Die Konvergenz von Technik, Mensch und Medien – Teil 5

(Fortsetzung)

Am nächsten Morgen kommt Ihnen ein geniales Design für einen Motorradständer aus Karbon in den Sinn, das Ihren Online-Shop ideal ergänzen wird. Nach ein paar Stunden Design-Arbeit kann man es online kaufen und weltweit vor Ort im 3D-Printer ausdrucken.

Aber auch in Zukunft geht nichts ohne Werbung, nur nicht im klassischen Sinne. Ihre Marketing-Software untersucht das Design und stellt anhand der Materialien, der Verarbeitung, Form und der Farben fest, dass es wohl das grösste Potential in Südostasien haben wird. Es schlägt Ihnen vor, das Werbe-Budget vor allem dort einzusetzen, und zwar bei gut verdienenden Männern zwischen 40 und 50 Jahren, die schon Motorradfahrer-Jeans der Marke Rokker gekauft haben. Als Channel schlägt es bezahlte Werbung in Social Media vor, aber auch die Kontaktaufnahme mit einer thailändischen Bloggerin namens Pearl, die einen Prototyp testen und Verbesserungsvorschläge machen kann. Verschiedene Online Diskussionen werden eingeblendet, bei denen Sie mit diskutieren und so das Produkt in den richtigen Peer-Netzwerken bekannt machen können. Die Software identifiziert ohne Ihr Zutun die richtigen Kanäle und Multiplikatoren und kann Ihnen auch noch den wahrscheinlichen Return On Investment nennen. Was sie – noch nicht – kann, ist die kreative Arbeit, die gefordert ist, wenn es um die Formulierung der richtigen Botschaften geht. Für deren Inhalte allerdings liefert Ihnen die Software schon mal die richtigen Stichwörter und Buzzwords. Die Entscheidungen müssen Sie – vorläufig – noch selbst treffen. Die Umsetzung übernimmt dann wieder die Software.

In diesem Szenario gibt es dank 3D-Druckern, globalem Online-Handel und weiteren Innovationen viel weniger, dafür aber fast nur noch globale Konzerne und viel mehr KMU und Mikrofirmen. Grosse Werbebudgets gibt es zwar immer noch, aber sie sind dann gleich global, haben massiv an Bedeutung verloren, und Agenturen, die nicht in der Lage waren, sich auf die Bedürfnisse von KMU und Mikrofirmen einzustellen, sind von der Bildfläche verschwunden.

Auch die Unterscheidung zwischen NGOs und Unternehmen hat sich aufgelöst, ein wenig auch deshalb, weil der business campaigning Ansatz mit der Vision „sinnvolle Kommunikation für sinnvolle Produkte“ ein wenig dazu beigetragen hat. Stattdessen gibt es nur noch „Unternehmungen“ (Firmen, Organisationen oder Kampagnen) mit einen — wenigstens für eine Teilöffentlichkeit — unterstützungswerten Anliegen und solchen Unternehmungen, die nur einem Selbstzweck dienen (Profit, Shareholder Value, Selbsterhaltung, Spass, Eigeninteressen, …).

Auch Facebook in seiner heutigen Form gibt es nicht mehr.

(Fortsetzung folgt)

Ungeduldig?

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