Posts Tagged ‘Strategic Planning’

Letzte Woche vor einem Konzert unterhielt ich mich mit LG von ’77 über den Wandel, den die Musikindustrie in den letzten 15 Jahren erfahren hat. Schon vor dem Gespräch war mir der Gedanke gekommen, dass es nicht die gratis (illegalen) Downloads an sich sind, die ein Problem darstellen. Vielmehr, so meine These, ist deren indirekte psychologische Wirkung verheerend. Diese besteht darin, dass die Wertschätzung für die Künstler und ihre Leistung verloren geht. Wer alle Songs einer Band gratis herunterladen kann, wird niemals die Magie des Moments erleben, der nur im Plattengeschäft entstehen kann, wenn man sich vom hart ersparten Geld mal wieder eine Scheibe leisten kann. Es war diese Magie, die wir im letzten Jahrtausend mit den Alben der Künstler und mit diesen selbst verbanden. Jedes Konzert wurde dadurch ebenfalls zum magischen Erlebnis. Wie soll das heute noch möglich sein? Abgesehen von der Schwemme an Freizeitangeboten fehlt es schlicht und einfach auch an der mit der Magie verbundenen Wertschätzung der künstlerischen Arbeit.
Meine These lautet deshalb, dass vor allem der Mangel an Wertschätzung, der mit gratis Angeboten einhergeht, das wesentliche Problem der kreativen Branche darstellt. Was nichts kostet, ist nichts wert. Das ist das Problem. Wenn also die Musikindustrie, Verleger und Zeitungen sich überlegen, wie sie in Zukunft noch Geld verdienen können, müssen sie diese Frage in den Mittelpunkt stellen. Was können wir unseren Nutzern bieten, das sie wirklich schätzen, vielleicht so sehr, dass es eine gewisse Magie enthält?
Und auch eine Band wie ’77 wird sich überlegen müssen, wie sie ihren Fans magische Erlebnisse bieten kann, oder wenigstens, welche Erlebniswelt sie schaffen kann, die die Fans auch wirklich schätzen. Eigentlich nicht wirklich etwas Neues. Nur die Technik hat sich geändert.

Last week before a concert, I chatted with LG from ’77 (the band that I support) about the change that the music industry has seen in the last 15 years. Already before the interview I had come to the conclusion that it is not free (illegal) downloads themselves, that constitute the problem. Rather, I argue, their indirect psychological effect is devastating. This is that the appreciation of the artist and their skills is lost. If you can download all the songs of a band for free, you will never experience that magic of the moment, that can only occur in the record store, when you hold the record in your hand and you think of the hard-saved money that allows you to buy it. In the last millennium it was this magic, that we associated  with the albums and the artists. Each concert was thus also a magical experience. How can this still be possible today? Apart from the plethora of leisure activity offerings the magic associated with the appreciation of the artistic work is simply gone.

My thesis is, therefore, that in particular the lack of appreciation that goes along with free offers, represents the essential problem of the creative sector. What costs nothing is worth nothing. That’s the problem. So when the music industry, publishers and newspapers consider, how they can make money in the future, they need to ask themselves this question at the center. What can we offer to our users that they REALLY appreciate, perhaps so much so that it has a certain magic?

And a band like ’77 will have to consider how they can provide their fans magical experiences, or at least which world of experiences they can offer that their fans really appreciate.

Actually, not really anything new. Only the technology has changed.

Als ich Das AC/DC Prinzip am 25. Oktober veröffentlichte, geschah dies aus Zeitgründen erstmal nur als Kindle-Edition. Erst danach suchte ich einen Verlag für die Taschenbuch-Ausgabe. Verschiedene Gründe bewegten mich schliesslich dazu, den Print-On-Demand-Service von Amazon in Anspruch zu nehmen. Damit ging es dann recht schnell. Seit gestern gibt es das Buch nun auch als Taschenbuch.

Am 19. November gab Apple bekannt, dass nun auch AC/DC auf iTunes vertreten sind. Dies nachdem die Band sich mehr als zehn Jahre geweigert hatte, bei iTunes mitzumachen. Vor allem aber kurz nachdem mein neuestes Buch, “Das AC/DC Prinzip“, gerade eben fertig war, in dem ich unter anderem darauf eingehe, dass und warum AC/DC so lange nicht bei iTunes waren.

Laut eigenen Angaben sieht sich die Band als Album-Band. Sie wollten angeblich nicht, dass man auf iTunes einzelne Songs kaufen kann. Tatsächlich bietet iTunes den dort vertretenen Bands aber die Wahl, nur ganze Alben zu verkaufen. Dass AC/DC davon keinen Gebrauch machen, sondern auf iTunes einzelne Songs anbieten, wirft eine ganze Menge Fragen auf.

