Rock’n’Roll like Campaigning: AC/DC und der Strategische Campaigning Grundsatz Nr. 13

SCG 13: Erfolgsgrundsätze der Kommunikation beachten

Bei diesem Grundsatz gibt es viele Dinge – Interpretationen, wie ich sie nenne – zu beachten. Zum Beispiel, «Fakten zählen nicht», was bedeutet, «nicht die Fakten zählen, sondern wie sie interpretiert werden». «Ideen, Träume und Visionen kommunizieren (statt Fakten)», «durch die Augen und mit den Herzen der Zielgruppen sehen», «die Gesetzmässigkeiten der Meinungsbildung beachten», sind andere. Für AC/DC sind meiner Meinung nach vor allem die folgenden relevant (alles Zitate aus meinem Buch):

  • Jeder Mensch hat seine, jede Gruppierung ihre eigene Logik, die anerkannt werden muss
  • Durch die Ohren der Zielgruppe hören, was es mitzuteilen gibt
  • Der Köder muss dem Fisch schmecken (nicht dem Angler)
  • Zielgruppenspezifische Verpackung
  • Die richtige Sprache wählen
  • Die richtigen Emotionen wecken
  • Konsistenz
  • Wort und Tat müssen übereinstimmen.
  • Keine Verpackungen ohne adäquaten Inhalt
  • Weniger ist mehr
  • KISS: Keep it simple and stupid.
  • Visualisieren
  • Reduzieren
  • Mit Symbolen arbeiten
  • Eine gemeinsame Vision und Identifikation anbieten
  • Prioritätenrangfolge für Ziele und Ressourceneinsatz: Bild – Ton – Schrift
  • Disziplin und Beständigkeit
  • Die zentrale Botschaft wiederholen, wiederholen, wiederholen…
  • Man muss eine konsistente (Kurz-)Geschichte erzählen können. Es muss ein Kern-/Leitthema geben

AC/DC berücksichtigen alle diese Faktoren. Lediglich über den Punkt „Der Köder muss dem Fisch schmecken (nicht dem Angler)“ könnte man diskutieren, weil sie durchaus nach dem Motto leben „die Musik muss primär mal uns gefallen“. Wenn man diesen Ansatz hat, muss man einfach die richtigen Zuhörer finden, die diesen Geschmack teilen, und schon ist dieser Aspekt auch wieder erfüllt. Und genau das ist es, was die Band tut.

Ansonsten kennen sie die Logik ihres Publikums und befolgen sie, denn es ist auch ihre eigene. Sie können auch gut durch die Ohren ihrer Zielgruppe „hören“, sprich, sich in sie hineinversetzen, denn sie gehören dazu. Dementsprechend leicht fällt es ihnen, die richtigen Worte, die richtige Sprache und die richtigen Symbole zu wählen, mit denen ihre Musik verpackt wird (Frauen, Elektrizität, Blitz, Kanonen, Glocken, Angus‘ Schuluniform, usw.), sie wecken die richtigen Emotionen, sind konsistent in allem, was sie tun, reduzieren ihre Musik maximal, sind auf jeden Fall wiedererkennbar, diszipliniert usw. Und vor allem haben sie eine Geschichte zu erzählen, die sogar viele Menschen kennen, die sich für die Musik von AC/DC ansonsten nicht interessieren.

AC/DC versteht Kommunikation auch tatsächlich als symmetrischen Prozess, nicht nur als einseitigen. So hatte die Band in den Siebzigern echte Probleme, als die Zuschauermengen und damit die Distanz zwischen ihnen und der Band immer grösser wurden. Die Band verliess sich so sehr auf die Interaktion mit ihren Fans, dass sie sich zeitweise verloren fühlten, wenn diese nicht mehr so möglich war wie früher.

Von der Übereinstimmung bei AC/DC zwischen Konzept, Produkt und Kommunikation könnten viele Unternehmen und Organisationen noch einiges lernen. (Frage an die Leser: sind mehr konkrete Beispiele gewünscht?)

„Das Publikum riecht Bullshit aus der Distanz einer verdammten Meile“, Angus Young

„Es hält Dich fit – der Alkohol, leichte Frauen, Schweiss auf der Bühne, schlechtes Essen – das alles tut Dir gut“  Bon Scott

(Band-Zitate aus  AC/DC – Two Sides to Every Glory:, Paul Stenning)

Fortsetzung folgt.

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