Hilfeaufruf zur Weihnachtszeit: Lasst die Zürcher Raketenuhr aus Kasachstan weiterfliegen….

Bei jedem Startup sind die Ideen zu Beginn reichlich, die finanziellen Mittel zu knapp. Wenn man dann noch reingelegt wird, kann dies schnell mal an die Substanz gehen.
Mit diesem Schreiben möchte ich zwei Freunde von mir unterstützen, die mit ihrem kleinen, sympathischen Startup Werenbach in Zürich exklusive Uhren aus echten, ins Weltall geflogenen Sojus-Raketen bauen. Sie kamen vor kurzem von einer Messe in Abu Dhabi zurück, an der sie nichts verkaufen konnten, weil die Besucher fehlten. Offensichtlich hatte die Messeleitung es nicht geschafft, Besucher anzuwerben. Ausser Spesen nichts gewesen…
Und das so kurz vor Weihnachten!
Weil das Jungunternehmen – wie fast alle Startups – keine ausreichenden Mittel für Marketing zur Verfügung hat, um einen solch herben Rückschlag zu kompensieren, möchte ich die beiden Gründer nun mit meinen Kontakten unterstützen.
Patrick Hohmann, so heisst einer der beiden Gründer, hat keine Mühen gescheut, um seine Vision von einer ganz speziellen Uhr wahr zu machen: einer Uhr, mit der man den Blick auf die Erde aus dem Weltall am Handgelenk trägt. Wer die Erde von oben gesehen hat, geht sorgsamer mit ihr um, so seine Überlegung.
Deshalb plante er den Bau einer Uhr aus dem Metall einer russischen Sojus-Rakete, die tatsächlich ins Weltall geflogen ist. Um das Material zu beschaffen, reiste er nach Kasachstan, wo er unter abenteuerlichen Umständen das legendäre Material in der Steppe geborgen hat. Nach der Rückkehr in die Schweiz schmelzte er Teile des Raketenmotors ein, um das Uhrengehäuse zu fertigen. Das Zifferblatt schneidet er direkt aus der Aussenhaut.
Ausser, dass die Uhren wirklich schön und speziell sind und einen anderen Blick auf die Erde vermitteln, gefallen sie mir auch noch aus anderen Gründen: Werenbach-Uhren sind authentisch.
Während Luxus-Uhrenmarken mit Mitteln der Imagewerbung ihren Käufern nur suggerieren, sie hätten ein Stück Weltraum am Handgelenk, trägt man mit einer Werenbach wirklich ein Stück Sojus – und damit Weltraumgeschichte – am Handgelenk.
Deshalb ist es selbstverständlich, dass auch ich eine Werenbach habe. Meine Frau und ein Dutzend Freunde schenkten sie mir zum 50. Geburtstag.
Die Messe in Abu Dhabi war nun so schlecht besucht, dass ein paar Aussteller danach bankrott waren. Bei Werenbach kam es zwar nicht ganz so schlimm, aber die Sache hat das Startup natürlich gehörig zurückgeworfen. Patrick könnte nun wirklich ein paar Uhren- oder Weltraumliebhaber gebrauchen, die sich oder ihren Liebsten zu Weihnachten ein spezielles Weltraumgeschenk machen wollen, um der Spaceborn-Vision einen Boost zu geben.
Wenn 2 Dutzend Uhren verkauft werden könnten, würde das enorm weiterhelfen.
Deshalb mein Aufruf an Science Fiction Fans, Weltraum- und Uhrenliebhaber und solche, die unseren blauen Planeten gerne von oben sehen: kaufe eine Werenbach, mach‘ Dir oder anderen eine Freude und unterstütze damit die Spaceborn-Vision.
Patrick plant, die Uhren in Zukunft nur noch über den Direktverkauf zu vertreiben und dementsprechend die Preise auf Factory Outlet Preise zu senken.
Meine Freunde bekommen aber jetzt schon auf den heutigen Preis 30% Rabatt. Dies wird in etwa den zukünftigen Preisen entsprechen. Einfach angeben, dass Du eine Empfehlung von mir hast. E-Mail an Patrick Hohmann: patrick.hohmann@werenbach.ch
Gib’ in der E-Mail eine der folgenden Möglichkeiten an:
Ich helfe gerne und bezahle den Listenpreis – 10%
Ich helfe gerne und nehme 20% Rabatt
Ich helfe und nehme 30% Rabatt