Hat die Band ihre Strategie aufgegeben und verraten?

Und sollte ich mein Buch nun kurz nach der Erstveröffentlichung schon umschreiben neu auflegen? – Ich habe mich dagegen entschieden. Zum einen hat die Band sehr lange am Konzept festgehalten, so dass die wesentlichen Aussagen in meinem Buch durch diese jüngste Entwicklung nur unwesentlich beeinträchtigt werden. Zum anderen kennen wir die Gründe nicht. Jede Strategie funktioniert nur so lange, wie die dominierenden Umfeldfaktoren sich nicht wesentlich verändern. Vielleicht gab es also gute Gründe, diesen einen Schritt zu machen, um den Kern der Strategie beibehalten zu können.

In den kommenden Jahren werden wir vielleicht mehr erfahren.

Als ich letzte Woche an der Social Media Akademie SOMEXCLOUD über Strategielehre dozierte, kam mir ein Artikel in den Sinn, den ich schon 2007 für das Wirtschaftsmagazin geschrieben hatte, und der an Bedeutung nichts verloren hat. Langer Rede kurzer Sinn: ich veröffentliche ihn hier nochmals. Für alle, die ihn noch nicht kennen.

Die Werbung kommt nicht an. Das interne Change-Projekt verfehlt seine Wirkung. Die Website wird schnell weggeklickt. Die Ideen gehen aus. So verschieden die Themen, sie haben eins gemeinsam: Keiner weiss so richtig, wie man wirkungsvoll seine Zielgruppe erreicht. Wie aber kommt man zu guten Ideen für die richtige Zielgruppenansprache?

Zürich Limmatquai, Januar 2004. In den Marktforschungsstudios von «management tools» findet ausnahmsweise keine Marktforschung im eigentlichen Sinne statt. Zur Entwicklung einer Strategie für eine Produkteinführung hat 4C business campaigning GmbH (die Agentur wurde vor ein paar Jahren umbenannt und heisst heute business campaigning Switzerland) das Studio gemietet und acht Studenten eingeladen. Sie sollen gemeinsam mit den Strategieexperten der Agentur den Rohstoff für eine «business campaigning»Strategie erarbeiten. Dieser Rohstoff wird später in der Agentur zum fertigen Konzept weiterverarbeitet. Die Erfahrung zeigt: Werden Strategien mit der Zielgruppe zusammen entwickelt, ist der Erfolg so gut wie garantiert.

Win-win

(more…)

In his book Brand Like A Rock Star that I am currently reading, Steve Jones is using ABBA as an example how important it is for a business to focus on their real strengths, to maintain and manage them and not to get distracted by nice opportunities that would in the long term only dilute your brand. (in fact Strategic Guideline No. 6, to stick with your strategy,  is playing a role here as well). Jones explains why ABBA dismissed every request to go back on stage together. Rumours are that one offer was a billion USD for playing 100 concerts… He writes

ABBA did a wonderful job of selling to the world a brand that was young, exuberant, and full of energy and ambition. They made music that was unique and fresh. If they reunited today, could the sixty-five-year-old Ulvaeus lead the band with the same vigour? … ABBA can serve as a model for brands in terms of focus. ABBA remains focused on being the band that their fans remember, but many biuiinesses lack the commitment to focus on exactly what their customers want from them. … Logic seems to always lead us in the opposite direction. Wefocus on the areas of our business where we are weak instead of where  we are strong. Rock star brands, like ABBA, focus on strengths. What do our fans think we are great at? What do we need to stop doing in order to be better at that?”

This is exactly what the Strategic Campaigning Guidelines No. 3, 4 and 6 demand from us: focus, build upon your strengths and stick with your strategy. Campaigning like Rock’n’Roll

Das nenne ich echte Leistung und Engagement. Martin Gallmann, Betriebswirtschafter und Personalberater, der mich kürzlich als Referent im MAS Communication Management an der Hochschule Luzern erlebte, hat es geschafft, mein business campaigning Modell auf einer einzigen DIN A4 Seite unterzubringen, ohne etwas wesentliches auslassen zu müssen. Ich war wirklich tief beeindruckt, als ich diese Darstellung zum ersten Mal sah, und möchte mich bei dieser Gelegenheit bei Martin bedanken und die Grafik anderen Interessierten zur Verfügung stellen. Hier geht’s zum Download: business campaigning Modell à la Martin Gallmann (pdf).