Die Konvergenz von Technik, Mensch und Medien – Teil 10

(Fortsetzung)

  • Lernen Sie Ihre Zielgruppen richtig kennen. Das Wohnzimmer in der Agentur Jung von Matt / Limmat ist ein guter Ansatz. Aber suchen Sie auch das Gespräch, verbringen Sie Zeit mit richtigen Menschen aus Ihrer Zielgruppe, auch wenn es nur online ist. Keine Marktforschung kann das ersetzen. Nur dann sind Sie in der Lage, die richtigen Botschaften zu formulieren. Und zwar so, dass keine noch so gute Maschine Ihnen das wird abnehmen können.
  • Schauen Sie über den Tellerrand hinaus. Tauschen Sie sich aus mit anderen, die nicht aus Ihrer Branche stammen, die aber eines mit Ihrem Job gemeinsam haben: die Frage, wie man Menschen bewegt, damit sie einem dabei helfen, seine Ziele zu erreichen. Verfolgen Sie die amerikanischen Wahlkämpfe. Was dort neu entwickelt wird, ist ein paar Jahre später auch hier von Bedeutung. Lernen Sie alles über Big Data.
  • Bis auf weiteres können Maschinen nur nachvollziehen. Sie können nichts Neues erschaffen. Kreativität wird zum Erfolgsfaktor. Verwechseln Sie diese aber nicht, wie das heute in der Werbung üblich ist, mit Originalität. Kreativität ist das Erschaffen von etwas Neuem, das Bestand hat und relevant ist. Das muss überhaupt nicht originell sein. Zwei Spatzenarten unterscheiden sich kaum im Äusseren, aber sie besetzen unterschiedliche ökologische Nischen und sind darin sehr erfolgreich. Originell, zumindest optisch, ist das aber nicht.
  • Verabschieden Sie sich von einer Welt, in der man entweder-oder denkt. Die Bedeutung von sowohl-als-auch wird in Zukunft immer wichtiger.
  • Überzeugen Sie Ihren Chef, dass er sich mit technologischen Zukunftstrends beschäftigen muss. Eigentlich wäre das Standard für jeden Marketingleiter und Unternehmensführer. Aber Beispiele wie Kodak zeigen, dass immer wieder Tausende von Arbeitsplätzen vernichtet werden, weil die Chefs die Trends verschlafen oder nur die Trends beobachten, aber nicht überlegen, wo sie hinführen.
  • Bilden Sie sich weiter. Schauen Sie, was andere machen. Reservieren Sie sich pro Woche eine Stunde und alle drei Monate einen Tag, um neueste Campaigning-Tools, -Technologien und -Techniken kennenzulernen und auszuprobieren. Überlassen Se das nicht den anderen. Lesen Sie Science Fiction Romane. Vertrauen Sie nicht darauf, dass morgen alles ist wie gestern. Denken Sie an meinen 37. Geburtstag. Das war der 11. September 2001… Von einem Tag auf den anderen war die Welt eine andere. Verlassen Sie sich nicht auf Trends. Denn die können brechen. Entwickeln Sie unterschiedlichste Szenarien und eine – oder mehrere – Strategie(n), die auch in verschiedenen Szenarien noch funktioniert. Auch für sich selbst. Der grosse Knall kann morgen für Facebook & Co und alle Social Media Marketeers kommen, falls jemand die Technologie von Ethereum nimmt und damit ein neues soziales Netzwerk bastelt, auf das man per Knopfdruck hinüberwechseln und trotzdem mit seinen bisherigen Freunden vernetzt bleiben kann.
  • Hören Sie auf den 14 Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 2: Bewegen Sie sich, bevor Sie bewegt werden.

Sie denken jetzt vielleicht, dass das alles gar nicht so kommen wird, dass das alles nur Science Fiction ist. Vor 11 Jahren hatte ich ein Gespräch mit Hans Heinrich Coninx. Nach dem Erscheinen meines ersten Buches hatte er mich in die Teppichetage des Tamedia-Konzerns eingeladen. Ich versuchte damals, ihn für eine branchenweite Initiative zu gewinnen, mit dem Ziel, den Werbeauftraggebern darin zu unterstützen, dass ihre Inserate bei den Lesern eine messbare und die erwünschte Wirkung zeigen, so dass der Wert von Werbung in Printmedien erkennbar würde. Ich sagte ihm, wenn das nicht gelänge, käme es zu einer Abwanderung der Budgets in den Online-Bereich, und die Zeitungen würden massive Verluste erleiden. Er nahm das freundlich zur Kenntnis, aber das war es dann auch schon. Das war im Jahr 2003. Das Beispiel zeigt, dass die Haltung, was bisher erfolgreich war, sei es auch in Zukunft, dazu führen kann, dass man blinden Auges ins Verderben läuft.

Ausschnitt House of Cards:

-> Da haben wir ein typischen «entweder-oder», wo doch ein «sowohl-als-auch» viel besser wäre.“

«Campaigning ist die Kunst, Menschen zu bewegen und alle Register ziehen zu können, um auf möglichst effektive und effiziente Art ein Ziel zu erreichen.»

Alle Register ziehen können, bedeutet, dass Sie ständig nach neuen Tools, Techniken und Technologien Ausschau halten müssen, die nicht unbedingt Kommunikations-Instrumente sein müssen, sondern vor allem geeignet sind, etwas zu verändern. Alles ist Kommunikation, aber Kommunikation ist nicht alles. Und Campaigning ist mehr als Kommunikation.

(Ende)

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27. und 28. November 2014
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