Ich würde mich darüber sehr freuen. Vielen Dank.

Blick, Jolanda Spiess-Hegglin, Shitstorm und ich auf einmal mittendrin…

Montags habe ich immer durchgehend One-on-one-Meetings mit  Mitarbeitenden. Ich war letzten Montag in solch einem Meeting, als eine Journalistin des Blick anrief. Ausnahmsweise unterbrach ich die Besprechung, um abzunehmen und zu fragen, ob ich zurückrufen kann. Man weiss ja nie, wie dringend eine solche Anfrage ist. Und als Inhaber einer Campaigning-also-auch-Kommunikationsagentur sollte man sich um Medienanfragen immer sofort kümmern. Das allerdings erwies sich als Fehler. Denn ich tat genau das, wovon ich jeden anderen abhalten würde.

Die Journalistin wollte eine Stellungnahme zur Reporter-Sendung vom Vorabend, in der Frau Spiess-Hegglin Einblicke in ihr Leben gab, in der Wohnung filmen und auch ihren Mann zu Wort kommen liess. Vor allem aber stand, nach Aussage der Journalistin, die Geschichte, die Frau Spiess-Hegglin im ganzen Land berühmt gemacht hatte, im Zentrum der Dokumentation. Ich will diese Geschichte hier bewusst nicht aufwärmen, indem ich einen Link setze. Wer sie kennt, weiss worum es geht, und alle anderen dürfen jetzt aufhören zu lesen.

Ich sagte, dass ich wohl die falsche Person sei, weil ich weder die Sendung gesehen noch die Geschichte von damals gut genug kannte.

Vielleicht hätte ich dazu sagen sollen, dass ich letztere wohl vor allem deshalb nicht kannte, weil ich sie bewusst ignoriert hatte. Mir war aus der Arbeit der letzten 19 Jahre mit betroffenen Personen, Organiationen und Unternehmen – und auch aus der Zeit davor bei Greenpeace – bewusst genug, dass man nicht immer alles glauben darf, was in den Medien steht und dass es Journalisten bzw. Medien gibt, die vor nichts zurückschrecken, wenn sie eine skandalträchtige Geschichte wittern. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Und vor allem war ich ja in diesem Meeting und wollte das Telefongespräch kurzhalten.

Die Journalistin sagte, ich müsse weder den Film noch die Geschichte von Frau Spiess-Hegglin kennen, um ihre Frage zu beantworten. Sie wolle lediglich wissen, ob ich der Meinung sei, dass eine solche Dokumentation dazu geeignet sei, einen möglichen Reputationsschaden wieder gutzumachen. Darauf dachte ich antworten zu könnnen, denn das ist eine Frage im Stil von «Wird die Strasse nass, wenn es regnet?».

Meine Antwort war dann natürlich nicht so einfach, wie es im Artikel scheint. Ich sagte, ich kenne die Ziele nicht, die Sie mit der Dokumentation vielleicht erreichen wollte. Ohne diese Ziele zu kennen, falle es schwer, zu beurteilen, ob das eine gute Idee war oder nicht, und ich möchte dazu auch gar nichts sagen. 

Aber wenn es nur um den Wiederaufbau der Reputation ginge, dann wäre es sicher besser, Gras über die Sache wachsen zu lassen und sie langsam der Vergessenheit preiszugeben, indem sie sich neuen Themen zuwendet. 

