Schwarmintelligenz versus einsame Führung?

Kürzlich hörte ich am Worldwebforum das Referat von Jeff Eggers, früherer Navy Seal Kommandant und Sicherheitsberater von US-Präsident Obama. Darin erzählte er eine Geschichte über einen Einsatz, bei dem der befehlshabende Kommandeur, der weit weg vom Geschehen sass, eine Katastrophe verursacht hätte, hätte sein Team nicht vor Ort selbständig (und richtig) entschieden.

Bei einer anderen Geschichte war genau das Gegenteil der Fall. Nach Bekämpfung von Aufständischen auf einer Insel im Euphrat wollte die Navy Seals Einheit schon am Nachmittag zurück. Den Hinweg hatten sie morgens um 3:00 gemacht, weil sie wussten, dass die Route nur zu dieser Zeit halbwegs sicher war, weil die Aufständischen dann schliefen. Den Rest des Tages war es die gefährlichste Strecke im ganzen Irak. Eggers gab nach, weil seine Leute müde waren und er sie nicht enttäuschen wollte. Natürlich gerieten sie in einen Hinterhalt und verloren fast einen Mann.

Was kann man daraus lernen? – In der ersten Geschichte war es die Intelligenz des (kleinen) Schwarms, die die bessere Lösung fand, im zweiten hätte ein einzelner Befehlshaber die Entscheidung alleine für sich treffen und Abwarten befehlen sollen.

Oder anders: gemäss der ersten Interpretation des Strategischen Campaigning Grundsatzes Nr. 5 (Flexibilität bewahren) sollte man «Sowohl-als-auch-Mentalität („Ambivalenz“) bzw. in Paradoxien denken». Richtig entscheiden heisst nicht entweder zentral oder dezentral, sondern sowohl zentral als auch dezentral, je nachdem was die Situation erfordert. Zu entscheiden, welche der beiden Varianten die richtige ist, das ist die Kunst des richtig Führens.

Internes Marketing und Empowerment als Unterstützer der Transformation

Neben digitalen Kompetenzen sind Unternehmen auch auf der menschlichen Ebene herausgefordert. Die exponentielle Entwicklung der künstlichen Intelligenz in Kombination mit neuen digitalen Tools und Geschäftsmodellen macht vielen Menschen Angst und versetzt sie in ein Gefühl der Hilflosigkeit angesichts einer sehr unsicheren und kaum mehr planbaren Zukunft.
Die digitale Transformation von Unternehmen braucht deshalb einen strategisch gesteuerten Prozess, der mentale und emotionale Hürden abbaut, Zuversicht schafft und im Sinne eines Change Managements neue Prozesse, Denkweisen und Kulturen einführt, die die Mitarbeitenden befähigen, die anstehende Transformation produktiv und effizient zu bewältigen und sie eher als Chance zu sehen denn als Gefahr.
Entweder in einem Co-Lab oder in einer Masterclass vermittle ich Strategien und konkrete Rezepturen des Empowerments und der Steuerung von Change Management Prozessen. Dabei werden insbesondere auch im Sinne von Mitmach-Kampagne Methoden des Marketings und von Empowerment Campaigning vermittelt, die nach innen gerichtet diese Prozesse unterstützen oder steuern können.
Das Ziel dieser Session ist, dass die Teilnehmenden befähigt werden, in ihren Unternehmen entsprechende Strategien bzw. Konzepte zu entwickeln und Schritte in die Wege zu leiten. Dabei sollen sie auch selbst eher die Chancen als die Gefahren sehen.

So lautete mein Exposé für den Marketing Tag 17, das ich kurz vor Weihnachten Wochen einreichte. Ich freute mich dann sehr, als ich Mitte Januar die Zusage bekam, ein 50-minütiges Colab zum Thema zu leiten.

Denn ich denke, dieses Thema wird uns alle in den kommenden Jahren sehr beschäftigen und mit dem business campaigning® Modell haben wir eine Methode an der Hand, strategisches Leadership so zu gestalten, dass die Transformation möglichst reibungslos und ohne unnötige Verluste voranschreiten kann.

Was mich auch sehr gefreut hat, ist, wie der Marketing Tag dem Campaigning Summit Switzerland so ähnlich geworden ist. Es geht um Inspiration, Networking und Innovation, es gibt auch BarCamps und Workshops und vieles mehr, das uns sehr vertraut ist.

Nun rückt der Tag näher und ich habe begonnen, das Colab zu planen. Mehr kann ich nicht verraten, ausser dass ich mit einem Impulsreferat starte, dort die wichtigsten Herausforderungen und grob Lösungsansätze präsentiere und dann gemeinsam an den wichtigsten Themen gearbeitet wird. Zum Schluss tragen wir die Ergebnisse zusammen. Es geht um Motivationsfaktoren, Orientierung, Loyalität, Flexibilität, Macht Wissen und vieles mehr. business campaigning® als Methode, die auch im Change Management und im modernen Leadership erfolgreich eingesetzt werden kann.

