Rock’n’Roll like Campaigning: AC/DC und der Strategische Campaigning Grundsatz Nr. 8

SCG 8: Ausnützung von Synergien und Multiplikationseffekten

Synergien und Multiplikationseffekte entstehen dann, wenn man möglichst viele Akteure zu überzeugten Anhängern macht, wenn man einen gemeinsamen Nenner und eine Idee mit einzigartigem Kultcharakter entwickelt, die die Zielgruppen emotionalisieren, aktivieren und mobilisieren. Man sollte Anhängern und Freunden konkrete und einfache, interessante und motivierende Handlungsmöglichkeiten anbieten, die möglichst viele Akteure mitreissen, Aufbruchstimmung erzeugen, den Anhängern und ihren Communitys die Möglichkeit geben, die Idee und die Kampagne mitzugestalten (durch interaktive Prozesse) und sich gegenseitig ernst nehmen. Synergien ergeben sich zudem via «Integration durch Kultur, Strategie, Wirkungsorientierung, Abstimmungs- und Koordinationsprozesse, Strukturen, Richtlinien, Wiedererkennbarkeit, Wissensmanagement (inkl. Empowerment), Orientierung an den Sichtweisen, Spielregeln und Anschauungen der Zielgruppen und durch Feedbackprozesse. Die Mitarbeitenden kennen das grosse Bild und die Zusammenhänge, in denen sie wirken. Gemeinsame Ressourcen nutzen. Durch die richtige Dramaturgie die einzelnen Aktionen so aufeinander fein abstimmen, dass sie mehr Wirkung erzielen als die Summe der Einzelaktionen. Volle Konzentration auf das Thema mit dem grössten Durchschlagspotential.»

Indem AC/DC sich auf Vorbilder wie Little Richard oder Chuck Berry beziehen, indem sie ein Dutzend Alben produzieren, die (fast) genau gleich klingen, nützen AC/DC ganz natürlich Synergien (und bauen gleichzeitig auf bestehenden Stärken auf). Die folgende, schon weiter oben zitierte Aussage bringt es auf den Punkt: „Wir versuchen lediglich, neue Ausdrucksformen zu finden, und das ist jedes Mal eine Herausforderung – eine neue Idee zu haben und diese dann in AC/DC zu verwandeln und dabei unseren Stil beizubehalten.“ Angus Young (aus: AC/DC – two sides of a story, Paul Stenning)

Jedes AC/DC-Konzert folgt bestimmten Regeln, die das Publikum kennt. Zum Beispiel bekommt man am Eingang leuchtende Hörner zu kaufen, die die meisten Fans sich auf den Kopf setzen. Es gibt fast niemanden, der kein AC/DC-T-Shirt anhat, und natürlich werden diese T-Shirts auch später im Alltag getragen. Bei The Jack nehmen die Kameras die weiblichen Fans ins Visier, die auf den Schultern ihrer Freunde sitzen, welche sich dann in manchen Ländern (je nach Kultur) oft dazu verleiten lassen, ihre T-Shirts zu heben – in anderen Ländern wird nur gelacht.


Viele Fans lassen sich das Logo, den Blitz oder Angus auf den Arm tätowieren. Durch die vielfältige Verwendung der beiden Symbole Blitz und Hörner, ist AC/DC fast überall präsent. Immer wieder trifft man auf sie. AC/DC haben es ihren Fans wirklich leicht gemacht, Werbung für die Band zu machen. Diese fühlen sich umgekehrt von der Band ernst genommen. Auf AC/DC kann man zählen. Sie bleiben ihrer Linie treu, und die Konzerte sind der gelebte Kult – alles nach vorgegebenem und bekanntem Muster.

„Wir geben den Kids, die uns überall hin folgen, gerne etwas zum Essen. Es gibt immer eine Menge Essen hinter der Bühne, mehr als wir essen können. Also, sobald wir den Ort verlassen, sagen wir: ,Okay Jungs!‘ Und die Kids kommen mit ihren Rucksäcken und füllen sie, damit sie zum nächsten Gig kommen können.“ Brian Johnson (aus  AC/DC – Two Sides to Every Glory:, Paul Stenning)

„Wir interpretieren vielleicht unterschiedlich, was wir tun, aber wir wissen beide, am Ende des Tages ist es nur das Resultat, das zählt.“ Angus Young über Malcolm und ihn:

„Ich kenne eine Menge Leute, die Erfolg an Zahlen messen. Für uns war das immer ein tolles Album.“ Angus Young (hatten wir gestern schon)

„Als wir in den Clubs tourten, war unsere Haltung, hatten wir ein Ziel – Rock’n’Roll! Angus Young

Fortsetzung folgt.

Mehr zu den 14 Strategischen Campaigning Grundsätzen im Seminar Campaigning am 21. und 22. Mai (hier klicken).

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