Zu dieser Aussage stehe ich weiterhin, denn ohne neue Fakten wird es nicht gelingen, weniger gut Gesonnene von ihrer Sicht zu überzeugen, ihre Anhänger werden sie sowieso weiterhin unterstützen und die breite Masse dazwischen fragt sich nur, wieso die Geschichte dauernd wieder aufgewühlt wird. 

Letzteres kann für die Reputation sogar noch schädlicher sein, als nichts zu tun. 

Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass das nicht einfach ist, denn ich stand auch schon in der Schusslinie. Manchmal macht es dann Sinn, sich zu wehren und manchmal macht es die Sache nur noch schlimmer. 

Ich sagte aber auch, dass dies anders sei, wenn es neue Fakten gebe. Dann könne es sich unter Umständen lohnen, wieder aktiv zu werden. Aber wenn nicht, sei es besser, durch neue Themen die Sache vergessen zu machen. 

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich von Netzcourage.ch nichts. Hätte ich das gewusst, hätte ich ergänzt, dass sie die Erinnerung und an die damalige Geschichte vielleicht bewusst aufrecht erhalten unter Inkaufnahme des «Reputationsschadens», wenn man das überhaupt so nennen will, denn für manche UnterstützerInnen ist sie nun eher eine Heldin, die sich auflehnt und wehrt. Da können ihr die anderen ja vielleicht egal sein, die anders denken. 

Ich bin unbedacht in ein Fettnäpfchen getreten und habe mich dafür bei Frau Spiess-Hegglin mittlerweile entschuldigt. Denn das war sicher nicht meine Absicht. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Wüsste ich nicht, Verantwortung für mein Tun zu übernehmen, würde ich mich wahrscheinlich sogar vom Blick übertölpelt fühlen. Aber ich wusste ja, wie man sich richtig verhält. Dass ich es nicht getan habe, kann ich nicht auf den Blick schieben. 

Meine Lehre daraus wird deshalb sein, was ich anderen in solchen Situationen rate (in eigener Sache macht man ja immer alles falsch, so wie ein Arzt sich nicht selbst kurieren kann…): statt schnell zu antworten zuerst einmal recherchieren, mir ein umfangreiches Bild machen und erst dann, in Kenntnis auch der Dinge antworten, die mir sonst nicht bewusst gewesen wären. Einen Rückruf vereinbaren anstatt zwischen Tür und Angel sofort zu antworten.

Netzcourage.ch wünsche ich viel Mut, Kraft und ein gutes Urteilsvermögen, beim Engagement für Ausgewogenheit in der Berichterstattung und Frau Spiess-Hegglin, dass sie erreicht, was für sie und ihre Familie das Beste ist.

Analyse der US-Präsidentschaftswahl in 1’430 Zeichen

Wenn man über die Details dieses Wahlkampfs hinweg schaut, zeigt sich aus der Vogelperspektive ein gemeinsamer Nenner, der alles andere, was diesen Wahlkampf ausmachte, dominierte: Donald Trump gab sich nicht anders als die Konkurrenz, sondern komplett anders. Damit hat er nicht nur den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 1 in Perfektion umgesetzt, sondern obendrein auch noch die Sehnsüchte einer grossen Mehrheit in den USA direkt angesprochen, einer Mehrheit, die sich nach Jahren des wirtschaftlichen Abstiegs nach Veränderung sehnt – Veränderung, wie Barack Obama sie versprochen, aber dann doch nicht bewirkt hat, weil auch er zum Establishment gehört.

Eine Empfehlung für Rockbands lautet: «Versucht nicht besser zu sein, denn das ist sowieso Geschmacksache. Stattdessen versucht, komplett anders zu sein. Darüber kann sich dann niemand mehr streiten, aber wer anders ist, fällt auf und prägt sich ins Gedächtnis ein». Beispiele: KISS (die mit der Schminke im Gesicht), AC/DC (die mit dem Gitarristen in der Schuluniform), The Beatles (die Pilzköpfe in Anzügen), usw.

