum, eine Art digitales Gedankengefängnis. In letzter Konsequenz würde eine zentrale, technokratische Verhaltens- und Gesellschaftssteuerung durch ein superintelligentes Informationssystem eine neue Form der Diktatur bedeuten. Die von oben gesteuerte Gesellschaft, die unter dem Banner des „sanften Paternalismus“ daherkommt, ist daher im Prinzip nichts anderes als ein totalitäres Regime mit rosarotem Anstrich».

Kürzlich suchte ich auf amazon einen Adapter, bei dem man auf der einen Seite einen Mini Display Stecker hineinstecken kann und der auf der anderen Seite einen HDMI-Stecker hat. Finden konnte ich ihn unter der Fülle an ähnlichen Adapatern nirgends. Aber seitdem zeigt mir amazon fast nur noch solche Adpater auf der Homepage…

So war das mit der richtigen Zielgruppenorientierung nicht gemeint. Was dabei übersehen wird, ist, dass eine Sache, die heute für mich relevant ist, schon morgen völlig irrelevant oder sogar lästig sein kann. Dies zu erkennen, erfordert eine ganz andere Herangehensweise als wie man momentan Big Data auswertet.

Wäre das nicht ein Thema für ein BarCamp am Campaigning Summit Switzerland 2016?

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