Das Programm kann man hier anschauen: https://www.swissmarketingforum.ch/events/marketing-tag-17/programm

30 Jahre Red Bull oder das eigene Markendenken beflügeln

Mal wieder ein hervorragender Beitrag von unserem Referenten am kommenden Campaigning Summit Switzerland (31. März). Michael Brandtner erklärt hier sehr gut, was ich mit dem Strategischer Campaigning Grundsatz Nr. 1 meine (Polarisieren, profilieren, positionieren) und was es heisst, die Agenda zu kontrollieren (Strategischer Campaigning Grundsatz Nr. 2)

Brandtner on Branding

Seit 30 Jahren verleiht die Marke Red Bull sich selbst und anderen Flügel. Dabei war der Start der Marke in Österreich alles andere als einfach. Machte man im ersten Jahr 1987 800.000 Euro Umsatz, waren es im zweiten 1,6 Millionen und im dritten 2,8 Millionen. Der echte Umsatzdurchbruch gelang erst 1994 mit der Eroberung des deutschen Marktes. Waren es 1993 27,5 Millionen, stieg der Umsatz 1994 rasant auf 90,4 Millionen und durchbrach 1995 die 100 Millionen Euro-Marke. 2016 lag der Umsatz von Red Bull das erste Mal knapp über 6 Milliarden Euro.

Das strategische Markendenken beflügeln

Ursprünglichen Post anzeigen 477 weitere Wörter

Chatbot your way to new customers

Chatbots continue to take a leading role in international tech news. A few weeks ago we saw the amusing conversation between two google chatbots, which showed that, at least for now, the AI isn’t q…

Source: Chatbot your way to new customers

Was ist Zielgruppen-Autismus? (Aktualisiert bzw. korrigiert)

Gestern schrieb ich den Beitrag ganz unten und erlebe seitdem auf Twitter eine Überflutung mit kritischen Kommentaren (wie ich sie mir lieber für gewisse Präsidenten wünschen würde), die mich veranlassten, mich näher mit dem Thema zu befassen, um das es geht: Autismus.

Die meisten Zwitscheren haben mich einfach nur angegriffen, wie wenn ich absichtlich etwas Verletztendes geschrieben hätte, was mir – und das können alle bestätigen, die mich kennen – fern liegen würde. Mir war einfach nicht bewusst, welche Sensibilitäten mit dem Begriff Autismus verbunden sind und dass der umgangssprachliche Gebrauch nach Angaben meiner Kritiker/innen nicht nur falsch, sondern sogar verletzend ist.

Aber eine der Kritiker/innen hat mir einen Link mit Hintergrundinformationen geschickt, und das hat mir zu einer neuen Sicht verholfen.

Auf https://dasfotobus.wordpress.com/2017/02/17/linksammlung-autismus-metapher/ steht zu lesen:

Die Begriffe Autismus, Autist, autistisch werden seit einigen Jahren inzwischen inflationär als Metapher für … ungefähr alles benutzt, das jemand gerade negativ darstellen möchte. Das ist unschön und verletzend. Und meist unpassend und komplett falsch.

Treffend für meinen Fall ist wohl der Artikel über «Vergleichende Metaphern». Da steht

ich fand bisher noch keine Autismus-Metapher, die irgendetwas anderes als die Vorurteile transportiert. Sei es Engstirnigkeit, die fehlende Bereitschaft zur Kommunikation, Egoismus in allen Varianten und vieles mehr.

Fair enough. Ich habe zwar in meinen Augen nirgendwo etwas Abwertendes geschrieben, aber wenn das so empfunden wird, muss ich das respektieren und werde aus diesem Fehler lernen.

Da es wenig bringt, meinen Beitrag zu löschen, nachdem er schon veröffentlicht wurde, und dann vor allem auch keinen Beitrag mehr zur Aufklärung leisten würde, hier der Blogbeitrag von gestern, immer zu betrachten unter zwei Aspekten. Erstens, dass ich den Begriff umgangssprachlich benutzte und keine Ahnung hatte, was das bei Betroffenen auslösen würde, und zweitens unter dem Aspekt, dass er ein Beispiel dafür darstellt, wie man den Begriff Autismus nicht verwenden sollte, in der Hoffnung, dass andere aus meinem Fehler lernen können.

Das ist ein neuer Begriff, den ich heute gehört habe, bzw. der heute im Gespräch über unsere Zusammenarbeit mit Kuno Spirig, dem Veranstalter des Swiss Green Economy Symposiums, entstanden ist. Seine Veranstaltung richtet sich an so genannte «Smart Change Makers». Der Campaigning Summit Switzerland richtet sich an Campaigner, die meiner Meinung nach auch Change Makers sind. Campaigning ist die Gestaltung von Change.

Wir diskutierten auch darüber, was das Campaigning von anderen Ansätzen wirklich unterscheidet. Meiner Meinung nach gehört dazu die richtige Zielgruppenorientierung, dass man vielleicht sogar so weit geht, die Zielgruppe bestimmen zu lassen, wie sie die Kampagne für sich selbst gerne hätte (in einem Target Community Lab™).