Donald Trump ist so anders, dass er nicht einmal darauf achten musste, was er konkret von sich gab. Er konnte sich fast alles erlauben. Hauptsache, es war anders – und er war anders. Sein Toupet ist nicht die Krönung, sondern die Krone seiner Präsidentschaft. Am Ende werden wir uns an den «Präsidenten mit dem Toupet» erinnern. So sind wir Menschen.

«Und es hat Bumm gemacht». Der digitale Big Bang knallt dann so richtig am 31. März

Die digitale Transformationen geschieht nicht erst in der Zukunft, wir stecken bereits mittendrin! Yuri Van Geest ist der vierte Referent am Campaigning Summit Switzerland 2017 und wird genau dieses Thema aufgreifen. 

Mehr dazu auf dem Campaigning-Blog (hier klicken).

„It’s the marketing, stupid“ oder was Barack Obama, und Donald Trump gemeinsam haben

Ein Plädoyer für den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 1: Polarisieren, profilieren, positionieren, sowie Nr. 2: Die Agenda kontrollieren.

Brandtner on Branding

„It’s the economy, stupid!“. Mit diesem Wahlkampf-Slogan gewann Bill Clinton 1992 die US-Präsidentschaftswahlen. „It’s the marketing, stupid!“ war mit ein wesentlicher Grund, warum seine Gattin Hillary Clinton diese Wahl gegen Donald Trump verlor. Dabei hätte es Hillary Clinton eigentlich besser wissen müssen. Denn bereits vor acht Jahren verlor sie gegen Barack Obama im Vorwahlkampf, der ebenfalls nicht nur das bessere Marketing hatte, sondern auch besser die Gefühlslage, die Stimmung der Amerikaner erkannte. Beide, Barack Obama und Donald Trump setzten dabei auf drei Punkte:

Punkt 1: Eine einfache Botschaft

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Van der Bellens Positionierungsfehler, zwei Schwachpunkte von Norbert Hofer und eine Idee für einen positiven Wahlkampf

Viel wird geschrieben über Negative Campaigning. Michael Brandtner, am 31. März Referent beim Campaigning Summit Switzerland 2017, zeigt hier auf, wie Positive Campaigning aussehen kann. Besonders gut gefällt mir der Appell im letzten Abschnitt, Themen vor Personen zu gewichten, ein Ansatz, den auch ich in der Wahlkampfberatung immer vertrete.

Brandtner on Branding

Was ist die Hauptaufgabe der Werbung? Gute Werbung bestätigt die Kunden in ihrer Meinung über eine Marke und verstärkt diese im gleichen Augenblick. Genau das macht aktuell BMW perfekt mit dem 10-minütigen Actionkurzfilm „BMW The Escape“ mit dem Schauspieler Clive Owen. In diesem Film ist nicht nur der neue 5er BMW der zentrale Held, er transportiert perfekt auch das Thema Fahrfreude und damit die zentrale Positionierungsidee von BMW.

Unabhängigkeit, Gott und das internationale Ansehen

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Nation Branding, Österreich und der iPod

Der Heiligenschein: «Besser wenigen so richtig, als vielen ein wenig gefallen». Strategischer Campaigning Grundsatz Nr. 1. Michael Brandtner spricht am kommenden Campaigning Summit Switzerland
http://www.Campaigningsummitswitzerland.Com

Brandtner on Branding

Heute feiert Österreich seinen Nationalfeiertag und selbst Google hat das eigene Logo für Österreich angepasst. Aber laut einer aktuellen Market-Studie für die Tageszeitung Der Standard hat nur jeder Dritte patriotische Gefühle. So gesehen könnte sich Österreich sehr wohl wieder einmal Gedanken zum Thema „Nation Branding“ machen.

Das Problem der Vielfalt

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