Big Data «des kleinen Mannes»

Um Big Data herum ist ein regelrechter Hype entstanden, bei dem oft verloren geht, dass wir jeden Tag weit mehr Daten produzieren, als wir sinnvoll auswerten können. Die Betonung liegt dabei auf sinnvoll.

Und während ich gar nicht abstreiten will, dass man Big Data in der Tat sinnvoll und zielführend einsetzen kann – meine Firma hat schliesslich nicht umsonst eine Kooperation mit dem Lausanner Startup SThAR, das anhand von Bewegungsdaten Voraussagen machen kann, wann man wo am besten welche Informationen streut – stellt sich doch die Frage, was denn kleine Firmen machen, die weder die Daten noch das Knowhow oder die Mittel haben, Big Data zu nutzen.

Diesen Firmen würde meine Grossmutter wohl etwas aus ihrem Zeitalter empfehlen: das direkte Gespräch suchen. Im direkten Gespräch mit der Zielgruppe, beim genauen und vorurteilsfreien Zuhören und Beobachten findet man meist genau die Informationen, die man sucht. Und nicht selten macht man dabei genau die Interpretationsfehler nicht, die bei grossen Datenmengen typisch sind.

Und wer noch einen Schritt weitergehen will, dem würde ich ein Target Community Lab™ empfehlen. Das sind Workshops, in denen die Zielgruppe die Strategie, das Produkt oder die Kampagne,  für sich selbst entwickelt, wie der Fisch, der seinen eigenen Köder erfindet. Vielfach bewährt hat sich in solchen Target Community Labs™ schon mehrmals gezeigt, dass die Ergebnisse genau so gut, wenn nicht besser sind als Kampagnen, die mittels grosser Datenmengen entworfen wurden. In einem Fall konnten wir den Vergleich ziehen und bewirkten einen vierfach (!!) höheren Marktanteil.

Beim Nachdenken über diese Sachverhalte kam mir kürzlich der Spruch «Target Community Labs™ sind die Big Data des kleinen Mannes» bzw. «Big Data für KMU».

Happy Campaigning.

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