Auch für interne Transformationsprozesse ist die richtige Zielgruppenorientierung entscheidet. Was nützt es, wenn das Management einen neuen Kurs entscheidet und das Team nicht dort abholt, wo es ist? -> Rohrkrepierer.

Wenn man sich nicht 100%ig in die Zielgruppe hineinversetzen kann, muss jede Kampagne zwangsläufig Federn lassen. Und dann entfuhr es Kuno auf einmal: «Das ist ja wie Autismus» und ich stimmte ihm zu. Wir waren uns dann aber auch einig, dass das arrogant klingen kann, und dass ich in diesem Beitrag betonen sollte, dass uns das allen passiert. Ich selbst kann aus dem Stand heraus ein halbes Dutzend Beispiele nennen, bei denen ich dachte, ich würde die Zielgruppe gut kennen und wurde dann eines Besseren belehrt. Da war ich selbst zielgruppen-autistisch. Zielgruppen-Autismus haben wir also alle. Man nennt das auch The Curse of Knowledge – den Fluch des Wissens. Aufgrund unseres Vorwissens können wir uns unmöglich in Personen hineinversetzen, die sich noch nie mit unserem Thema auseinandergesetzt haben.

Den Unterschied macht, ob man sich dessen bewusst ist und über Tools verfügt, die einen davor bewahren.

Zielgruppen-Autismus wäre vielleicht ein gutes Thema für eine BarCamp-Session beim 5. Campaigning Summit Switzerland am 31. März. Das könnte man dann hier anmelden.

 

Ist kein Rezept bald das einzige Rezept? – Wenigstens ist es ein ehrliches. #Digitalisierung #CSCH17

«In einer digitalisierten Welt gibt es keine Patentrezepte mehr. Ausser dem, dass es keine Patentrezepte mehr gibt». Dieser Gedanke schoss mir gestern durch den Kopf. was ich damit meine: Angesichts der exponentiellen Beschleunigung der technologischen Entwicklung und des extrem Wachstums der intelligenten, lernenden künstlichen Intelligenz (siehe diesen Artikel hier) kann man heute eigentlich nur noch planen, dass man nicht mehr viel planen kann. Und das wenige, das man doch planen kann, muss man umso sorgfältiger und strukturierter planen. Klingt vielleicht etwas verwirrend, aber darüber nachzudenken lohnt sich.

Am Campaigning Summit Switzerland werden wir das thematisieren, denn es handelt sich um das Hauptthema von Yuri van Geest, unserem Schluss-Referenten, der auch ein Bestseller-Buch (Exponentielle Organisationen: Warum neue Unternehmen deutlich besser und schneller sind) dazu geschrieben hat.

Chatbot «Berni» hilft nun bei der Kampagnenplanung

Zum Feierabend darf ich mich heute über einen Bericht des persoenlich-Magazins freuen, das über unseren Kampagnenplanungs-Chatbot berichtet. Den entwickelte ich vor einigen Wochen mal in einer ersten Version am Wochenende aus reiner Lust am Programmieren. Allerdings habe ich dabei nicht wirklich Code geschrieben, sondern Chatfuel genutzt, eine Art CMS für Facebook-Bots. Der Bot erkennt den Inhalt des Geschriebenen dank intelligenter Spracherkennung recht gut und kann Fragen beantworten, wie zum Beispiel, was Campaigning ist oder was es von Öffentlichkeitsarbeit unterscheidet. Vor allem aber führt er einen durch den Prozess der Planung einer Kampagne, und zwar nach dem business campaigning® Modell.

Hier gehts zum Artikel von persoenlich: http://www.persoenlich.com/digital/chatbot-fur-die-kampagnenplanung

Noch ein paar Informationen zum business campaigning® Modell:

Vor 20 Jahren begann ich mit der Entwicklung dieses Modells zur Planung von externen und internen Kampagnen. Als Physiker will man die Wirklichkeit ja immer am liebsten mit Modellen beschreiben, deren Anwendung brauchbare Resultate liefert, die man dann umsetzen kann. Genau so ein Modell wollte ich für die Planung von Kampagnen entwickeln – und tat es auch. Am 12. Februar 1998 leitete ich dann das erste Campaigning Seminar mit Hilfe dieses Modells, das ich dann später business campaigning® Modell taufte, weil es zwar aus dem NGO-Bereich kommt, aber auch von Unternehmen anwenden lässt.

Seitdem wurde es erfolgreich zur Planung von Kampagnen in den Bereichen Public Affairs, Marketing, Unternehmenskommunikation, Branding, Produktlancierung und Reputation Management eingesetzt, intern in den Bereichen Change Management, Organisationsentwicklung, Kulturwandel und Verbesserung der internen Kommunikation. Selbst das Open Forum des World Economic Forum in Davos wurde auf seiner Basis entwickelt.

Interesse, darüber zu philosophieren? – Komm‘ zu unserem nächsten Campaigning Meetup oder zum Campaigning Summit Switzerland.