Rock’n’Roll like Campaigning: AC/DC und der Strategische Campaigning Grundsatz Nr. 14

SCG 14: Goldene Brücken bauen

Mit diesem Blogpost beende ich die 14teilige Serie über AC/DC und die 14 Strategischen Campaigning Grundsätze. Ich hoffe, ich konnte möglichst verständlich aufzeigen, wie diese Spielregeln, die die Erfolgswahrscheinlichkeit von Kampagnen und Unternehmen erhöhen, auch für Musikbands gelten, wie man sie erfolgreich in die Praxis umsetzen kann, und vor allem, wie sie überhaupt zu verstehen sind. Und vielleicht versteht jetzt auch der eine oder andere, wieso ich als Claim für meine Agentur „Campaigning like Rock’n’Roll“ gewählt habe.

Auf Anregung aus der AC/DC-Fan-Community heraus (um ehrlich zu sein, ich hatte die Idee selbst schon) werde ich diese Serie in Buchform veröffentlichen. Bis dahin bin ich dankbar für jeden zusätzlichen Input in Form von Verständnisfragen, Informationen zu AC/DC, die ich nicht kannte, für weniger wichtig hielt oder vielleicht einfach vergessen habe, und auch für Kritik, wenn irgendetwas nicht stimmt. Jeder Beitrag wird im Buch verdankt.

Sollte ich mit dem Buch etwas verdienen, werde ich 10% der Einnahmen dafür einsetzen, junge Musikbands zu unterstützen, die den Geist von AC/DC weiterleben und in uns das Vertrauen wachsen lassen, dass es vielleicht eines Tages doch noch ein Leben nach AC/DC geben wird. Allen voran die spanische Band ´77, die ich persönlich als die Fortsetzung von AC/DC aus den Siebzigern bezeichne.

Beim Grundsatz «Goldene Brücken bauen» geht es im Prinzip darum, es der Zielgruppe so leicht wie möglich zu machen, das zu tun, was man von ihr will (eine Auswahl):

  • Technische Hürden abbauen
  • Emotionale Hürden abbauen
  • Sinn gebende, echte Mehrwerte erzeugen und sinnvolle, wenn möglich emotionale Anreize schaffen
  • Authentizität, Benutzerfreundlichkeit und Wahrhaftigkeit pflegen
  • Vertrauensbildende Massnahmen entwickeln
  • Kunden und Mitarbeitende als Partner, Freunde, Verbündete, Unterstützer und Anhänger betrachten
  • Die Grenzen des Zumutbaren nicht überschreiten
  • Offene Kommunikationskanäle
  • Kontaktaufnahme für Anhänger so leicht wie möglich gestalten
  • Bei Fehlleistungen freiwillig und grosszügig eine Wiedergutmachung gewähren. Kulanz zeigen
  • Der Konkurrenz immer einen Rückzugsweg offenlassen und Gesichtsverlust ersparen
  • Professionell arbeiten und auftreten

AC/DC weckt die richtigen Emotionen durch die richtige Musik und baut dadurch emotionale Hürden ab, für die Band einzustehen und sich für sie zu engagieren. Dass die Musik so klar und einfach ist, macht die Sache leichter. Man muss sich nur umschauen, wenn in einer Bar AC/DC läuft – mindestens die Hälfte der Anwesenden hat auf einmal ein deutliches oder leichtes Lächeln im Gesicht. Die Leute freuen sich einfach.

Durch die Arbeit mit wenigen, eindeutigen und für diese Band ganz typische Symbole machen sie es den Leuten einfach, sich selbst als Werbeträger zu betätigen, zum Beispiel in Form von T-Shirts, Mützen oder Tätowierungen.

Auch dadurch, dass die Band sich als „Jungs wie Du und ich“ präsentieren, werden emotionale Hürden abgebaut. Es gibt eigentlich nur zwei Unterschiede zwischen AC/DC und ihren Fans: AC/DC stehen auf der Bühne, die Fans davor und die Mitglieder von AC/DC  tragen selten AC/DC-T-Shirts.

Die Texte handeln oft von realen Erlebnissen, wie jeder sie erleben kann, und meistens aus der Sicht der Fans. Beispielsweise handeln die Songs It‘s A Long Way To The Top und Waitin Round To Be A Millionaire vom Wunsch, reich zu sein, obwohl die Band es schon lange war, als sie die Songs immer noch spielte. Und Downpayment Blues handelt von chronischem Geldmangel.

AC/DC hat auch immer die Nähe zum Publikum gesucht. Wie schon weiter oben beschrieben, hatte die Band eine kleine Krise, als das Publikum – und damit die Bühne und Distanz zum Publikum – immer grösser wurde.

AC/DC ist authentisch, die Mitglieder sind immer freundlich gegenüber den Fans. Nach den Konzerten verteilen sie das Backstage-Essen unter ihnen. Viele Fans bekommen die Chance, sich mit einem der Mitglieder fotografieren zu lassen. Auf Facebook wimmelt es von entsprechenden Profilfotos.

Die Band arbeitete von Anfang an höchst professionell, man kennt die Mitglieder als hart arbeitend, direkt, ehrlich und äusserst zuverlässig. Bei AC/DC weiss man einfach, was man erwarten darf – was im übrigen auch auf die Musik selbst zutrifft. Man kennt den Stil, und so klingen auch neue Songs sofort vertraut.

Angus geht auch dann auf die Bühne, wenn er krank ist, wenn andere sich schon lange hätten krank melden lassen.

Kommentare über die Konkurrenz beschränken sich auf die Aussage, man verstünde sie nicht und könne deshalb nichts dazu sagen. Man mache halt einfach nur guten, alten Rock’n’Roll.

Ende. (Feedback erwünscht)

Wer mehr zu den 14 Strategischen Campaigning Grundsätzen, hat vielleicht noch Glück und ergattert den letzten freien Platz im Seminar Campaigning am 21. und 22. Mai (hier klicken).

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